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Kleingärtner Blog

Ein Signal verbindet

vom Kleingärtner zum Vorstandsvorsitzenden

Band 1

ein Kleingarten, ein Ort der Ruhe, Erholung und der Gemeinschaft

oder wie ich 77,00 € an den Regionalverband jährlich bezahle, dafür das er die Kleingartenanlage und den Verein vernichten darf.

Erfahrungen – oder wie alles begann

Wer hätte das Gedacht, vor 7 Jahren.

Ich war in ganz Deutschland beruflich Unterwegs. Manchmal 1-2 Wochen nicht zu Hause nur im Auto, in stressigen Meetings und am Bildschirm. 12-14 Stunden Tage waren an der Tagesordnung. Wie wäre es mit einem Rückzugsort, ein Ort der Entspannung, diametral zum Job sich körperlich bewegen und der Gesundheit etwas Gutes tun.

Gesagt, getan. Juhu, ich habe einen Kleingarten. Voller Tatendrang kämpfte ich mit Unkraut und mit einem verwilderten Garten aber auch mit einen Baufälligen Bungalow. Ärmel hoch krempeln und loslegen. Wusste ich nicht, dass die Elektroleitungen gefährlich waren, im Beet mehr als einen Spaten tief plötzlich Teppich ausgelegt war, und gegen typische Verwuchernden Sträuchern und Grün im gesamten Garten. Mich schreckte es nicht ab.

Ich genoss die Ruhe, wenig Kontakt zu Nachbarn und Vereinsmitgliedern. Was ist denn eine Mitgliederversammlung? Warum sollte ich denn dahin gehen, kenne ich doch keinen und interessieren würde es mich erst recht nicht. Wollte ich doch nur meine Ruhe haben.

Im Laufe der Zeit wechselte ich meinen Job. Aufgrund der fortschreitenden Demenz und dem Krebs meiner Mutter, wollte ich doch mehr für Sie da sein und mich mehr um Sie kümmern. Schneller reagieren können, falls etwas ist. Nicht zu vergessen mein Versprechen an Sie, ich lasse Sie in ihren eigenen 4 Wänden, solange es nur irgendwie geht. Mir war es egal wieviel Zeit es mich kosten würde, habe ich ihr doch das Versprechen gegeben. Das hat an dieser Stelle jetzt nichts mit einem Kleingarten zu tun werden manche denken, aber meine Beweggründe und die Folgen hat es dennoch beeinflusst. So war ich dadurch auch öfter in meinem Garten. Meiner Mutter hat es auch gefallen im Garten ab und zu sein zu können. War es doch auch für Sie Abwechslung. Ein Einschneidendes Erlebnis ergab sich dann daraus.

Durch einen Zufall erkannte meine Mutter den Vorsitzenden des Gartenvereins. Ja Sie kannten sich, und wie sich herausstellte mich auch. Hatten wir doch bisher nichts groß miteinander zu tun, ergab es sich, dass wir eine lange Vorgeschichte hatten. Von Klein auf kannte er mich. Wohnt im selben Haus wie meine Oma, bei der ich als Kind fast täglich war. Warum ist das denn wichtig wird man sich fragen, weil es das Bild in mir geändert hat. Es gab plötzlich eine Verbindung in den Verein. Ich öffnete mich also auch anderen gegenüber. So kam dann eins zum anderen, man lernte Stück für Stück die anderen in der Gemeinschaft kennen. Zum überwiegenden Teil echt großartige Leute. Eine, nein sogar Zwei neue Mama´s zwei Opa´s und viele andere die ich echt lieb gewonnen habe und in meinem Leben nicht mehr missen möchte. Auch eine fast schon Seelenverwandte durfte ich kennenlernen.

Jetzt ist mal Ruhe hier!

Tja, nun war es so weit, eine Mitgliederversammlung stand an. Gehe ich dahin? Warum nicht, kannte ich doch nun schon einige und war nicht allein. Willkommen im Vereinsleben.

Aber was war das jetzt? Habe ich das wirklich jetzt gesagt?

Auf der Mitgliederversammlung, die wieder einmal wunderbar im freien auf unserer Festwiese stattfand, im Juli, die Sonne brannte von oben und Schattenplätze waren begehrt. Eine wunderbare Atmosphäre.  Der Vorsitzende war trotz des Mikrofones und Lautsprecher nur schwer zu verstehen. Wie ich erfahren habe, las er den „Bericht des ersten Vorsitzenden“ vor. Ein Muss, da führt kein Weg daran vorbei, im Vereinsrecht gibt es klare Regeln. Aber das sollte ich erst später begreifen. Es war schwer zu folgen, und zwei Parteien, die vor mir und schräg neben mir saßen keiften sich an. Verstand ich doch den Vorsitzenden kaum noch. Ich weiß heute nicht mehr, worum es in diesem Streit ging, es war mir damals egal und heute ebenso. Auch andere Gartenmitglieder störte es zunehmend, und ließen die ein oder andere Bemerkung fallen. Ich erinnere mich daran, dass die Frau eher versuchte die andere Partei zu ignorieren, was nicht so einfach war scheinbar, da er unablässig war und einfach nicht die Klappe hielt.

„Jetzt ist mal Ruhe hier, ich möchte etwas verstehen“

Meine Worte schienen alle überrascht zu haben, oder war es vielleicht die Lautstärke, oder die Überraschung, der Neue? Ich weiß es nicht, jedenfalls war Ruhe und ich konnte den Ausführungen des Vorstands folgen. Worum es im eigentlichen ging, kann ich nicht mehr sagen, es zählte nicht zu meinen Prioritäten damals, ich war nur neugierig wie sowas funktioniert und abläuft. Nicht mehr und nicht weniger.

Natürlich kamen auch durch diese Aktion mehr und mehr Kontakte zustande. Hatte ich mich doch getraut etwas zu sagen. Ich verstand es nicht, damals, heute schon. Habe ich doch den Vereinsstörenfried schlecht hin zur Ruhe gebracht. Unwissend und nur auf meinen eigenen Vorteil bedacht, ohne das ganze Hintergrundwissen von heute. Vereinsstörenfried, Anscheisser und noch viele weitere Synonyme folgten im Laufe der Zeit, die teilweise unter die Gürtellinie gehen sind in dem Verein mittlerweile völlig akzeptable Synonyme für Ihn. Heute wahrlich ist er unter einen anderen Namen bekannt, ok es sind zwei. Zum einen Judas zum anderen „Voldemort“ (der nicht genannt werden darf). Niemand möchte seinen Namen aussprechen, da es bei fast jeden, das Blut zum Kochen bringt. Hätte ich es damals schon gewusst was auf mich zukommt, ich bin mir fast sicher, ich hätte niemals Vorsitzender gemacht.

Feinde zum Kaffee

Aufregendes passierte in der Zeit danach nicht mehr. In meinen neuen Job, den ich mir wegen meiner Mutter in der Umgebung gesucht hatte, die neue Wohnung, genug zu tun. Der Umzug aus Berlin lag hinter mir und ich ließ Freunde, Familie und Kinder zurück, für meine Mutter. Ich war näher bei ihr und konnte ihr mehr helfen und mein Versprechen stand immer noch ganz oben. Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe, konnte ich mit meiner Mutter noch viele schöne Stunden, Monate, Jahre verbringen. De ja Vue? Hatte ich im Leben nicht schon einmal so eine Entscheidung getroffen? Leider ja. Nicht Leider, weil ich diese Entscheidung getroffen habe, sondern Leider, weil ich Sie zum zweiten Mal in meinem Leben treffen musste. Mit 18, Zeit mit meinem Vater verbringen, nur noch Monate, oder nicht. Alles im Schwarzwald abzubrechen und nach Hause kommen.

Ich fühlte mich wohl, in meinem Garten, meiner Mutter, meinen Entscheidungen. Ein neues Leben in einem kleinen Dorf, mit vielen netten Menschen.

Aber es ist wie es ist, Freunde sind nicht gleich Freunde. Rückblickend würde man einiges anders machen, nein, würde ich nicht. Ich kann nicht aus meiner Haut. Auch wenn sich Freunde in das Gegenteil umdrehen, das wird mir immer wieder passieren, und ist immer wieder passiert. Vom Wesen her, bekommt jeder immer Hilfe von mir, hängen lassen kann ich keinen. Bis zu einem gewissen Punkt jedenfalls. Auch bei mir gibt es eine Grenze, die man nicht überschreiten darf, sonst wird es irreparabel. Auch bei einigen Mitgliedern der Gartengemeinschaft ist das so, warum sollte es dort auch anders sein. Naiv bin ich nicht, wenn auch sehr optimistisch. Ich habe viel Zeit und Herz in manch einen „Freund“ gelegt, und näher betrachtet aus heutiger Sicht, viel Kaffee mit Feinden getrunken.

Viele dieser „Freunde“ drängten mich, den Vorsitz im Verein zu übernehmen, zu kandidieren, für Veränderungen im Verein zu kämpfen, die Kleingartensparte zu erhalten, die Vorschriften durchzusetzen.

Aber Bitte nicht bei Ihnen …….

Das sind meine Johannisbeeren und die bleiben da!

Gemüse und Obst, ist das ein schönes Gefühl, wenn es aus dem eigenen Garten kommt. Es schmeckt noch viel besser, man isst bewusster und vor allem gesünder. Insgesamt acht Obstbäume stehen mittlerweile auf meiner kleinen Parzelle, viele Beete, Hochbeete und sogar ein Gewächshaus. Ich weiß langsam nicht mehr, wo ich noch etwas anpflanzen könnte, aber es fällt einem immer neues ein. Rund um den Pool und um die Weinlaube wäre ja auch noch ein Plätzchen. Das Unkraut ist kaum in den Griff zu bekommen, fehlt zum einen die Zeit, zum anderen ab und zu die Lust, gerade bei diesem extremen Sommer, wenn die Temperatur jenseits der 30 Grad geht.

Ein Freund ist jemand den man alles sagen kann, das war auch bei diesem so. Oft habe ich mich mit ihm unterhalten über die Regeln im Kleingarten, bis ins Detail erklärt warum, wieso, weshalb es diese Vorschriften gibt. Als Vereinsmitglied, nicht als Vorsitzender, denn der war ich damals noch nicht. Wollte ich auch nicht. Nein, ich wollte nie eine Vorstandsarbeit machen. Meine Parzelle, mein Rückzug, meine Insel sollte es sein.

Ok, nun war ich so weit in dem Verein etabliert, dass ich auch Feste für die Vereinsmitglieder organisierte. Ich half mit beim Kinder- und Sommerfest, das jedes Jahr im Verein stattfand, und erfand auch mein eigenes Erntedankfest im Verein. So sollte jedes Jahr eine leckere Überraschung, neben Musik und Tanz, das Essen ein Highlight werden. Spanferkel. Das kam mir als erstes in den Sinn, und es war der Hammer. Ein gelungenes Fest, alle wollten mehr, wollten es jedes Jahr, und immer wieder neues. Gerne habe ich das gemacht, obwohl das ganze Lob dafür jetzt schwer zu ertragen war, kann ich doch damit nicht umgehen. Mich freut es, wenn es den Menschen Spaß gemacht hat, sie glücklich waren und einen schönen Abend hatten. Mehr muss nicht sein.

Bei einer Begehung vom Regionalverband sollte sich mein Leben von Grund auf ändern.

„Bist du blöd die Johannisbeeren in dein Gemüse Beet zu pflanzen? Die zählen dann nicht mit! Entweder-oder.“

Was will die von mir, dachte ich erst so beiläufig. Das sind meine Johannisbeeren und die Pflanze ich, wohin ich sie will, habe ich mir doch schließlich dabei was gedacht warum genau an diesem Platz. Lass die mal reden. Puh, sie zog weiter zu den anderen Gärten. Geschafft dachte ich, was die sich einbildet. Mir vorschreiben zu wollen, wo ich was pflanze. Klar hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich Ahnung vom Kleingartengesetzen oder das es da was gab, dass sich Rahmengartenordnung nannte. Was sollte das denn sein? Nun, Sie war weg und meine Gedanken kreisten natürlich um diese Situation. Wieso zählen die nicht? Was war jetzt so falsch?

War das Ihre Stimme? Ihr Organ? Nein, die kommt nicht wirklich noch einmal zurück? Na, der werde ich es zeigen, dachte ich. Diesmal halte ich dagegen. Ein Versuch war es wert.

Heute habe ich ein Beet mit Johannisbeeren das sogar Ihren Namen trägt und eine echt tolle Freundin gewonnen. Was aus einer Begegnung werden kann, erkennt man oft viel später. So entwickelte sich eine tolle Freundschaft, die man nicht missen möchte. Das Verständnis für die Regeln und Gesetze wurden mir nicht nur erzählt, sondern auch erklärt. Warum muss man das so machen, warum ist das so wichtig. Es läuft immer auf dasselbe raus, der Erhalt der Kleingartenanlage.

Ein Blick über den Tellerrand, den Gartenzaun, ließ mich, vor allem durch Ihre Augen sehen und erkennen, dass vieles nicht so korrekt war in unserer Anlage. Nichts gravierendes, nur bedrohliches wie Hühner in einer Kleingartenanlage…….

Gewählt! Jetzt habe ich den Salat!

Mein Verständnis schärfte sich, mein Ehrgeiz wurde geweckt. Regeln, wichtig, überleben der Gartenanlage schwirrte durch meinen Kopf. Auf der letzten Mitgliederversammlung trat der Vorstand geschlossen zurück, sodass es sich ergab, dass der noch amtierende Vorstand Nachfolger suchten. Wieso sollte ich das machen? Warum wurde ich gefragt?

Wieso drängten mich Freunde und viele Gartenmitglieder dazu plötzlich. Nur weil ich inzwischen das Bundeskleingartengesetz gelesen hatte, und die Rahmengartenordnung und ich daraus zitieren konnte? Was soll das, nein ich mache das nicht. Ich dachte ich könnte mich wirklich wehren. In vielen Gesprächen haben sie scheinbar gemerkt wie verinnerlicht ich das Kleingartenwesen habe. Sie haben wahrscheinlich eher als ich gemerkt, wie viel mir das am Herzen liegt, was mir die Anlage bedeuten würde, dass jeder seinen Garten behalten darf. Mein Widerstand bröckelte mehr und mehr. Bis ich begann Bedingungen zu stellen. Der noch amtierende zweite Vorsitzende wollte nicht mehr in den Vorstand, ich machte meine Kandidatur also von einer existentiellen Bedingung abhängig. Entweder er würde eine Position im neuen Vorstand übernehmen oder ich würde nicht für den Vorsitzenden zur Verfügung stehen. Dahinter steckte natürlich Kalkül meinerseits. Zum einen hatte er lange Jahre Erfahrung im Vorstand, kannte Regeln, Mitgliederversammlungen, Schriftverkehre, Umgang mit Mitgliedern, Behörden, usw., zudem war er im Berufsleben Beamter. Ich stand also nicht ratlos da, ich hätte seine Unterstützung und seine Erfahrung. Nach einiger Bedenkzeit übernahm er die Position des Schriftführers. Perfekt, er war mit an Bord, genau wie andere die ich bei einigen erst bei der Zusammenarbeit schätzen gelernt habe. Heute möchte ich von unserem Team niemand mehr missen, wir alle sind gemeinsam unschlagbar, und stehen zusammen in der Art der Vereinsführung, in den Entscheidungen und im Umgang mit den Mitgliedern.

Ich versuchte den Verein gemeinsam mit meinen Kollegen neu auszurichten. Wir digitalisierten fast alles, führten E-Rechnung ein, eine Webseite mit persönlichem Mitgliederbereich in dem jedes Mitglied seine eigenen Rechnungen einsehen kann, jederzeit. Viel Arbeit setze ich daran uns bei der Gemeinde anzuschließen, den Ruf der Anlage zu verbessern uns zu etablieren. Ist uns die Gemeinde wohlgesonnen, umso sicherer ist unsere Anlage, und es macht zudem viel Spaß sich zu engagieren, mit der Gemeinde gemeinsam zu arbeiten, Feste zu planen, durchzuführen, gegenseitig aushelfen. Aber auch innerhalb der Gemeinschaft wurde viel Zeit darauf angewendet, um den Zusammenhalt zu stärken, Verständnis zu fördern, die Gärten zu verbessern. Viele verstehen was ich tue und warum ich werde nicht müde es zu erklären und mich selbst zu erklären, Transparenz will ich an den Tag legen. Transparenz haben die Mitglieder verdient, verstehen wofür ihre Mitgliedergebühren verwendet werden, auch wenn ich im Vorfeld einiges aus meiner eigenen Tasche bezahlt habe,

da wir einen Verein übernommen haben der Zahlungsunfähig wurde…..

Keine Zeit verlieren!

Anpacken, loslegen, im Vorfeld habe ich mir natürlich viele Gedanken gemacht, viele Szenarien durchgespielt was sich ändern muss, vor allem, was sich nicht ändern muss. Groß geschrieben sollte vor allem die Stärkung der Gemeinschaft werden. Was meine ich damit? Immer wieder musste ich feststellen, es sind immer dieselben die sich an den Arbeitseinsätzen beteiligen, bei der Vorbereitung der Feiern und Feste, sich mit Ideen in die Gemeinschaft einbringen. Es sind immer dieselben gewesen, die lieber Ihre Arbeitseinsätze mit einem finanziellen Ausgleich bezahlen, statt sich aktiv an Ihrer Gemeinschaft und Ihrer Gartenanlage zu beteiligen.

Wieso ist das so, habe ich mich gefragt. Ich kam zu dem Schluss, man beteiligt sich vor allem wenn man eine Beziehung zu der Gartenanlage aufbaut, man die anderen als Freunde kennenlernt, sich allgemein erst einmal kennenlernt. Aber wie kann man das fördern fragte ich mich schließlich. Begonnen haben wir das ganze also mit Getränken zu den Arbeitseinsätzen, die von mir gesponsert wurden. Ein anderer Gedanke war, dass ganze über Feiern und Feste zu realisieren.  Zum überwiegenden Teil hat das gut funktioniert. Die Ideen sind mir auch nie ausgegangen bisher.

Ein anderer Teil war, geh mit den Leuten ins Gespräch, nimm Sie mit, hole Sie ab, höre Ihnen zu. Das tat ich dann auch, stets ein offenes Ohr haben. Ich muss ja sagen, dadurch habe ich viele interessante Menschen kennengelernt und hinter die Fassade blicken dürfen. Aus einem mürrischen, bärtigen alten Mann, wurde in meiner Wahrnehmung ein freundlicher, aber besorgter, zu Recht manchmal ungehaltener Mensch, ja sogar ein richtiger Familienmensch. Der seine Frau und seine Kinder liebt. Vor allem aber eine erfrischende ehrliche Art und Weise hat. Manchmal nicht in Einklang mit meinen Vorstellungen. Aber das muss es auch nicht, jeder ist so wie er ist, und ich habe in meinen Leben immer schon jeden so genommen, wie er ist. Viel zu oft verurteilen wir die Menschen aufgrund von hören-sagen, statt uns die Zeit zu nehmen, um sie besser kennenzulernen, um uns selbst eine persönliche Meinung bilden zu können. Es ist einfacher die Meinung der anderen anzunehmen und hinterherzulaufen, aber die Meinung der anderen gibt es schon! Ich bin froh, dass ich das gemacht habe und habe dadurch liebe Menschen kennengelernt.

Geht da nicht viel Zeit dafür drauf, wird sich der eine oder andere fragen. Sehr viel sogar! Mir ist es das Wert ehrlich gesagt. Für die Gemeinschaft, die Gartenanlage, für mich persönlich. Es blieb die vergangen 1,5 Jahre meiner Tätigkeit als Vorsitzender viel auf der Strecke. Mein Garten hat gerade im letzten Jahr darunter gelitten, mein privates Leben war eigentlich nicht vorhanden. Trotz alledem habe ich das gerne gemacht und würde es wieder tun. Unsere Gartenanlage hat bis auf sehr wenige Ausnahmen, Mitglieder, die es wert sind, dass man für Sie kämpft, sich einsetzt, sich engagiert und ihnen zuhört, und ja für mich persönlich auch das mein privates Leben darunter leidet. Vielleicht bekommt man das in Zukunft besser geregelt.

Stand heute, habe ich keine Lust mehr irgendwelche Sondersachen zu machen, was aber nur an 2-3 Mitglieder liegt, aber das ist heftig…..

„Ich bin zu gut für den Job, zu höheren berufen!“

„Du bist viel zu überqualifiziert für den Job, deshalb habe ich dich für den Landesverband vorgeschlagen“. Was soll das denn? Das hat er nicht wirklich zu mir gesagt? Bloß gut, dass ich Beweise für diese Aussage habe, ich würde an mir selbst zweifeln. Aber wie kam es dazu? Zu Beginn meiner Amtszeit wuchsen der Regionalverband und ich regelrecht zusammen. Wir tauschten uns fast täglich aus. Bis spät in die Nacht gingen unter anderem unsere Telefonate mit der Geschäftsführerin, viele Male besprachen wir Dinge bis ins kleinste Detail und wehrten Angriffe von diversen Mitgliedern gegen den Verein und den Regionalverband gemeinsam ab. Bis zu dem Tag ….. Ja was war eigentlich passiert? Lange war es mir nicht klar, dann viel es mir dank meiner besten Freundin, wie schuppen von den Augen. Rückblickend ist es tatsächlich lächerlich und für außenstehende nicht nachvollziehbar, denn ich gebe zu, selbst mir fällt es schwer zu glauben, aber Tatsache ist, es ist nun mal so. So begab es sich, dass eine E-Mail die Runde machte, vom Regionalverband, mit dem Inhalt „Schließzeiten des Regionalverbandes“.

Im Nachhinein betrachtet, habe ich mich wohl erdreistet nachzufragen warum denn komplett geschlossen werden muss, mitten in der Hauptsaison? Ergab es sich doch bereits das der Regionalverband mit der Bearbeitung von Unterlagen stetig immer weiter in Rückstand geriet. Leider bin ich ein Mensch, der alles schnell und korrekt erledigt haben möchte, und diesen Anspruch auch gerne auf andere transformiere. Also folglich meine Frage, warum wenn einer in den Urlaub geht, der gesamte Verband schließt, schließlich gibt es noch mehr Mitarbeiter im Verband. Das war wohl der Stein des Anstoßes. Ich habe eine Mitarbeiterin erwähnt, die Zitat: „nicht ohne ist“, die Zitat: „sich nur bereichert“.

Was das nun mit mir und meinem Verein zu tun hat?

Ich möchte das der Job gemacht wird und ich in meinem Verein vorankomme. Nicht mehr und nicht weniger. Es liefen viele Sachen auf, die einfach nicht geklärt wurden, Aufgaben, die ich nicht lösen konnte, und Verhandlungen, die ich nicht führen durfte.

Mein Unmut wuchs, ließ ich ihn mir dennoch nicht anmerken. So kam es, dass es ab diesem Zeitpunkt nur noch schlimmer wurde, wie schlimm, wurde mir nach dem Urlaub vom Verband, deutlich. Ich erfuhr, dass es eine Begehung in meiner Anlage geben sollte. Nein, nicht wie ihr denkt. Durch Zufall! Es gab kein Informationsschreiben oder eine Begründung oder einen Anruf. Zwei Tage vorher telefonierte ich zufällig mit der Geschäftsführerin, die mich dann darüber informierte. Wahrscheinlich war sie mir zu diesem Zeitpunkt noch etwas wohlgesonnen, so verriet Sie Ihren Chef und teilte es mir mit. Eine Begehung, aha. Nunja, ich habe mir den Vormittag an dem besagten Tag frei genommen und war an diesem Tag gemeinsam mit zwei Kollegen aus dem Vorstand mit anwesend. Wir haben sie abgefangen, dank der Mithilfe der Mitglieder, die uns sofort informierten, dass sie auf der Anlage sind. Freundlich fragten wir nach, was der Grund ihres Besuches ist, wohl wissend welches Bestreben sie haben. Herumdrucksend war keine Antwort zu bekommen. Wir spielten das Spiel der Ahnungslosigkeit mit, und taten von uns aus, als würde es eine Begehung geben. Plötzlich klingelte sein Telefon und er entfernte sich von uns. Nach einer Weile kam er zu uns zurück, geduldig wie wir waren hörten wir Ihm zu. Nein, das hast du nicht wirklich gerade gesagt. Der Vorsitzende des Landesverbandes soll dran gewesen sein, zwecks Leerstand Parzellen. Hat er jemand am Telefon gehabt der ihm einen Grund genannt hat den er als Ausrede benutzen konnte? Ganz so auf den Kopf gefallen ist von uns niemand, denn wir wussten in persönlichen Gesprächen wenige Tage zuvor, dass er im Urlaub ist und nicht erreichbar. Es war keine gute Ausrede, aber es war ein Versuch.

Am Ende der Begehung, nach vielen kritischen Nachfragen schöpfte er Verdacht, er wolle sich mit mir alleine unterhalten bitte. Gerne stimmte ich dem zu, und wir gingen um eine Ecke. Dort führte er aus, wie zufrieden er mit meiner Arbeit sei, wie Klasse ich diese mache, was ich denn für ein Wissen hätte. „Du bist viel zu überqualifiziert für einen Job im Regionalverband, deshalb habe ich dich für den Landesverband vorgeschlagen“. Mit diesen Worten wollte er mich scheinbar besänftigen, leider machte ich ihm diese Freude nicht und lehnte dankend ab. Wie gesagt ich kannte den Grund des Besuches. Ich muss gestehen, ich habe selten so einen glänzenden Lügner gesehen. Sicherlich hat er sich verunsichern lassen von mir, aber die Fassade hielt er aufrecht, bis zum Schluss……

Noch nicht genug….?

Wer denkt das es der Gipfel war und an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten geht, wird noch eines Besseren belehrt, das sollte ich auch werden. Fand hier eine Einmischung in die Vereinsinternen Sachen statt aufgrund dessen das ich wollte, dass offene Sachen, die nicht bearbeitet wurden, endlich den Weg der Bearbeitung beim Verband finden? In meinen Augen eine legitime Forderung, Stellte ich diese Forderungen doch nicht für mich und meine Eitelkeit, Forderungen auf die meine Mitglieder einen Anspruch haben, für die sie sogar Geld bezahlen, Geld, dafür das der Verband seine Arbeit macht. Dafür bin ich gewählt worden, dafür setze ich mich ein, für meine Mitglieder, nicht für mich.

Er will mich also abwählen lassen, damit er keine Arbeit mit mir hat, keine Nachfragen kommen, er sein Geld bekommt und machen kann, was er will? Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, wie hartnäckig er dieses Ziel verfolgen würde, mit welcher Beharrlichkeit und wie erfinderisch dieser Mensch sein kann. Es vergingen keine vier Tage, da klingelte mein Telefon, erst eine dann zwei und immer Nachrichten kamen herein. Ok du hast einen Termin, einen wichtigen Termin gerade, aber was ist da los? Ich saß bei der Sparkasse. Für mich ein wichtiger Termin, war doch meine Mutter gestorben und ich hatte viele Angelegenheiten zu Regeln. Bei vielen Sachen haben mir Freunde, meine zwei Mamas also meine andere Familie und die Tante mit den Johannisbeeren geholfen. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass es noch wahre Freunde gibt, auf die man sich auch verlassen kann. Versucht habe ich mir in dieser Zeit nichts anmerken zu lassen, galt es doch den Verein zu führen und mich schützend vor den Mitgliedern zu stellen, den Verein gegen die Angriffe vom Verband zu schützen.

Zugegeben, ich hätte vielleicht den Verein meiner Stellvertreterin überlassen sollen. Aber wollte ich wirklich das Sie das auch so durchmachen muss, schlaflose Nächte, grübeln wie man damit umgeht, und Wege finden, wie man wieder eine konstruktive Zusammenarbeit hinbekommt? Natürlich rede ich mit ihr über alles, und involviert ist sie sowieso, aber ich denke das wäre unfair gewesen ihr diese ganze Last aufzubürden. Also wie immer, runterschlucken und weiter im Text. Das habe ich schließlich oft in meinem Leben gemacht. Als mein Vater starb, hatte ich dieselbe Situation, ich musste da sein, für meine Mutter, für meine Oma, alles regeln und klären, wie ich es immer tat. Trauer, keine Zeit dafür, genauso diesmal. Meine Kinder, auch eine schwere Zeit für sie, musste ich doch stark sein erst recht für sie, und als ich das hier schreibe, werden meine Augen feucht. Klar, verarbeitet habe ich das bis heute nicht wirklich, ich hatte keine Zeit. Manchmal im Bett abends…. Lassen wir das lieber.

Also konnte und wollte ich es nicht ihr aufbürden, diese Last, die Unglaublichkeit mit welcher Dreistigkeit der Verband vorging. Also regelte ich die Angelegenheiten bei der Sparkasse und fuhr in den Garten. Ich konnte es nicht glauben, meine Gedanken kreisten während der fahrt im Auto immer um diesen Gedanken, was bildet er sich ein. Ist er schon wieder in der Gartenanlage unterwegs und versucht Mitglieder zu überzeugen mich abwählen zu lassen? Das kann doch nicht wahr sein, hat er nichts begriffen? Die ganzen Nachrichten schwirrten in meinen Kopf herum, tolle Mitglieder hatte ich, ich war stolz auf sie, mächtig stolz! Sie standen hinter mir, ihren Vorsitzenden, hinter dem Vorstand, hinter die Art und Weise, wie wir den Verein führen. Jeder Autofahrer kennt diese Situation, wie bin ich denn hierhergekommen? In Gedanken versunken hatte ich plötzlich die Ausfahrt erreicht. Ok, alles gut gegangen, nichts passiert. In der Anlage angekommen bin ich in meinen Garten gegangen, ich entschied ihm nicht zu begegnen. Auf meine Mitglieder ist verlass dachte ich bei mir, und vertraute darauf, dass sie das Richtige machen. Und das taten sie auch. Erreicht hat er wieder nichts. Außer wieder eine Möglichkeit die Gelder der Mitglieder zu verbrennen, oder grenzt das schon an Veruntreuung? Ich bin kein Jurist, aber wenn jemand Mitgliedergelder gegen Mitglieder verwendet? Naja, das müssen andere klären. Fahrtgeld zahlt er sich auch wieder für diese Aktion aus, von den Mitgliedsbeiträgen.

Die Johannisbeertante hatte, neben vielen anderen Mitgliedern, ein Auge auf dem, was sie in der Anlage trieben, und als sie die Anlage verließen, saßen wir noch lange zusammen und besprachen was eigentlich vorgefallen war. Wie schon gesagt, wir sind sprachlos gewesen, zum zweiten Mal der Versuch. Aber dabei sollte es nicht bleiben, es sollten noch viel mehr folgen, und immer radikaler …….

Wir haben Fotos davon!

Was macht man dagegen, werden sich einige Fragen, und auch ich und mein Vorstand stellten sich die Frage. Wie reagiert man darauf, ohne dass es weiter eskaliert? Ich entschied mich, Briefe zu schreiben, einfach nachzufragen, ganz neutral, was denn der Grund sei für diese Begehungen oder besser gesagt Besuche in der Gartenanlage waren. Per E-Mail versuchte ich es, per Brief nichts, keine Reaktion. Das lässt einen natürlich nicht unberührt, versucht man doch die Sache irgendwie zu klären, eine Lösung zu finden. Es dauerte nicht lange, da kam wieder ein Hammer, ein mächtiger sogar. Er ging direkt ein Mitglied an. Versuchte seine „Macht“ auszuspielen. Kam er bei mir nicht weiter und versuchte es deshalb direkt an die Mitglieder? Das kann doch nicht wahr sein, das werde ich niemals zulassen.

Baustopp, hieß es. Er verhing einen Baustopp für ein neues Mitglied, das seine Laube sanierte, wie es auch im Bewertungsprotokoll festgehalten war. Moment mal, ich wühlte in meinen Unterlagen, da war doch was. Bauantrag aus dem April noch immer nicht bearbeitet. Fast schon aus den Augen verloren, wem wundert es bei der Masse an offenen Vorgängen. Das war für mich nicht hinnehmbar. Mir war etwas untergegangen? In mir wuchs Wut, Wut auf mich selbst, dass mir das passierte. Ich entschied mich, bürokratischer zu werden, ab sofort bekommt jeder Brief, jeder Antrag einen QR-Code, dieser wird in eine Posteingangsliste / Postausgangsliste eingetragen, damit mir nichts mehr untergehen kann. War es jetzt meine Schuld, weil ich nicht genug Druck gemacht habe und nachgefragt habe? Wir stellten einen zweiten Bauantrag dazu, genau wie den ersten. Aber Baustopp, und ich erfuhr es vom Pächter, nicht vom Verband wegen Schwarzbau. Wieso wegen Schwarzbau? Es sind doch alle Unterlagen, Baugenehmigungen da. Es erfolgte ausschließlich eine Sanierung. Es wurde nichts an Maßen geändert, es wurde nicht dazu gebaut, nein im Gegenteil, wie abgesprochen wurde ein Schuppen, der Teil eines Anbaus war, wofür es keine Genehmigung gab, abgerissen. Wir verstanden die Welt nicht mehr. Wir müssen unsere Mitglieder vor so viel Willkür schützen. Also machten wir das Einzige, was über den Verband stand, und sprachen direkt mit dem Bauamt. Sie waren verwundert, was das soll, und bestätigten, dass zumindest das Dach vor dem Winter noch gemacht werden muss, da Gefahr im Verzug ist. Es war faktisch ja nicht vorhanden, also was sollten wir machen? Durch die Witterung alles zerstören lassen oder uns wehren. Ich entschloss mich, dass ich mich wieder vor meine Mitglieder stelle und sie schütze. Bauamt gab also grünes Licht, und es fanden sich viele Mitglieder, die dem Pächter dabei halfen und an einem Samstag gemeinsam mit ihm das Dach in Ordnung brachten.

Wir haben Fotos davon, wie der Vorstand illegal ein Baustopp umgangen hat. Was war hier passiert? Ich springe mal kurz zu der illegal einberufenen Pächterversammlung vom Verband.Diese Worte fielen dort, und was soll ich sagen, wer hat diese Fotos gemacht und beim Verband wie ein kleines Kind gepetzt? „Voldemort“! Ihm war auch der Baustopp zu verdanken, ohne die Kenntnis darüber zu haben, dass es vollständige Unterlagen gab. Aber das interessiert dem Verband ja auch nicht, lieber macht er sich lächerlich, statt einmal nachzufragen, was der Verein an Bauunterlagen hat. Das wäre übrigens der normale Weg, wie er seit Jahren üblich ist. Ebenso eine Information wegen Baustopp an den Vorstand heranzutragen. Überhaupt ins Gespräch zu gehen, wie gesagt, lächerlich machen ist einfach und das sollte er noch öfter machen, dadurch das er sich nicht an die normalen Abläufe hält, aber dazu komme ich noch.

Still ruht der See, wie man so schön sagt. Nichts bewegt sich keine Information mehr, es wird auf nichts mehr reagiert. Untergetaucht! Nein, er bereitet nur wieder seinen nächsten Schritt vor, Schritte, die dem Verein und der Gartenanlage Schaden zufügen werden ….

Gegen den Strom

Pächterversammlung, interessant, spannend, neugierig. Nicht so schnell, vorher sind noch einige Dinge wichtig. Ohne dieses Wissen wird es nicht nachvollziehbar, auch unsere Entscheidungen nicht.

Beginnen wir ein paar Jahre zuvor. Richtig, da war ich noch kein Vorstand. Der Stromschwund nahm immer mehr zu und die Mitglieder mussten immer mehr an Differenzen zahlen. Natürlich hat man bei nicht nur alten Leitungen immer einen Stromschwund. Das ist reine Physik und hängt mit Leitungslänge und Querschnitt der Kabel zusammen. Auch das Material der Kabel hat Auswirkungen darauf. So ist der Stromschwund bei alten Alu-Leitungen natürlich größer. Wer viel verbraucht, muss mehr bezahlen? Das wäre unfair, denn wie gesagt, der Stromschwund entsteht durch Leitungslänge, nicht durch Last. Das war aber in unserem Verein großes Thema. Wir beschlossen als Verein, dass wir eine Firma beauftragten, die eine Elektroprüfung der Vereinsanlage durchführten.

Tatsächlich wurde einiges gefunden, was nicht korrekt läuft. Leider war die Prüfung nicht sehr intensiv, sonst hätte man noch ganz andere Sachen festgestellt. Ich bin durch meine Ausbildung und meine Arbeit in einen Job reingerutscht, in einer Firma, in eine Abteilung, die sich mit Elektroprüfungen beschäftigt. DGUV3 ortsfeste- und ortsveränderliche Anlagen zu prüfen. Ich habe dort als Abteilungsleiter gemeinsam mit dem Programmierer der Software viele Änderungen vorgenommen und dadurch sehr viel Wissen natürlich auf dem Gebiet bekommen. So wusste ich schnell, wo der Fehler zu suchen war bzw. zu finden. Zugegeben, man musste kein Genie sein, und die Erklärung ist mehr als simpel, lag sie doch offensichtlich auf der Hand. So kam es dazu, dass sich der Verdacht bei der letzten Stromablesung erhärtete. Warum gab es welche, die so wenig Strom verbraucht haben? Ok, Sie haben eine Solaranlage, aber die ist nicht so leistungsfähig, dass man fast keinen Strom verbraucht. Zumal diese „Balkonkraftwerke“ ohne Zwischenspeicher betrieben werden. Wie kann das also sein. Der Vorstand veranlasste dann eine Prüfung des Stromzählers. Was soll ich sagen, unglaublich, aber es war so. Im Jahr 2024 gibt es immer noch Stromzähler ohne Rücklaufsperre. Immer wenn die Sonne scheint, läuft er also rückwärts und wenn sie nicht scheint, vorwärts.

Ist das schlimm? Für sich betrachtet nicht für die gesamte Anlage ja. Es entsteht eine Differenz zwischen Stromzähler und den Hauptstromzähler, der sich nicht rückwärts drehen kann. Die Differenz, richtig erkannt wird dann als „Kriechstrom“ umgelegt. Wie soll der Verein das auch sonst anders machen. Heißt das also das die Parzellen mit Solaranlagen weniger bezahlen? Sie können nur das bezahlen, was der Zähler beim Ablesen anzeigt. Was soll man sonst auch anderes berechnen. Sie sparen Geld, was die „Gemeinschaft“ bezahlen muss, die Differenz.

Für mich ist das unfair, und ich wollte die anderen Mitglieder davor schützen. Wir beschlossen also im Vorstand nach einigen Überlegungen, wie wir das machen können, das nur noch Stromzähler mit Rücklaufschutz eingebaut werden dürfen. Für Betreiber von Solaranlagen ist das sofort gültig.

Davon abgesehen das Balkonkraftwerke sowieso nicht zulässig sind im Kleingarten, aber ein Problem nach dem anderen. Wir versuchten das auch umzusetzen. Genau versuchten es. Bei allen ging das problemlos bis auf einen. Er verweigerte das. Also redeten wir auf ihn ein, bis er endlich ein Einsehen hatte. Vielleicht hatte er auch keine Lust mehr, mit uns zu diskutieren, wer weiß. Puh, geschafft, dachten wir, endlich ist dieser Betrug an den Mitgliedern vorbei. Betrug ist ein hartes Wort, ja ist es. Ich bin dennoch der Meinung, es ist Betrug. Betrug an den Mitgliedern der Gemeinschaft, weil er daraus einen persönlichen Vorteil zieht. Da ändert auch nichts die Ansicht, dass man der Gemeinschaft Strom zukommen lässt, wenn man selbst keinen verbraucht. Strom sucht sich den Weg des geringsten Widerstands, und ob dieser Strom anderen zugutekommt, kann niemand sagen. Wie gesagt, ich bin kein Jurist oder Rechtsgelehrter, mein rudimentäres Wissen im rechtlichen Bereich veranlasst mich dazu, die Vermutungen zu äußern. Zumal, als die Anlage installiert wurde, der letzte Vorstand dieses schon abgelehnt hat, den Bau dieser Anlage. Er hat sie dennoch gebaut. Aber es sollte noch besser kommen ……

Empathie zu radikal?

Was kann denn da noch kommen? Ob es jemand glaubt oder nicht, der Mensch ist grundsätzlich auf seinen eigenen Vorteil bedacht. So agiert ein Mensch in allen wichtigen Entscheidungen intuitiv, was für ihn dabei rauskommt. Bei dem einen ist das ausgeprägter als bei anderen. Allgemein funktioniert das menschliche Gehirn so, da es immer noch auf den Überlebensinstinkt programmiert ist. Dabei gibt es evolutionär einige, die mehr Empathie entwickeln und sich mehr Gedanken um andere machen und stellen die eigene Bedürfnisse zurück.

Bei seiner Genehmigung von EDIS steht sogar ganz klar in den Bedingungen, dass ein Zweirichtungszähler für den Betrieb installiert werden muss. Also ein noch hochwertigerer Stromzähler, als den der Verein fordert. Hat der Vorstand etwas falsch gemacht? Sind die Ansichten vom Vorstand richtig? Diese Meinung kann jeder für sich treffen. Zum Schutz der Gemeinschaft war es für mich der einzige Weg, die Mitglieder zu schützen. Radikal? Nein, es sollte noch viel schlimmer kommen. Erhielt doch der Vorstand eine E-Mail, in der stand entgegen den Absprachen, er würde den Zähler nicht tauschen und noch 2 Jahre, bis die Eichfrist des Zählers abgelaufen war, weiterhin betreiben. Das bedeutet jetzt was, fragt man sich. Er würde weiterhin für Stromdifferenzen sorgen, die die Gemeinschaft tragen müsse, zulasten aller. Ohne mich dachte ich. Ich empfand es als äußerst vereinsschädigendes und ehrlich gesagt schäbiges Verhalten. Also griff ich zum äußersten Mittel. Ich erließ eine „fristlose Kündigung“. Nicht um ihn wirklich zu kündigen, ich wollte ihn dazu zwingen, den Zähler zu tauschen. Im Vorfeld hatten wir das im Vorstand so besprochen, da wir keine andere Handlungsweise sahen, uneinsichtig wie er war.

Warte mal, es geht immer noch um denselben Menschen? Der gleiche, der zugesagt das? Ja um genau diesen geht es. Es ist schwer, die Ereignisse in Kürze zu fassen, da es so viele sind und so viele Gedanken und Entscheidungen daran hängen, wie auch Schicksale.

So wurde also die Kündigung zugestellt, darauf hin Widerspruch eingelegt, der Zähler getauscht und wie im Vorstand besprochen, die Kündigung auch wieder zurückgenommen.

Widerspruch! Was? Wieso widerspricht er der Rücknahme der Kündigung? Ja, er hat der Rücknahme widersprochen. Das ist mir suspekt. Habe ich was übersehen? Eine Lücke? Ich habe vorher recherchiert, Gespräche geführt, mit unserem Anwalt telefoniert, was war mir da entgangen? Telefon nehmen und Anwalt anrufen. Ein guter Freund, der mir schon oft unkompliziert weitergeholfen hat und deshalb auch problemlos für mich auf seiner privaten Nummer zu erreichen war. Mach dir keine Sorgen, das ist totaler Quatsch, beachte das nicht.  Puh ok, Haken dran.

Was soll ich sagen, ihr könnt es bestimmt nicht mehr hören, aber es kommt noch dicker, es war erst der Anfang und das Ende ungewiss …..

Pächterversammlung, oder wie begeht man einen Datenschutzverstoß…

Oh man, das ist wirklich viel. Ich hätte zu Beginn nicht gedacht, wie präsent das Ganze noch immer ist, wie gut mein Gehirn funktioniert. Wohl wissend, wie anstrengend das ist das Ganze vielleicht zu lesen, oder besser gesagt dem folgen zu können.

Lass ihn doch, sagte unser Anwalt, lass ihn das machen. Er begeht eine Straftat, und die muss er erst machen, bevor man aktiv werden kann. Wenn er Abstimmungen macht oder Verleumdungen gehen wir danach gegen ihn vor. Ich wollte das wirklich nicht. Aber wenn der Anwalt sagt, das ist das Beste, was will man dann machen? Wie gesagt, ich wollte das nicht. Die Unruhe, die es in den Verein bringt, die Verunsicherung, die Nerven, an denen es zehrt. Aber ich war baff. Die Johannisbeertante, die zweite Vorsitzende, unsere Schatzmeisterin und ich, haben im Internet etwas gefunden, ein Verein, dem es genauso erging. Geplagt von Willkür des Verbandes. Das passt wie „die Faust aufs Auge“ auf uns. Wir druckten dieses ab, formulierten noch einen Text dazu, schickten es per Rundmail an unsere Mitglieder. Über die Rückmeldungen war ich wirklich baff. Was sollen wir da, du bist unser Vorsitzender, du vertrittst uns, hieß es überwiegend.

Auf der Einladung, von der der Vorstand wie alle Mitglieder per Brief erfahren haben, stand kein Grund. Wozu sollte diese eigentlich sein? Welchen Zweck sollte sie haben. Warum wurde das im Vorfeld nicht mit dem Vorstand abgesprochen. Gerüchte kursierten daraufhin wild umher. Rein logisch konnte es nur um Grundstücksfragen gehen. Bei uns wurde ja die Grenze zum Nachbarn neu vermessen, und vielleicht hatte es damit zu tun. Nein, zu logisch gedacht. Überraschenderweise gab es einige im Verein, die mehr zu wissen schienen. Die andere dazu aufstachelten, dass Sie unbedingt kommen müssen. Warum machten sie das, was wussten sie? Ungläubig schrieben einige den Verband an, um den Grund zu erfahren. „Der wird Ihnen auf der Versammlung mitgeteilt“. Huch, Vereinsrecht? Schon einmal etwas davon gehört? Es gibt eindeutige Regelungen dazu. Aber warum sollte man sich plötzlich an Regeln halten, wieso jetzt damit anfangen?

Wir haben also die Versammlung besucht, der gesamte Vorstand. Hörten zu, erwiderten die Lügen, die falschen Anschuldigungen und versuchten es sachlich. Sogar rausschmeißen wollte er mich, was ich gekonnt ignorierte, ich blieb einfach sitzen und ließ mich nicht beeindrucken. Mit der Security drohte er sogar, aber was war geschehen? Nun ja, ich widersprach ihm, stellte die Dinge richtig, wie sie auch geschehen waren. Das konnte er natürlich nicht zulassen. Auch wenn einige Mitglieder da waren und nur zugeschaut haben, ich stelle mich vor allen Mitgliedern, egal wie sie denken. Wir sitzen alle im selben Boot, und ich mache ihnen nicht mal einen Vorwurf, wenn sie auf ihn reinfallen. Ist er doch der Chef vom Verband, der muss es wissen. Ja, so dachte ich auch mal. Aber gehen wir noch einmal zurück, nachdem die Briefe zugestellt wurden. Es erreichten den Vorstand Beschwerden darüber. Nicht ungewöhnlich mag man denken, dachte ich erst auch. „Wieso wurde meine Frau von Verband angeschrieben?“ Hieß es ganz oft, woher haben die ihre Adresse? Ein Punkt, der mich stutzig machte, und sehr ärgerlich, wusste ich doch keine Antwort darauf. Ich konnte es mir nicht erklären In den Pachtverträgen? Geprüft, nein steht sie nicht. Woher sollten sie die Adresse also sonst haben? Im Vorstand besprochen, dann kamen wir gemeinsam drauf. Also daher ehemaliges Vorstandsmitglied. Ich beschuldige niemanden ohne Beweise, also ab zur Staatsanwaltschaft, sollen die das klären und die Beweise finden. Dafür werden sie bezahlt.

Nun schließt sich auch der Kreis wieder zur Pächterversammlung. Es ist einfach, diese Pächterversammlung hatte das Ziel, Unterschriften zu einer Abwahl des Vorsitzenden zu sammeln. Unterstützt vom Verband Voldemort und unseren Stromzähler Solaranlagenbetreiber. Machen sie gemeinsame Sache gegen mich? Ok, damit kann ich gut leben, aber das sie damit den Verein Schaden zufügen, den Mitgliedern Schaden zufügen, das geht nicht!

Alles in allem war diese Versammlung ein Einprügeln. Einprügeln auf den gesamten Vorstand, nicht nur auf mich. So jedenfalls in meiner Wahrnehmung …

Rückblickend war es noch schlimmer …

Die Ereignisse überschlagen sich mittlerweile, und das nicht im positiven. Es folgt derzeit eine Eskalation auf die andere, es ist steigerungsfähig, musste ich mit jeder Eskalation feststellen.

Also, was haben wir bisher? Freunde die sich als Feinde entpuppen, einen Voldemort der jeden denunziert und sich über alles aufregt und mit dem Verband gegen den Vorstand arbeitet und die Gemeinschaft verrät, Besuche vom Verband ohne Benennung von Gründen, selbst auf mehrfaches nachfragen nicht, Lügen und Heuchelei, ich liebe es wenn man mir ins Gesicht lügt obwohl ich die Wahrheit längst kenne, Schließzeiten und der sich daraus ergebenen Probleme, einen Landesverband, dem es egal ist, was mit seinen Vereinen passiert, einen Baustopp, einen Verband, der wider besseren Wissen handelt und ungerechtfertigt gegen die vorgeht, die ihn bezahlen und lieber auf Denunzianten hört, verlorene Post oder nicht bearbeitete Post, kann sich jeder seine eigene Meinung bilden. Strom und Solarbetreiber, die auf Kosten ihrer Mitglieder leben, eine Pächterversammlung mithilfe von illegalen Informationen.

So nüchtern betrachtet schon einiges vergessen wir dabei auch nicht, wie die einzelnen Sachen gewirkt haben, welche Arbeit diese verursacht haben, welchen Stress und die Unruhe, die es bis dahin in den Verein und auch in den Vorstand gebracht hat. So manches Mal hat sich von uns der eine oder andere dabei erwischt, „wozu mache ich das ganze überhaupt?“. Das ist menschlich, an diesen Punkt kommt jeder einmal, nicht nur im Verein, auch im Job oder in der Familie. Was muss ein Vorstand alles ertragen, was kann er ertragen und wann ist die Grenze erreicht?

Ich frage mich das ehrlich gesagt bei den ganzen Angriffen vor allem die Tatsache, dass es mit Unterstützung von Mitgliedern des Vereins kommt. Richtig gelesen, mit Unterstützung von Vereinsmitgliedern. Hast du nicht aufgepasst beim Lesen? Und das alles nur weil wir Kandidaten eingereicht haben zur Vorstandswahl beim Verband? Das ist als Frage formuliert, denn wissen tun wir es nicht, müssen wir auch nicht, der Verdacht liegt auf jeden Fall nahe. Und die gegen uns aus den eigenen Reihen schießen und Handlanger bzw. der verlängerte Arm des Verbandes aktuell sind, begreifen die Zusammenhänge nicht, und wozu sie missbraucht werden. Werden sie auch nicht verstehen, da sie es gar nicht wollen. Klingt verwirrend, nicht wahr? Zugegeben, einfach ist es nicht dem zu folgen. Deshalb der Reihe nach …

Wer hat den größeren …

Bei einem Rückblick neigt man immer dazu, die Geschehnisse zu verharmlosen, es nüchtern und neutraler zu sehen. Das ist auch nicht weiter schlimm, hilft es doch, die Dinge zusammenfassender schreiben zu können. Ich denke, man merkt, wie sehr uns alle das belastet, schließlich geht es uns allen um unsere Gartenanlage, unsere Mitglieder und letztendlich auch um unsere Parzellen. Ein kluger Mann sagte einmal „Alle Jobs haben etwas gemeinsam, sie müssen gemacht werden, so gut es geht.“. Weise Worte, wenn man darüber nachdenkt. Nicht nur Top-Manager oder Bäcker, es betrifft alle. Was wäre, wenn die Reinigungskraft nur die Hälfte macht, das Brot kleiner ist, dann wäre das Geschrei groß. Genauso in einem Vorstand im Verein.

Den Job so gut zu machen, wie es geht, und um diesen so gut zu machen, haben uns der Gesetzgeber und der Landesverband wie auch der Verein Werkzeuge an die Hand gegeben.

Bundeskleingartengesetz, Rahmengartenordnung und die Satzung. Natürlich nicht zu vergessen, das Vereinsrecht, das BGB, das Verwaltungsgesetz usw. Woraus sich viele Dinge ergeben, nachdem ein Vorstand handeln und tätig werden muss.

Aber was wäre denn, wenn man gegen die eigene Satzung verstößt, gegen bestehende Gesetze, um vielleicht sein persönliches Interesse über alles andere zu stellen? Zugegeben, das ist auch eine Vermutung, aber anders ist es nicht zu erklären in meinen Augen. Wieso führt man eine Wahl, die automatisch alle 3 Jahre stattfinden muss, laut Satzung nicht durch? Ein Aufruf zur Kandidatenfindung kam jedenfalls per E-Mail an alle Vereinsvorsitzenden. Ihr werdet meine Verwunderung verstehen, warum dort nicht der erste und zweite Vorsitzende zur Wahl stand. Stehen die automatisch schon fest? Ich fragte also beim Verband nach. Ihr ahnt es sicherlich. Es war kurz bevor die Besuche in unserer Gartenanlage begannen. Zufall? Nein, das fällt einem erst im Nachhinein auf. Oftmals stellt man im Nachhinein Zusammenhänge erst fest.

Ich bekam als Antwort das auch alle anderen Positionen zur Wahl stehen. Super dachte ich, und reichte meine Vorschläge ein. Aber Moment mal, was war das für ein Passus dort. Sie wollen die Kandidaten einladen und feststellen, ob sie geeignet sind? Sollen jetzt Unbequeme aussortiert werden? Übersteigt meine Fähigkeit das zu verstehen. Kandidaten sind Kandidaten, und die Mitglieder wählen Sie, seit wann findet eine Vorauswahl statt? Ok schwamm drüber, ich stellte Kandidaten auf und reichte diese Liste ein. Warum auch nicht, taten sie sich doch in der Vergangenheit schwer, Kandidaten zu finden. Sind doch bestimmt froh, dass ich Vorschläge für alle Positionen machen konnte. Jeder Verein hätte sich gefreut, juhu alle Posten besetzt. Es gibt noch welche, die das machen wollen. Wie oft hing ein Aushang in unseren Schaukästen, Kandidaten gesucht, Bürokraft gesucht. Viel zu oft.

So begannen dann die Repressalien gegen mich, gegen die Kandidaten, gegen Vereine. Ja, es zog weite Kreise. Bei den Kandidaten aus meinem Verein stehe ich davor, da kommt er nicht ran. So lange wie ich da bin, kann er sie nicht mürbemachen, wie in anderen Vereinen versucht. Ob es die willkürliche Aberkennung von Befähigungen ist, entlassen von Mitgliedern, Kündigen von Vereinsmitgliedern wozu nur der Verein berechtigt, ist per Mitgliederbeschluss, alles nicht wichtig. Man macht es einfach. Ganz zu schweigen von willkürlichen Abmahnungen verteilen, auf der sogar die Vereine verwechselt werden und man sie erneut schreiben muss und sie dann immer noch nicht richtig sind. Peinlich, ehrlich gesagt. Das erklärt aber auch, warum ich als Vorsitzender wegmuss. Ich bin zu gefährlich, ich kenne die Gesetze zu gut. Alles hat einmal ein Ende, und so bin ich jetzt an dem Punkt, an dem ich zurückschlage. Lange Zeit habe ich deeskalierend viel über uns ergehen lassen und nicht wirklich dagegen etwas unternommen, außer mit einigen Briefen auf die Umstände hinzuweisen. Das war harmlos. Stand heute ist der Punkt erreicht, um mit voller Härte zurückzuschlagen.

Stand heute geht es an die Anlage, die Mitglieder, den Verein, den ich sonst nicht mehr länger beschützen kann. Der Entzug der Verwaltungsvollmacht ist vollzogen, und jetzt reicht es! Ist es nicht Wahnsinn, dass jetzt der Verein zerstört wird und die Handlanger aus dem eigenen Verein, die Verräter alle Mitglieder hintergehen und sich zum Spielball machen lassen? Auch Ihre Parzellen, ihre Wertanlage, ihre Freizeit wird zerstört. Ihre eigene Oase. Wenn der Verein untergeht, gehen alle unter. Warum begreifen sie das nicht, frage ich mich. Sind sie geistig so unbewaffnet, dass sie es nicht verstehen können? Oder geht es hier einzig um die Frage, wer hat den größeren? Entschuldigung, das war unsachlich. Ok zur Vollmacht später mehr …

Wenn der Tag viel zu früh beginnt …

Der Fernseher ist aus. Na gut mache ich ihn eben wieder an, etwas kann man ja noch schlafen, es ist ja noch nicht einmal 5 Uhr. Warum geht er nicht an? Oh man das nervt gerade etwas wach geworden, gehen die Probleme los. Erst einmal Licht an machen, damit ich was sehe. Wieso geht das Licht nicht? Oh man am frühen Morgen so ein Mist.

Also aufstehen und mal schauen. Strom weg, wieso was ist los. Plötzlich ging das Licht und der Fernseher an. Super, er ist wieder da, hinlegen und noch etwas Schlaf bekommen. Ruhe. Was nun? Fernseher aus. Nicht schon wieder. Ja, der Strom war wieder weg. Da kommt eine Nachricht. Die Regentrude, „Hast du Strom?“ fragte sie. Ok scheint was Größeres zu sein, es folgen einige Sprachnachrichten zwischen uns.

Nebenbei anziehen und mal vor die Tür gehen. Ich wollte zur Schule rüber schauen, ob dort Strom ist. Man sieht es ganz gut, an der Außenbeleuchtung, auch dort alles dunkel. Muss wohl größer sein das Problem. Ich wollte gerade wieder in meinen Garten, da kommt auch schon Voldemort angeschnauft. Sichtlicher erregt brüllt er, ich habe es doch gesagt, jetzt hat er die ganze Gartenanlage einen Kurzschluss verursacht.

Brüllend und stampfend hielt er auf mich zu. Alter, was willst du von mir, es ist noch nicht einmal 5 Uhr. Ich bin überhaupt nicht wach und schon gar nichts in der Lage, geistig dich zu ertragen. Er hätte es vorhergesagt, er hatte mal wieder recht und was nicht noch alles. Ich habe es vergessen.

Unser Gehirn funktioniert genial, es merkt sich nur die wichtigen Sachen und fast immer nur die schönen. Um uns selbst zu schützen, blenden wir unwichtige und unschöne Ereignisse aus. So wie hier geschehen. Ist nicht sein Ernst, früh um 5 Uhr belästigt er mich, weil der Strom weg war? Ich bin der Vorsitzende, aber gibt es ihm das Recht, mich um 5 Uhr morgens aus dem Bett zu holen? Würde er sich das bei anderen auch trauen, oder bin ich einfach nur zu lieb?

Ich sammelte mich und holte aus, merklich genervt, „komm mal mit“. Ich ging mit ihm zu unserer Einfahrt, von dort kann man die Schule gut sehen. „Siehst du dort, die Schule hat auch keinen Strom“. Es liegt nicht an unserer Anlage und nicht an seinen Feind. Irgendwas hat er noch gesagt, aber wie schon gesagt, unser Gehirn ist ja clever. Und nichts ist unwichtiger als das was Voldemort sagt. Wieder im Garten kam der Strom wieder und ging wieder weg. Ok, sie arbeiten dran scheinbar.

Kurz im Internet geschaut und da stand großflächiger Stromausfall. Ich dachte, ich stelle das mal schnell in meinen Status, damit andere aus unserer Anlage auch Bescheid wissen. Mit der Regentrude noch etwas telefoniert und wir konnten es beide nicht fassen, mussten die Situation noch einmal Revue passieren lassen. War das jetzt wirklich geschehen? Um nicht mal 5 Uhr renne ich zum Vorsitzenden, denunziere wieder andere völlig falsche Anschuldigungen und hole den aus dem Bett, weil ich ja der wichtigste Mensch bin, ich darf mir alles erlauben. Unglaublich, aber wahr und so typisch für ihn. „Synapsen-Defizit-Syndrom“. Ok, ich habe keine Ahnung, ob es das Wort wirklich gibt, aber es klingt besser als sein Gehirn ist falsch verkabelt oder noch einfacher, er ist einfach nur dumm.

Was machen wir nicht alles für unsere Mitglieder, die Regentrude und ich haben schon so einiges in unserer kurzen Amtszeit bis dahin durch, das war nur ein Erlebnis von vielen, aber es trägt zum Verständnis des Gesamtbildes bei. So aufstehen und fertigmachen für die Arbeit. Ja, im Gegensatz zu anderen, die viel Zeit haben, um Dinge zu finden und Leute zu denunzieren, habe ich einen Job, einen Vollzeitjob.

Im Laufe des Tages machte ich mir natürlich über die Geschehnisse meine Gedanken. Voldemort, sein Feind war im Begriff, seinen Bungalow zu sanieren. Gegen den geht er ja wegen Schwarzbau vor, und nicht nur bei mir. Er beschwert sich bei fast jeden darüber. Meine Gedanken kreisten darum und den Stromausfall. Also beschloss ich den Bau und vor allem den Stromanschluss zu kontrollieren.

Wie schon erwähnt darf ich aufgrund meiner Ausbildung mit Strom sogar schalten, bis 400 Volt darf ich an Anlagen tätig werden. Ich stellte fest, dass der Schwarzbau-Typ etwas schlampig war und wenn es regnet, könnte durchaus eine Gefahr bestehen. Ich schaltete auf der Parzelle den Strom ab und informierte ihn. Am nächsten Wochenende kam er raus und gemeinsam mit unserem Elektriker verkabelte er alles korrekt und schalteten den Strom wieder zu. Erledigt. Wieder was geschafft. Der Schwarzbau-Typ ist echt ein ganz netter und lieber, und ich rede offen mit ihm über das, was geschehen war und warum er so aufpassen muss. Damals dachte ich noch wirklich, dass es erledigt sei und er weiter sein Bungalow sanieren kann und es auch vorwärtsgeht. Weit gefehlt, es sollte noch dicker kommen …

Der Schwarzbau-Typ …

Bleiben wir beim Schwarz-Bau Typ. Erinnert ihr euch an den ungerechtfertigt verhängten Baustopp? Was musste der Schwarzbau-Typ alles durchmachen wegen Voldemort. Wir freuten uns alle in der Gemeinschaft, dass es jemanden gab, der sich diesem Bungalow angenommen hatte. Es war eine Herausforderung, war er doch in einem wirklich schlimmen Zustand und bedeutete viel Arbeit. Der Vorbesitzer hatte viel daran gebastelt, aber es einfach nicht wirklich geschafft. Es tropfte immer noch durch das Dach die Wände, alles war nass und feucht. Vor der Bewertung prüfte ich alle Unterlagen, welche Bauanträge gab es, welche Genehmigungen und wo ich sie bei der Hand hatte, digitalisierte ich die Unterlagen auch gleich.

Am Tag der Bewertung bestanden wir darauf, alles musste er abreißen, wofür es keine Baugenehmigung gab. Für den Schwarzbau-Typ echt kein Problem, wow, ich dachte, es wird schwieriger, ihn zu überzeugen. So musste er den angebauten Schuppen am Bungalow entfernen und die Koniferen. Aber er und seine Frau waren verständnisvoll, aber dennoch erklärte ich beiden, warum und wieso es im Kleingarten nicht erlaubt ist, und warum es diese Regeln gibt.

Das haben sie auch konsequent umgesetzt. Leider war Voldemort der Nachbar zu ihnen nach hinten. Und so beschwerte er sich bei mir, bei der Regentrude, bei der Schatzmeisterin eigentlich bei jedem. Jedem Gartenmitglied, bei dem er noch Gehör fand, erzählte er, das es ein Schwarzbau sei und der Vorstand einfach nicht dagegen machen würde. Es ist ihm egal, ob ich alle Bauunterlagen geprüft hatte, er hatte schließlich recht. Beschwerde beim Regionalverband nicht nur über die Sanierung und in seiner Wahrnehmung des Schwarzbaus, sondern auch über mich. Mehrfach. Viele E-Mails landeten dort.

Ein Brief des Regionalverbands. Sie antworten mir, ich gespannt was. Ich dachte wirklich, ich bekäme mal Antworten. Weit gefehlt, es ging um Grenzvermessung beim Grünabfall-Grundstück, bei einer Parzelle wegen Bewertung und um den Schwarzbau-Typen. Freitag erhalten Dienstag um 10:00 Uhr Termin. Wie sollte das denn bitte gehen, wir sind alle arbeiten. Wir haben alle noch einen Job im Vorstand. Seit wann wurden Termine auch nicht mehr abgesprochen im Vorfeld, sie wissen doch, das wir arbeiten gehen, oder war das die Absicht? Von uns konnte also niemand, schon gar nicht so kurzfristig. Es würde auch die Pächter schützen. Wir konnten in der Zeit auch den Pächter, der leider verstorben war, seinen Sohn auf die schnelle nicht erreichen und schon gar nicht alle Unterlagen beibringen. Man weiß auch nie, welche Unterlagen der Pächter hat und welche der Vorstand, also sollten alle Beteiligten genügend Zeit haben um diese Zusammenzustellen. Das ist dem Verband sehr wichtig, wie er es in der aktuellen Sitzung an diesem Samstag betont hat. Richtig, ihr werdet euch fragen, was soll das dann alles? Haben wir uns auch gefragt.

Wir kamen dann auf die Idee, den Verband an dem Tag zu beobachten, viele Pächter und auch die Johannisbeertante übernahmen das und berichteten dann. Wie sich rausstellte, passierte wenig, das Grundstück wurde wohl vermessen, die Parzelle von dem Schwarzbau-Typen haben sie von außen angeschaut und sind dann wieder gegangen. So kam es zu dem Baustopp. Wie gefährlich sein Verhalten für die gesamte Anlage ist? Brachte sogar die Frau vom Schwarzbau-Typ zum Weinen, da reichte es endgültig. Die zweite Abmahnung für sein Verein störendes Verhalten zuzüglich ein Ordnungsgeld, wozu der Vorstand laut Satzung berechtigt ist.

Wir reden viel im Vorstand über die ganzen Sachen, die passieren. Ich weiß nicht, ob jemals irgendwo ein Vorstand so viel besprochen hatte oder besser gesagt zu besprechen hatte. Aber nicht nur im Vorstand, ich mit einigen lieb gewonnen Mitgliedern rede ich noch immer viel. Sie geben mir Rückhalt. Wie gerne würde ich jetzt einen Kaffee trinken gehen und einfach mich zurückziehen.

Aber nächste Woche gehe ich zu meinen Mamas und zum bärtigen alten Mann und seiner Familie. Darauf freue ich mich schon. Trotz seiner Eigenarten ist mir die ganze Familie lieb geworden und er spricht Dinge manchmal so schön klar aus. Das ist erfrischend.

Der tote muss das unterschreiben …

Es ist wieder einmal spät geworden, meine Gedanken kreisen, suchen Lösungen, Auswege für diese Situation. Es ist nicht einfach, Lösungen zu finden, wenn sich der Gegenüber nicht an Regeln, Satzung oder Recht und Gesetz hält. Welche Möglichkeiten hat man dann? Genauso unfair zu kämpfen? Nein, das würde ich nicht tun. Ich kann und ich will mich nicht auf dieses Niveau begeben, ich möchte mir morgens noch selbst in den Spiegel schauen können.

Man muss sich vorstellen, man macht es nach Vorschrift bemüht Bücher, Gesetze und Satzungen, liest sich die Beschlüsse das letzte Jahr im Verband durch und handelt danach. Viele Tage und gerade auch Nächte vergingen dahin. Genau richtig gelesen, Beschlüsse des Verbandes habe ich zu Hause in den Unterlagen. Früher wurden gefasste Beschlüsse den Vorsitzenden mitgeteilt und zugestellt. Heute gibt es das auch nicht mehr. So habe ich einen Beschluss gefunden, viele Jahre zurück, aber dennoch gültig. „Pachtverträge dürfen nicht auf Zeit abgeschlossen werden“. So lautet der Beschluss. Vom Vorstand vom Verband.

Meine Verwunderung könnt ihr jetzt nicht nachvollziehen, verstehe ich. Ok, dann mache ich euch schlau. Der letzte Vorstand kämpfte beim Verband wegen einer Parzelle, die leer steht. Genauer gesagt seit 2019, steht Sie leer, seit also nunmehr sechs Jahren.

Wir haben bis dahin Mahnungen und Rechnungen geschrieben, eine Adressermittlung gemacht, immer wieder mit dem Verband darüber gesprochen, was man tun kann. Meine Mitglieder fragen mich ja fast täglich, was mit der Parzelle nun ist, denn sie verwildert zusehends. Nachbarn sind genervt, weil das Unkraut durchwächst, Gartenfreunde nervt dieser Anblick und mich, dass ich diesen Umstand derzeit nicht ändern kann. Leider beharrt der Verband darauf, dass erst der Eigentümer ermittelt werden muss, der Pächter. Ihm gehöre es und er hat einen gültigen Pachtvertrag. Der Gesetzgeber habe beschlossen, dass seit 2022 keine Pachtverträge auf Zeit mehr rechtmäßig sind. Nach einigen Recherchen ergab es sich, dass der Pächter nach diesem Urteil sein Anspruch hätte anmelden müssen. Was er bis jetzt nicht getan hat. Auch auf Rechnungen oder Mahnung nicht reagiert hat. Wieso sollte er denn auch, hat er doch keinen Pachtvertrag mehr. Aber das wollte der Verband nicht wissen, sie haben Recht und ich habe Pech gehabt. Verstehe ich langsam, dass mein Vorgänger dann gesagt hat, es ist mir egal. Man verliert die Lust bei dieser Willkür. Also die Frage, was nun machen? Einzige Chance, es den Mitgliedern zu erklären. Letzte Möglichkeit mit einem Anwalt dagegen vorgehen, vielleicht wäre es auch hier angebracht. Ich weiß es nicht, bin da hin und her gerissen.

Wo wir gerade bei unverständlichen Sachen sind, die der Verband vor sich gibt. Als letztes Jahr ein Pächter verstarb, stellten wir einen Antrag auf Bewertung, ist ja Vorschrift. Wir ließen dann den Sohn als Erbe des ganzen unterschreiben. Ihr werdet es nicht glauben, ich wäre fast vom Stuhl gefallen. Sie wollen gegen den Verein wegen Urkundenfälschung vorgehen. Ja, wirklich! Weil der abgebende Pächter unterschreiben muss, so die Aussage. Glaubt mir eins, mir fehlen selbst beim Schreiben die Worte, weil mich Mama zu einem höflichen Menschen erzogen hat. Der abgebende Pächter, der verstorbene Pächter, muss diesen Antrag unterschreiben. Jetzt sollte wohl jeden endgültig klar sein, dass hier die pure Willkür gegenüber unserem Verein herrscht. Nicht nachvollziehbar!

Was machen wir nun? Auch hier mit einem Anwalt vorgehen? Nein, wir haben den Erben aufgefordert, sich selbst mit dem Verband auseinanderzusetzen. Ich weiß zwar nicht, ob er es macht, da ich glaube, dass er genauso keine Lust mehr darauf hat wie wir. Auf Nachfragen, wie der Stand ist, bekomme ich auch dazu keine Antworten mehr. Leider üblich geworden.

Sollte man aufgeben, oder sollte man weiter Lösungen suchen und hoffen? Aufgeben ist keine Option für mich, also lasse ich erst einmal liegen und kümmere mich um die ganzen anderen Dinge, die noch offen sind. Die Frage kommt bei mir immer öfter auf, warum sind wir noch in diesem Verband. Nur fünf Jahre die Mitgliedergelder für den Verband zurücklegen und der Verein könnte ein super Vereinshaus bauen. Aber das Vereinshaus funktioniert vielleicht bald. Ich habe Fördertöpfe gefunden und Fördermittel beantragt. Durchaus möglich, dass uns mehrere Tausend Euro dafür bewilligt werden. Wenn nicht, finde ich noch weitere Fördertöpfe. Genau auch ein Teil der Vereinsarbeit, den wieder niemand sieht, allein das Suchen nach solchen Töpfen kostet Zeit. Es sagt die niemand, wann und wo es einen Fördertopf gibt. Auch hier bei der Gemeinde habe ich Anträge gestellt, für unser Sommerfest gibt es Möglichkeiten, Zuschüsse zu beantragen. Diese sind übrigens einfach zu stellen, für andere Anträge sitzt man ganz schön lange und man muss Unterlagen suchen und einreichen. Ich mache das meistens gerne, meistens. Zurzeit eher nicht, wird doch von einzelnen Vereinsmitgliedern so viel sabotiert. Wie soll man dann noch so viel private Zeit investieren. Ich glaube, ihr versteht langsam, warum ich mich die Frage stelle …


Ich habe es versprochen …

Ich muss an dieser Stelle mal etwas in die Gegenwart springen, hatten wir doch am Samstag eine Beratung der Vereinsvorsitzenden. Das ist völlig normal, diese findet jedes Jahr im Februar statt. Dort soll auf Neuerung in den Gesetzen und Vorschriften hingewiesen werden und führt meistens zu regen Diskussionen. Dafür soll dieses Forum ja auch schließlich dienen und ist in meinen Augen eine sinnvolle Veranstaltung in der Vergangenheit. Nun erhielten wir die Einladung und stellt euch unsere Verwunderung vor, da heißt es „Stand Gericht zum Baustopp-Typen“. Gericht? Welche Verhandlung, welches Gericht, welches Verfahren? Der Vorstand weiß von nichts, der Baustopp-Typ weiß von nichts, also was ist da los? Ich suchte sicherheitshalber alle relevanten Unterlagen zusammen. Alle Bauanträge, alle Post und Verkehre, dazu die unzähligen Nachfragen und Protokolle. Ich kam dann tatsächlich zu der Schlussfolgerung, er will mich dort provozieren. Das ich damit nicht ganz falsch liegen sollte, stellte sich dann auch leider so dar. Jedenfalls der Eindruck erhärtete sich in meiner Wahrnehmung, aber dazu kann sich jeder ein eigenes Bild machen am Ende.

Es standen die Themen darauf wie verstärkte Kontrollen, kleingärtnerische Nutzung, Vorgehensweise bei Feststellung von Schwarzbauten, Bauanträge, Begehungstermine und Einzelgespräche.

Man merkt schon, dass es vielleicht genau auf die gesamte Situation in unserer Anlage passt. Ich nahm also alle notwendigen Papiere für diese Themen mit. Das war eine Vorbereitung, viel Telefonieren mit dem Vorstand und der Johannisbeertante im Vorfeld, um gewappnet zu sein. Man weiß nicht, was kommt. Die Strategieüberlegung führte uns dazu, nicht die Regentrude mitzunehmen wie als erstes angedacht, da wir beide ja immer zu diesen Veranstaltungen gingen, sondern ich nahm unseren Schriftführer mit. Ihr erinnert euch, ehemaliger zweiter Vorsitzender und absolut kompetent mit seiner Erfahrung sowohl im Kleingartenwesen wie auch im Berufsleben als hochrangiger Beamter, von mir sehr geschätzt. Eine weitere Überlegung, der ich mich, dann beugte, ich halt die Klappe, ich sage nichts und höre nur zu. Wir sind uns alle bewusst gewesen, dass es nur bis zu einem gewissen Punkt funktionieren wird. Man kann sagen, ich bin schon irgendwo ein Löwe, der sich vor seinen Mitgliedern stellt und gerade Ungerechtigkeit noch nie hinnehmen konnte. Nicht mal in meiner Kindheit, aber das ist ein anderes Thema. Die Strategie stand, die Unterlagen waren zusammengestellt.

Angekommen nahmen wir Platz, üblicherweise findet 20 min lang ein Frühstück statt mit belegten Brötchen und Kaffee. Eigentlich eröffnet man die Sitzung doch und lädt zum Frühstück ein, kein Wort. Ok, dachte sich alle und bedienten sich an dem Buffet. Man merkte, wie zögerlich die Anwesenden waren und als einige den Anfang gemacht haben, sind die anderen dann auch los. Ich nahm mir nur einen Kaffee, ich esse um diese Zeit meistens nichts. Kaffee nahm ich auch nur einen, da er mir nicht schmeckte und ich habe ja auch eigenen Kaffee dabei, weil ich Milch wohl aktuell nicht vertrage. Ich nehme für meinen Kaffee ja grundsätzlich spezielles Milchpulver. Hat also auch nichts mit Unhöflichkeit zu tun. Aber das nur am Rande.

Wir gingen noch schnell eine rauchen und die Sitzung begann. Huch, der erste Versprecher oder Absicht? Willkommen zur Aussprache? Welche Aussprache? Er korrigierte sich zur Beratung“. Aha, na, das fängt gut an. Er stellte auch die Gäste vor. Oftmals ist der Landesverband dabei. Diesmal doch völlig unbekannte Beisitzer sind es. Mitglieder der Schlichtungskommission. Wieso das? Erinnert ihr euch unsere Vermutung der Provokation? Also weiter in der Veranstaltung. Er erzählte, wie er auf der Stadtverordneten-Versammlung alles so schön seinen Vortrag gehalten hat und wie toll er das gemacht hatte. Nun ja, das war dieselbe Rede, die er vor einem Jahr schon einmal gehalten hat. Schon da sprang er von Thema zu Thema, zusammenhangslos, ja fast schon etwas wirr. Zum Ende seines Monologs erwähnte er beiläufig, auch der Gartenverein Briesen hat dort dasselbe noch einmal erzählt. Wie jetzt, was habe ich nicht mitbekommen? Der Gartenverein Briesen, wir haben zwei. Ok, egal, aber warum hätte ich dasselbe gesagt wie er? Er war doch auf der Veranstaltung und hat mitbekommen, was ich gesagt habe, und nicht nur er. Auch zwei andere vom Vorstand haben meine Worte gehört.

Ich habe nicht dasselbe gesagt, ich habe mich auf einer ganz anderen Ebene bewegt, politisch, indem ich einen Antrag auf soziale Verträglichkeit der Gebührenerhöhung vom Abwasserverband geprüft werden soll, in die Fraktionen gebracht. So das ich erreicht habe, dass mehrere Fraktionen sich dem Annehmen und dieses in die Stadtverordnetenversammlung als Antrag zur Abstimmung einbringen werden. Zudem haben wir jetzt mehrere Mitglieder und Gemeinden, die einen Sitz im Abwasserverband haben, hinter uns stehen und somit gegen die Erhöhung stimmen werden. Wir haben dadurch jetzt die Stimmmehrheit. Das ist etwas ganz anderes als seine Rede, die er nur gehalten hat, zumal das Thema nicht auf der Tagesordnung stand, machte solch eine Rede wenig Sinn, aber ok, hat es versucht und sich in Erinnerung gebracht. Schaden kann es ja nicht! Aber ganz ehrlich, das sind doch schon zwei enorm unterschiedliche Dinge. Übrigens war es auch die Empfehlung auf der Veranstaltung vom Landesverband dazu, dass man die Ortsbeiräte und Fraktionen hinter sich bringen sollte. Man glaubt gar nicht, wie es mir auf der Zunge brannte, etwas dazu zu sagen. Aber nein, ich habe es versprochen.

Hierzu gab es noch zwei Wortmeldungen zum Abwasserverband, nicht gravierendes.

Ich blieb ruhig, wie ich es versprochen habe …


Eigenartige Versammlung …

Die Versammlung war noch nicht zu Ende, es kamen noch einige Punkte, und viele Merkwürdigkeiten.

Ok, Thema Schwarzbau-Typ. Hier heißt es auf der Versammlung plötzlich bloß, man überlege, ob man gerichtlich dagegen vorgehe. Aha, und ich dachte schon, was man auf die Einladung schreibt, stimmt auch. Wie konnte ich auch nur einmal wieder darauf hereinfallen. Man überlegt bis zu Auskunft zum Gerichtsstand, in meinem Verständnis sind die zwei ganz unterschiedlichen Sachen. Ruhe, kein Wort von mir, von ihm. Er machte eine Pause, keine Reaktion. Erwartete er eine? Ok weiter im Text. Ungewöhnlich ruhig, die anderen Vorsitzenden hörten nicht wirklich zu. Tuschelten untereinander, aber so wirklich interessant fand es scheinbar niemand. Das ist wirklich ein ungewöhnliches Vorgehen. Gerade Schwarzbau und Bauanträge sind immer ein brennendes Thema, was die Vorsitzenden immer nutzen, um einige Fälle durchzusprechen, aber nichts. Auch der Verband schien verwundert, dass keine Nachfragen kamen. Ok zugegeben, einer hatte eine Bemerkung zum allgemeinen Bauantrag, ob man nicht etwas aufnehmen können, aber mehr kam nicht. Auch von mir nicht, und ich hätte so viel zu bemängeln gehabt. Alles, was sie gesagt haben, ist überwiegend richtig, und wieso machen sie es bei uns dann nicht so, wie sie es eben geschildert haben? Schweigen, ich habe es versprochen.

In der Raucherpause standen alle in kleinen Grüppchen untereinander. Wieso standen sie nicht zusammen wie sonst auch immer? Nein, sie blieben unter sich alle. Sehr ungewöhnlich normal tauschen sich die Vorsitzenden aus. Wir standen mit einigen aus anderen Vereinen jedenfalls wie immer zusammen und redeten darüber. Puh, endlich etwas Luft machen, freute ich mich. Zustimmung von den anderen Vereinen, das tut gut. Aber man merkt, dass da irgendwas anders ist als sonst. Läuft da etwas im Hintergrund? Wer weiß …

Nach der Pause sprang er wieder in den Themen hin und her, nicht wissend, was er schon gesagt hat, so der Eindruck. Er vermischte Themen und erzählte alles mehrmals, und schließlich wies die Geschäftsführerin auf das hin, was er sagte. Einiges vertiefte sie, aber fast alles wiederholte sich. Er ergriff wieder das Wort und wiederholte noch einmal das, was die Geschäftsführerin sagte. Richtig, wer aufgepasst hat, stellt fest, dass wir das zum dritten Mal gehört hatten. Waren Sie so derart ohne Struktur so überhaupt nicht vorbereitet? Das kam mir alles sehr improvisiert vor. Woher sollte er auch die Zeit nehmen, musste er doch die Verwaltungsvollmacht entziehen, Unterlassungserklärungen vom Anwalt vorbereiten, klagen und die Kleingärtner wegen Ihren Kameras anklagen, schreiben, wie sollte dafür Zeit bleiben. Zeit für die Arbeit, für die sie bezahlt werden, von unseren Beiträgen.

So kamen wir zum Schluss der Veranstaltung, er hätte jetzt noch 2 Beschlüsse zu verkünden, die der Vorstand beschlossen hat. Oh, jetzt kommt es. Zum ersten Beschluss der Gartenverein Briesen wird die Verwaltungsvollmacht entzogen. Da war es wieder, wer ist dieser Verein? Er hielt kurz inne, Pause, schaute in die Gegend, schaute mich an nichts. Erinnert ihr euch, ich habe es versprochen. Da der zweite Beschluss Abwahl eines Vorstandsmitglieds. Er druckste rum, erzählte wirres Zeug in Zusammenhang mit einem anderen Verein, was nicht der Wahrheit entsprach, verhaspelte sich und betonte immer wieder gut er mit ihr doch zusammenarbeiten wolle, aber sie sich weigert. In seinen Ausführungen sprang er durch sämtliche Themen und stellte Zusammenhänge her, die gar nicht existierten. Na ja, ende. Sichtlich verwundert waren sie alle, dass ich ruhig blieb. Das ich kein Wort gesagt habe. Die Streitschlichter umsonst dazu geholt. Ich empfand die ganzen Themen als Provokation, denn es kam nichts Neues oder Unbekanntes zu Sprache. Und alle Themen passten genau auf unsere Situation. Egal, es war noch nicht einmal elf Uhr. Das hat wohl niemand verstanden. Diese Sitzungen gehen sonst immer bis weit nach 12 und länger. Ich freute mich, musste ich das doch nicht länger ertragen, diese Lügen, diese falschen Sachen, die er hervorbrachte. Ende, super …


Überschlag und die Eier sind weg …

Wenn die Ereignisse sich überschlagen. Ich muss wohl gerade noch etwas in der Gegenwart bleiben. Angeblich gibt es schon einen neuen Vorstand? Was soll ich denken, sagen, fühlen? Es ist überhaupt nicht möglich. Ein Blick ins Vereinsrecht erleichtert die Wahrheitsfindung. Ein Vorstand kann nur abgewählt werden. Ein Anruf, oje, geht bestimmt um den Brief vom Verband. Die ersten Worte, kein Hallo, nichts, „Aber ihr gebt nicht auf!“ Schrie es aus dem Telefon. Nein, haben wir nicht vor, „dann bin ich beruhigt“. Ich finde es genial, dass uns die Mitglieder auch finanzielle Unterstützung anbieten, Wahnsinn, wer hätte das gedacht.

Ich brauche meine Mamas gerade, momentan ist es zu viel alles. Ich brauche Kraft, Kraft für meine Mitglieder, die mir vertrauen. Kraft das durchzuhalten.

Habe ich mit meinem Vorstand schon so viel erreicht. Meine erste Amtshandlung war beispielsweise dafür zu sorgen, dass eine Pächterin die Hühnerhaltung auf ihrer Parzelle beendet. Ich habe nichts gegen Tiere, aber die Kleintierhaltung ist im Kleingarten verboten. Das Gesetz ist an dieser Stelle sogar sehr eindeutig. Natürlich kann man sich ausmalen, dass die Pächterin nicht begeistert, davon war. Aber gerade sie hätte es doch besser wissen müssen, war sie doch im letzten Vorstand aktiv und sollte die Vorschriften kennen. Aber sei es drum, Aufforderung und etwas Nachdruck musste leider herhalten, dann wurden sie entfernt. Auch die Regentrude hatte Hühner, aber sie war cleverer. Sie hat Ihre Hühner nicht sichtbar im Hinteren Teil gehalten. Und erst recht hat sie die Hühner nicht während einer Begehung vom Verband frei rumlaufen lassen. Was sollte das? Wie kann man nur, dachte sicherlich einige. Was blieb dann übrig? Also musste auch die Regentrude ihre Hühner abschaffen. Was für den einen gilt, gilt auch für den anderen.

So begann also meine Amtszeit, ich versuchte geradlinig und fair aufzutreten. Viel mit den Leuten zu reden, es zu erklären. Immer und immer wieder redete ich. Ich bin der Meinung, wenn die Leute verstehen, warum etwas nicht erlaubt ist, dann ist das Verständnis größer und sie sind sensibler. Und ja, es kostet viel Zeit, aber die nehme ich mir gerne. Ich denke, wenn die Leute es verstehen, gibt es weniger Probleme und alle können ruhiger leben. Vor allem muss der böse Vorsitzende dann nicht so viel meckern. Im Endeffekt ist das auf lange Zeit betrachtet dann erheblich weniger Zeitaufwand.

Nachdem ihr das alles gelesen habt, wundert es einen nicht, dass der Vorsitzende vom Verband die Hühner gar nicht so schlimm fand. Richtig gehört, aber im Nachhinein verwundert es wirklich nicht. Aber die Johannisbeertante war ja auch noch da, sie kennt das Gesetz schon sehr genau und hat mich dann eines besser belehrt. Nein, ich habe ihr nicht vertraut in dem Sinne. Ich bin so ein Mensch, du kannst mir alles erzählen und höre genau zu, aber bei solchen Sachen recherchiere ich grundsätzlich alles nach. Unabhängig, wer was erzählt. Ich muss selbst zu dem Ergebnis kommen. Und das tat ich auch.


Beschwerde und ein hilfloser Landesverband …

Was soll ich sagen, diese Einmischungen, diese Eingriffe in den Verein, sich gegen meine Autorität stellen, sie zu untergraben und hinter dem Rücken des Vorstands mit anderen Mitgliedern gemeinsame Sache machen, um mich abwählen zu lassen. Wer würde denn so etwas mit sich machen lassen? Im Beruflichen keine Chance, und warum sollte ich so was im Verein mit mir machen lassen? Gibt es doch eindeutige klare Regeln vom Gesetz her. Das wusste selbst der Landesverband.

Ich bat nach den Vorfällen ihn um Hilfe. Mehrmals telefonierten wir und musste feststellen, sie waren genervt. Nicht von mir bei dem Namen schon. Es kam mir vor, als würden sie darüber nicht reden wollen, nachdem sie wussten, um wem es geht. Ich sollte dann meine Sachen in einer E-Mail oder in einem Schreiben einmal zusammenstellen. Gesagt getan, ich schrieb also einen Brief. Einen Brief an den Verband Landesverband und zu ihm nach Hause. Warum schickst du den zu ihm nach Hause? Ich traute mittlerweile niemanden mehr. Leicht konnte man den Brief verschwinden lassen, ohne dass er ihn je zu Gesicht bekommt. Verschwanden doch schon so viele Unterlagen, die sie angeblich nicht erhalten haben. Ging es in der Beschwerde auch nicht nur um ihn, auch um andere vom Verband. Ich musste dem einen Riegel vorschieben, und ich musste endlich zu meiner normalen Vereinsarbeit zurückfinden. Mich um die Probleme des Vereins kümmern, um die Anlage und um die Mitglieder und nicht um den Kleinkrieg, den er vom Zaun brach.

Die Antworten waren alles andere als hilfreich, ja er musste wohl dazu Stellung nehmen, aber geändert hat sich nichts. Wie lautet die alles entscheidende Antwort vom Landesverband? Niemand darf sich in die Vereinsautonomie eines anderen Vereins einmischen, auch wir nicht.

So weit, so gut, aber wieso durfte er es in meinen Verein, nein nicht durfte, sondern machte es einfach. Es lief nicht wirklich gut, alle schauten nur zu und niemand half einen. Was sollte man nun machen? Ich wusste es nicht, aber ich entschied mich nicht aufzugeben, weiterzukämpfen. Ich akzeptierte das ich keine Antworten bekommen, dass Sachen nicht erledigt werden, ihre Aufgaben, die sie nicht machten. Was blieb mir auch anderes übrigSo setzte ich meine Anfragen weiter fort, indem ich regelmäßig nach dem Stand der Bearbeitungen fragte, wohl wissen, ich würde nie eine Antwort bekommen. Was leider auch so war und bis heute so ist. Das ist die Arbeitsweise, nicht nur in unserem Verein. Wie so nach und nach durchsickerte, geht es anderen Vereinen ähnlich, nur das sie nicht so permanent nachfragen, da sie kein Ärgern mit ihm wollen. Sie stecken den Kopf in den Sand und hoffen, er sieht sie nicht. Sicherlich nicht der beste Vorstand, den man haben kann, aber verständlich, leider.

Am Telefon besprach ich mit dem Vorsitzenden des Landesverbands, wie ich mich verhalten solle, und das tat ich auch. So wie es besprochen wurde, nur führte es nicht zum Ziel. Er sagte auch, dass ich ihn verklagen müsse, damit sich scheinbar etwas ändert. Nein, soweit wollte ich nicht gehen. Ich würde es nicht auf diese Eskalationsstufe heben. Rückblickend wäre es vielleicht besser gewesen? Nachher ist man immer schlauer, heißt es so schön. Und es stimmt. Er fängt nun auch an, jeden zu verklagen, an die er nicht rankommt oder bzw. die einfach nicht aufgeben, gegen ihn zu kämpfen. Er zündet eine Eskalationsstufe nach der anderen, er scheint keine Grenzen mehr zu kennen.


Versammlung ohne Grenze …

Auch zu meinen ersten Aufgaben gehörte es, ein gewaltiges Stück Arbeit und Herausforderung zu bewältigen. Etwas, das die Vereinsvorsitzenden eigentlich weniger machen müssen. Auf mich prasselte alles ein, in kürzester Zeit. Was andere in den ganzen Jahren nicht durchmachen müssen, muss ich innerhalb weniger Monate durchmachen, wie im Schnelldurchlauf sagte die Johannisbeertante mal zu mir, und sie behielt Recht. Bestimmt wusste sie damals noch nicht, wie sehr es sich bewahrheiten sollte und es noch mehrfach übertraf. Freilich, heute hätte das selbst sie nicht gedacht, dass es so massiv werden würde.

Das angrenzende Industriegebiet wollte Ihre Außengrenzen neu vermessen lassen. Auch wir als Gartenanlage waren direkte Nachbarn, sodass wir dort auch welche haben. Aber unsere Grenzen standen nicht auf Ihren Plan. Sie holte den Vermesser, um die Grenze an Ihrer Straßenseite zu kontrollieren. Es sollte auf dem Nebengrundstück ein Hotel gebaut werden, sie wollte das Hotel nicht direkt an ihrer Grenze. Die Hühnerfrau war mit Weisheit gesegnet, so ging sie zu Verwalterin des Grundstücks und kämpfte um Ihre Hühner. Schließlich, behauptete sie, stehen die auf Ihrem Grundstück und er Zaun stehe nur falsch. Diese Aktion sollte nicht nur für sie Ausmaße annehmen, die ich wieder in Ordnung bringen musste und viele Pächter betreffen werde. So kam sie darauf, als der Vermesser, der bestellt war, hat sie den Auftrag erweitert und den Grenzverlauf zu unserer Anlage zu vermessen. Sie wolle ihre Hühner behalten, was ich verstehen kann, aber nicht nachdenken, was man tut und welche Konsequenzen das nach sich ziehen kann, ist für mich brandgefährlich. Uns es zog eine Menge nach sich, bis heute.

Ich komme mal zum eigentlichen, die Grenzen wurden vermessen und es ergab sich ein neuer Grenzverlauf. Was soll ich sagen, Karma? Ihr Garten wurde kleiner. Nein, nicht wirklich, weil auch hier der Verband bis heute nichts gemacht hat. Andere Gärten wurden etwas größer. An der Grundfläche der Anlage ich nicht wirklich was. Der Grenzverlauf war nur eben ein anderer, schräger. Aber hier hängt jede Menge dran, Pachtgrößen, Gemeinschaftsflächen, neuer Zaun als Grenzverlauf und zur Sicherung der Grundstücke und vieles mehr. Wer zieht denn den neuen Zaun? Auch alles Fragen, die ich wiederholt an den Verband gestellt habe.

Sie waren anfangs echt sauer. Huch, nein, nicht auf mich, auf die Verwalterin des angrenzten Grundstücks und die Hühnertante. Sie reden nicht mehr, hieß es dann irgendwann. Ich verstand mich ganz gut mit ihr und verstehe mich immer noch ganz gut. Aber sie wollte mit dem Verband nicht mehr reden, was scheinbar von beiden Seiten aus ging. Was nun? Ich vermittelte, redete mit beiden Seiten, wobei ich mehr Gehör bei der Verwalterin bekam und mehr aushandeln konnte, womit beide Seiten leben konnten.

Bis zum, ja, was war geschehen? Der Verband wollte diese Dinge klären. Ok, dann bin ich da raus, dachte ich mir. Als Verpächter schließlich wirklich ihre Aufgabe. Der andere Knacks kam, als die Verwalterin Bäume fällen ließ, Zäune zerstörte und unsere Grundstücke plötzlich frei zugänglich waren. Der Verband entschied beim zuständigen Ordnungsamt Anzeige zu erstatten und rechtliche Maßnahmen einzuleiten. Wieso auch nicht, hatten sie nicht unrecht, aber musste man so eskalieren, statt vernünftig das Gespräch zu suchen? Schweigen im Wald, nichts kam. Weder von der einen noch von der anderen Seite. Wir hingen in der Luft, meine Mitglieder hingen in der Luft, dabei versprach ich ihnen zu helfen, es zu klären. Mir waren die Hände gebunden.

Wieder Nachfragen beim Verband. Nichts. Keine Reaktion. Und wieder fragen. Irgendwann kam ein Brief, sie würde sich dem annehmen und den Mitgliedern würden sich wundern, was auf sie zukommen würde. Das las sich ehrlich gesagt wie eine Drohung für mich. Wieso richtete er sich jetzt gegen meine Mitglieder? Was ist hier plötzlich los? So überlegte ich, grübelte, wälzte Unterlagen, Schriftverkehr, nichts. Kein Anhaltspunkt, was geschehen war. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich das nicht hinnehmen werde. Gegen meine Mitglieder, ja wo kommen wir denn dahin, was soll das? Ich weiß bis heute nicht, was er meinte, bisher ist nichts geschehen. Es kam nie wieder etwas, und ich habe keine Zeit gehabt, da noch mehr nachzufragen. Wie auch bei den ganzen anderen Sachen.

Mich ärgert es, dass der Zaun an den Parzellen meiner Mitglieder noch immer nicht repariert wurde. Der Verein konnte die Kosten bisher nicht tragen, sind wir doch aus der Zahlungsunfähigkeit erst auferstanden. Ich machte das einzig Sinnvolle und habe eine Absprache mit der Verwalterin getroffen. Der jetzige alte Grenzverlauf bleibt bestehen, und jede Parzelle kann an dieser Stelle einen Zaun selbst ziehen. Der Verein würde die Auslagen erstatten. Die Absprache bezieht sich allerdings nur auf die Zeit, solange sie das Grundstück verwaltet. Sollte es verkauft werden, muss man schauen, was der neue Besitzer sagt. Leider war es das Maximum, was ich aushandeln konnte. Aber ich finde nicht das Schlechteste in dieser Situation.


Die Finanziererin und der „Meister-des-Geldes“ …

So in etwa musste das Motto des „Meister des Geldes“ gewesen sein. Anders ist das alles auch nicht zu erklären. Oh noch ein Thema? Ja, man merkt, dass Privates nicht mehr kommt, jedenfalls nicht wirklich, aber das liegt daran, dass es nichts gibt. Ein privates Leben ist faktisch nicht vorhanden, was gibt es da zu schreiben. Ich wünschte, es wäre anders, ich will mein Leben auch nicht ewig allein verbringen, aber wie soll ich Zeit dafür finden. Es wäre auch unfair, wer macht so etwas mit, derjenige hat auch seine Zeit verdient und Aufmerksamkeit, die ich ihm nicht gerecht werden kann.

In fast allen Familien ist das Thema Geld oft wichtig und bestimmt das Leben. Positiv wie negativ. Hier im Verein ist es auch ein essenzielles Thema, denn ohne Geld können wir nicht mehr den Strom vorausbezahlen, und sie stellen uns ab. Genau so war die Situation im Verein, als wir ihn übernommen haben. Noch waren wir nicht zahlungsunfähig, noch nicht. Unsere Finanziererin kümmerte sich echt mit vollem Einsatz um die Finanzen, rechnete hin und her und stellte fest, es reicht nicht. Wir überleben das nicht, wenn wir nichts dagegen tun, jetzt sofort.

Ich merkte, es ist ernst. Ich schätze sie sehr, absolut kompetent und geradlinig in ihrem Job. Ich bin froh, sie im Vorstand an meiner Seite zu haben. Also was war geschehen, warum diese Panik?

Wir liefen auf die Zahlungsunfähigkeit hinaus, der Verein musste jeden Monat den Strom vorstrecken und das war für unseren Verein nicht wenig. Noch 2 Monate, dann war Feierband. Ich will die Aufstellung, die Kalkulation und Vorschläge, was möglich ist, sagte ich. Als sie es fertig hatte, folgten lange und viele Telefonate. Oft haben wir gesessen und hin und her überlegt, wie das möglich ist. Wir hatten nur eine realistische Chance. Einen Abschlag monatlich von den Mitgliedern bekommen, und als Sofortmaßnahme, die Hälfte des Verbrauchs auf Basis des letzten Jahres einzuziehen. Viele Rechenüberlegungen haben wir durchgespielt, keine funktionierte bis auf diese. Im Endeffekt musste das die Finanziererin entscheiden, da hing schließlich so viel Mehrarbeit dran. Jeden Monat einziehen, Verbrauch berechnen, alles nicht so einfach.

Zudem machte sie sich dran, das vergangene Jahr aufzuarbeiten. Finanzielle Aufarbeitung. Die Haare standen uns zu Berge, als wir sahen was passiert ist. Mitglieder, die Ihre Rechnungen nicht bezahlen, offene Mahnungen einfach nicht nachverfolgt, fallen gelassen, den Säumigen das Geld geschenkt. Bezahlen durfte es die gesamte Gemeinschaft, jedes Mitglied. Gerecht? Das muss sich ändern, und der Verein braucht das Geld, das Geld der Mitglieder sollte nicht weiter für die Säumigen da sein. Wir beschlossen im Vorstand eine harte Politik dagegen zu fahren. Wir setzten die Forderungen mit Nachdruck um, bis hin zum Strom abschalten. Das funktionierte gut, nachdem der erste der Strom abgeschaltet wurde, sprach es sich herum. Das wollten wir erreichen. So gelang es unserer Finanziererin, die Finanzen von der Zahlungsunfähigkeit bis hin zum Jetzt, wir haben ein gutes Polster aufzubauen. Ich bin stolz auf sie.

Aber stellt sich wirklich die Frage, wie konnte es so weit kommen? Was hat der ehemalige „Meister-des-Geldes“ getan? Nichts! Ok, nichts stimmt nicht, aber viel mehr war es auch nicht. Nach langem Hin und Her entschieden wir uns dazu, es aufzuarbeiten. Erinnert ihr euch an den Solar-Heini? Genau der, es war derselbe.

Was mussten wir feststellen, wir trauten oft unsere Augen nicht, dass nicht nur Pachtbeträge nicht stimmten oder offene Rechnungen nicht nachgegangen wurde, auch ein wirres Hin und Her schieben, damit die Zahlen stimmten, fanden wir vor. Bei der Masse an Unstimmigkeiten konnten wir nicht anders als die Notbremse ziehen. Aufarbeiten ja, aber eintreiben eher nicht mehr. Also trieben wir nur das aktuelle Jahr vollständig ein. Das war auch schon ein ganz schönes Sümmchen, was da zusammen kam. Viele Wochenenden gingen dafür drauf, hauptsächlich bei der Finanziererin, aber ein Berg von Arbeit. Alles nur für den Verein, ihn am Leben halten, irgendwie klarkommen damit und immer wieder Lösungen finden. Es ist supergut gelungen. Wir sind ein tolles Team und jeder gibt sein Bestes und darüber hinaus …


Und die Freundschaft wurde entfernt …

Gehen wir noch einmal zurück in der Zeit, in eine Zeit, in der ich noch kein Vorsitzender war. In der die Welt einfacher war. Nein, ganz so weit müssen wir nicht zurück, es reichen 3 Jahre. Da gab es eine Nachbarin zu meinem Grundstück, die wird von vielen nur als Kräuterhexe betitelt. Für den einen ist es schmeichelhaft, für den anderen eher nicht, das kommt immer auf die persönlichen Empfindungen an. Ich nenne sie einfach mal Kräutertante. So begab es sich, dass sie relativ neu war und ich mich super mit ihr und ihrem Mann verstanden habe. Wir haben echt viel gesprochen und immer super diskutiert, das hat sogar Spaß gemacht. Wir haben sogar einen eigenen, ich nenne es mal Durchgang von ihrem Grundstück zu meinen, damit man nicht immer außen herumlaufen musste. Gegenseitige Hilfe war an der Tagesordnung. Ok, meistens meine Hilfe, aber warum auch nicht, das macht die Gemeinschaft auch aus.

Es kam dann zu den Stromdifferenzen und den erhöhten Umlagen, die der ehemalige Vorstand, angetrieben vom Meister des Geldes nicht pauschal auf die Gemeinschaft umlegen wollte, sondern nach der Höhe des Stromverbrauches gehen sollte. Ich habe daraufhin viel mit dem Landesverband für Mess- und Eichwesen gesprochen, die mussten schließlich wissen, was rechtlich korrekt ist. Was soll ich sagen, von denen weiß ich dann auch und habe es schriftlich bekommen. Stromverlust entsteht auf der Leitungslänge. Allein dieser Umstand zeigte mir, dass der Meister des Geldes Unrecht hatte. Strom und er ist ja ein heikles Thema, er wollte ja so wenig wie möglich dafür bezahlen. Dachte er hierbei auch nur an seinen eigenen Vorteil? Durch seinen wenigen Stromverbrauch, bedingt durch seine Solaranlage, den die Mitglieder ja sowieso schon mitbezahlen, weil sein Zähler sich rückwärts drehte, nun auch noch mehr den Mitgliedern aufbürden? Ich sage immer, „Wehe, dem, der Böses dabei denkt“. Ein Urteil kann sich jeder selbst bilden. Ich für meinen Teil war nicht gewillt, das so hinzunehmen, und einige andere auch nicht. Also taten wir uns zusammen, die Kräutertante und noch ein Mitglied. Wie gesagt, wir redeten ja viel, und auch darüber, so kamen wir dann auf die Idee, einen Brief zu schreiben. Wir legten los und schrieben mit Fakten und inhaltlichen Schwerpunkten diesen Brief. Ich schickte meinen Entwurf an die Kräutertante, zwei Seiten lang. Nach ein paar Tagen kam er zurück, mit was soll ich sagen, unzähligen Änderungen. Wieso waren es plötzlich sieben Seiten? Er hatte nichts mehr mit puren Fakten zu tun, sondern enthielt auch persönliche Meinungsbildung. Rückblickend war das ein schwerer Fehler meinerseits, dass ich es zu diesem Zeitpunkt zugelassen habe. Die Emotionen waren aber dennoch ein Teil, und die drückte der Brief auch aus. So war es damals natürlich richtig, diesen Brief so zu schreiben. Er trug dann auch den Titel „Brandbrief“. Ich schwächte ihn noch mehrere Male ab, versuchte den Bezug zum Faktischen wiederherzustellen. Strich vieles raus und formulierte um. Bis wir einen Konsens gefunden hatten, vergingen noch viele Schriftwechsel.

Aber da war er nun. Fertig geschafft. Einige Mitglieder haben noch den Brief zusätzlich unterschrieben und wir haben ihn beim Vorstand eingereicht. Man kann sich vorstellen, dass es Aufsehen erregte, wie viel war uns nicht bewusst. Es kam auch eine Antwort, und es müssen noch mit der Kräutertante selbst Schriftverkehr ohne mein Wissen geführt worden sein. Auch das andere Mitglied schien noch Schriftverkehr geführt zu haben, aber ganz ehrlich, ich war an der Stelle raus, ich habe das nicht weiterverfolgt, da nach einer kurzen Zeit eine Einladung zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erfolgen sollte. Das fand ich sehr gut, denn in einem Gespräch ließ sich das alles viel besser klären, und ich brauchte keine Schreiben dafür dann mehr. Ich würde es am liebsten abkürzen, aber ich gehe da einmal schnell durch.

Ok, Versammlung, Mist, ich wurde krank. Hörte auf meinem rechten Ohr nichts mehr, das linke nur noch ein bisschen. Blöde Erkältung, ist sie mir aufs Ohr geschlagen, wie soll das nun gehen in der Versammlung vernünftig zu reden und vor allem zuzuhören. Ich fühlte mich richtig mies, alles tat mir weh und wollte am liebsten gar nicht aufstehen. Zähne zusammenbeißen und los, dachte ich, ich mach das schon, wie immer. Es war in der Tat schwer, dem Ganzen zu folgen, und beschloss vor allem die anderen reden zu lassen. Ich übergab meine Unterlagen vom Landesamt an den Vorstand und sie konnten nun danach handeln oder nicht. Es kam dann schließlich zur Abstimmung über die Umlagen für Strom, wie sie umgelegt werden sollten. Die Mitglieder folgten unserer Argumentation und der Strom wurde so umgelegt, auf alle gleich fair, gemeinschaftlich in meinen Augen. Der Vorstand nutze dann noch die Gelegenheit, um seinen Rücktritt zu verkünden. Wieso das jetzt? Ehrlich, ich habe kaum was gehört und verstand es nicht wirklich. Sie begründeten das mit Briefen und E-Mails, die sie erreichten und die sehr unschön gewesen sein sollen. Das kann doch nicht an dem Brandbrief gelegen haben? Wie sich später herausstellte, gab es noch unschöne Briefe mit Anschuldigungen und Beleidigungen, Unterstellungen. Ok, da bin ich raus, dieses hatte ich aus dem Brandbrief eigentlich gestrichen.

Jetzt bin ich abgeschweift, das war jetzt nicht der Fokus, den ich an dieser Stelle erzählen wollte, sondern vielmehr auf die Koniferen. Genau der Kräutertante, ihre Koniferen.

Ich habe also ein sehr gutes Verhältnis zur Kräutertante und Ihrem Mann gehabt und gleiche Ziele. Springen wir zu dem Punkt, als ich in den Vorstand gewählt wurde, und ich versuchte Stück für Stück einige Regeln umzusetzen. Koniferen im Kleingarten sind verboten, Punkt! Was machen wir nun damit, wie sollten wir damit umgehen. Im Vorstand mit dem Gartenfachberater legten wir fest, dass Koniferen zu entfernen sind, mit Einschränkungen. Wir wollten die Leute nicht überfordern und auch nicht mit der Brechstange durch die Anlage gehen. Wir entschieden uns für einen Mittelweg.

Bei jeder neu verpachteten Parzelle der letzten Jahre, bei denen es ausdrücklich im Bewertungsprotokoll stand, das die Koniferen zu entfernen sind, griffen wir also durch. Egal ob es Freunde waren oder jemand, mit dem man nicht so gut konnte. Sicherlich viel es bei dem einen oder anderen schwerer, aber sei es drum, wir zogen es durch. Besser gesagt unser Gartenfachberater, und ich stand hinter seinen Entscheidungen. Zugegeben, so viele waren es nicht, aber auch die Kräutertante fiel darunter. Nachdem sie mit Reden wenig einsichtig und auch eher böse wurde, bekam sie also die schriftliche Aufforderung dazu. Keine Abmahnung oder dergleichen, einfach nur die Aufforderung.

Es kam, wie es kommen musste, WhatsApp Nachrichten, die so lang waren, dass ich sie ehrlich gesagt auf dem Telefon nur überflogen hatte. Was soll das? Wer soll das dann lesen. Nervig und zeitaufwendig, aber was hatte ich für eine Wahl, ich musste es richtigstellen. Habe ich erwähnt, dass sie mit dem Meister des Geldes kein Wort mehr geredet hat nach dem Brandbrief? Direkte Gartennachbarn, wollten Sie sogar einen Sichtschutz zu ihm installieren und nichts mehr mit ihn zu tun haben. Jetzt machen diese beiden gemeinsame Sache und tun alles dafür, mich abwählen zu lassen. Ja, sie gehen rum und erzählen, ich nenne es mal „Alternative Wahrheiten“ über mich. Es kommt natürlich bei mir an, denn es gibt viele Gartenfreunde, die nicht alles glauben und mich dann dazu befragen, wie es wirklich ist. Es ist schön, solche Menschen zu kennen und ich schätze diese umso mehr. Die Koniferen sind entfernt und die Freundschaft gleich mit …


Schule, Moos und Kräutertante …

Ein Waldspaziergang, ein schöner Ausflug mit befreundeten Gartenfreunden aus dem anderen Verein. Eigentlich war das alles ganz anders gedacht. Es ging um ein Insektenhotel, das gemeinsam als Projekt mit der Schule im Dorf installiert werden sollte. Zufällig bekam ich von meiner Schule zwei Insektenhotels, welches die Kinder im Unterricht als Projekt aus Paletten zusammenbauten. Sie konnten diese nicht mehr aufstellen und so nahm ich sie mit. Transporter organisiert und weg. So einfach war das gar nicht, da sie recht schwer waren. Man stelle sich vor etwa zehn Paletten für ein Insektenhotel, das wiegt ganz schön etwas. Aber für unsere Gartenanlage echt hilfreich, brauchen wir doch Insekten für unser Obst und Gemüse, wie jeder weiß.

Wir schauen seit Jahren zu und hören überall, dass sie weniger werden, also tun wir doch etwas dagegen und uns als Gärtner hilft es auch. Natürlich gab es einen, der etwas dagegen hatte, Voldemort, aber ehrlich gesagt war mir das egal.

So schaffte ich es in die Gartenanlage auf unsere Festwiese, abseits im Schatten, und stellte sie erst mal ab. Die Kräutertante sollte zu diesem Zeitpunkt die Kommunikation mit der Schule übernehmen und es gemeinsam mit der Schule als Projekt bestücken. Mit der Schule hatte ich bereits alles so weit im Vorfeld besprochen und die Weichen gestellt und die Kontakte vermittelt.

Was soll ich sagen, sehr enttäuscht stellte ich fest, dass die Schule anscheinend nach über ein Jahr E-Mails hin und her schreiben keine Lust mehr hatte. Wenn Sie dort genau solche E-Mails schreibt und alles totredet, dann verwundert es mich nicht mehr. Ich war wirklich enttäuscht, hatte ich alles geregelt und die Kräutertante musste doch nur noch die Organisation übernehmen. Das wäre eine klasse Aktion, vor allem für die Gemeinnützigkeit gewesen.

Man kann sich vorstellen, dass, wer mich kennt, ich dann so reagieren, dass ich es selbst mache, ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten dann. Kurzerhand hing ich ein Aushang in den Schaukasten „Waldspaziergang“. Wir suchen also beim Spaziergang Holz und Moos und Sträucher für das Insektenhotel. Eine Idee, auf die mich die Johannisbeertante gebracht hat. Gemeinsam mit Ihr überlegten wir kurz, wie, was, wann und losging es. Anpacken statt totreden. Und so legten wir los, und es haben einige mitgemacht. Die Kinder hatten Ihren Spaß und auch die Erwachsenen kamen nicht zu kurz. Erinnert ihr euch an den alten bärtigen Mann? Ich war stolz auf ihn, gesundheitlich ging es ihm nicht so gut, aber er hat mitgemacht, die ganze Strecke mitgelaufen, tapfer durchgehalten. Echt genial! Sicher war er danach echt erschöpft, aber das steckte sogar mir in den Knochen, da es ungewohnt war. Es war eine super Stimmung, alle hatten ihren Spaß. Am Nachmittag trafen wir uns dann wieder und gemeinsam füllten wir unser Insektenhotel. Auch der Angel Onkel war mit seiner Familie dabei. Angel Onkel klingt gut, aber er ist Vorsitzender von einem großen Angelverein. Eine riesige Familie mit ganz lieben Menschen und super sympathisch. Interessanterweise ist sein Sohn der Pächter des Gartens, auch superlieb und relativ jung noch.

Aber ich schweife ab. Sie haben im Vorfeld schon Holzwolle und noch weitere Dinge organisiert und waren voller Tatendrang dabei, wie bei allen, was sie machen. Alle waren begeistert und verstanden sich gut. Das sollte man wiederholen.

Die Kräutertante hat natürlich nicht mitgemacht und zickte eher rum. Sie verschenkte auch die Bücher, die sie für Natur und Kultur sammelte. Macht nichts, dachte ich mir, schmeißt sie das also auch mit hin und kümmert sich um diese Aktion dann auch nicht. Wie gesagt, nicht schlimm, bekommen wir anderen schon hin. Im Improvisieren sind wir spitze, außerdem ist noch genug Zeit …


Wie ein Weg zu seinen Namen fand …

Oft habe ich mit vielen Mitgliedern gesprochen, hörte zu und genoss es, wenn sie in der Vergangenheit schwelgten, von ihren Erinnerungen sprachen und ich in ihren Gesichtern dieses Funkeln sah. Sie erinnerten sich an eine Zeit, in der alles einfacher war, harmonischer und in ihren Augen gab es eine Gemeinschaft, die mehr zusammenhielt. Wie sie gemeinsam die Anlage aufbauten und Bungalows gemeinsam zusammenbauten. Der Quellmeister war ganz vorne mit dabei. Ich glaube, dass es kein Garten gibt, in dem er nichts gemacht hat in der Anlage. Der Quellmeister war und ist immer noch der Wassermann in unserer Gemeinschaft, kümmert er sich doch über Brunnen bohren und um viele geplatzte Rohre gerade im Frühjahr nach dem Winter. Meistens gab es die gleichen Spezialisten, die das Wasser nicht korrekt abgestellt haben und die Leitungen und Wasserhähne durch den Frost geplatzt sind. Ja, auch ich war schon zweimal dabei, sorry. Man reizt es gerade im Herbst aus so lange wie möglich im Garten zu bleiben, bis überraschend der Frost kommt.

Der Quellmeister, Opa, gehört zu meiner Familie, wie ich auch meine Mamas und die Johannisbeertante. Unverzichtbar für mich. So reden wir viel, und unser Verein hat auch eine Chronik, in der blättere ich sehr gerne. Unser Vereinsvater hatte dafür gesorgt, dass sie ordentlich geführt wurde. Unser ehemaliger Vorsitzender vor mir gab es noch einen und deren Vorgänger. Warum Vereinsvater? Na, das wird sich erschließen und Sinn machen. Hat er doch mehr Großartiges geleistet für den Verein und die Gartenanlage, als man denkt. So hat es mich dazu gebracht, ihm eine besondere Ehrung zu Teil werden zu lassen. Es sollte einschlagen wie eine Bombe. Niemand sollte etwas wissen. Niemand. Leider ging es nicht, dass niemand etwas wusste. So musste meine Finanziererin eingeweiht werden und auch unser Arbeitsminister. Das war es aber auch schon.

Was bewog mich dazu? Das ist schwer in Worte zu fassen, aber ich versuche es gerne mal. Er war nicht immer der Vereinsvorsitzende, sondern auch Schatzmeister und zu Beginn auch nur normal im Vorstand. Aus dem Amt hat er sich auch nie ganz zurückgezogen. So steht er auch mir mit Rat und Tat noch immer zur Seite. Jederzeit kann ich ihn fragen und bekomme Hilfe von ihm. Das macht er bei jeden, jeder, der um Hilfe fragt, bekommt sie. Außer Voldemort. Ja, er taucht auch hier wieder mit auf. Als seine Frau einmal mit dem Hund spazieren ging, ließ sie ihn ohne Leine laufen. Ja, das ist nicht erlaubt innerhalb der Anlage, aber ich mache hierbei mildernde Umstände geltend. Zum einen hat sie doch schon ein Alter erreicht, in dem alles nicht mehr so einfach ist. Zum anderen ist der Hund ein ganz lieber, der eher kein Interesse hegt auf andere Menschen zuzugehen. Meistens macht sie es auch nur morgens, wenn noch niemand in der Anlage unterwegs ist. Aber Voldemort ist das alles egal, erwischt ohne Leine. Stand er mal wieder vor mir, sichtlich aufgeregt und mit geschwollener Brust forderte er von mir eine Abmahnung. Für das Laufen des Hundes ohne Leine? Sicherlich ist das ein Verstoß, aber lass doch mal die Kirche im Dorf. Ich ging darauf hin zum Vereinsvater und erzählte ihm von der Begegnung und bat ihn, er möge mehr ein Auge darauf haben, wenn seine Frau wieder mit dem Hund spazieren geht. Aber eine Abmahnung niemals. Das hat nichts mit zweierlei Maß zu tun.

Aber zurück zum Thema, unser Vereinsvater ist ein absolut geschätztes Mitglied in dem Verein. Viele Ältere vermissen es mit ihm, war er doch als Vorsitzender streng, aber gerecht. Er behandelte jeden gleich und hatte immer das Augenmaß in seinen Entscheidungen. Ich wollte etwas Besonderes für ihn machen. Für die Anlage, für die alten Hasen, wie man so schön sagt.

Ein Weg mit seinen Namen. Das ist die Idee! Ach ja, die Johannisbeertante war natürlich in diese Schweinerei auch eingeweiht. Ich bestellte das Schild, unsere Finanziererin besorgte die Stange für das Schild. Ich überlegte, wie ich das anstellen könnte, dass es niemand mitbekam. Ich ließ von unserem Arbeitsminister also die Stange aufstellen. Nur die ohne das Schild. Durfte ja niemand wissen. Es sollte am Tag unseres Erntefestes stattfinden. Also druckte ich auf unseren Aushang, dass wir uns alle nicht auf dem Festplatz trafen, sondern am Ort des Geschehens. Ich nahm Mikrofon und Lautsprecher mit und war tierisch nervös. Ich musste ja eine Rede halten und es enthüllen. Ja, eine Rede. Diesmal nicht freisprechen, vorbereitet sein. Keinen Patzer leisten, alles musste perfekt sein. Ich wollte funktionieren.

So begann ich mit meiner Rede extra so geschrieben, dass am Anfang niemand wirklich wusste, warum es ging. Dann baute ich ein paar Zahlen ein. Die ersten kamen ins Grübeln. Ein sehr guter Freund vom Vereinsvater stellte sich dichter an ihn heran. Dann der entscheidende Hinweis. Jetzt ist die Bombe geplatzt. Jetzt wusste jeder, warum wir hier sind. Aber was war unter der Tüte da oben an der Stange. Klar konnte man es sich jetzt denken, aber wissen konnte es keiner. Meine Rede steigerte sich. Die Verdienste, die Menschlichkeit, alles seine Eigenschaften arbeitete ich heraus. Die Tränchen kullerten, und nicht nur bei ihm, auch bei anderen Gartenfreunden. Es war so weit, unser Arbeitsminister sollte es enthüllen. Hatte er extra so gemacht, dass es nur runterziehen musste, aber das gelang nicht so recht. Also legte der Vereinsvater selbst mit Hand an, wie er nun mal war und immer noch ist. Jetzt kam er nicht drum herum, er musste ein paar Worte sagen. Es war so rührend, während ich das schreibe, kommen die Erinnerungen hoch und das Wasser in den Augen steigt schon wieder. Perfekt! Gelungen! Die Panne mit dem Enthüllen machte die Situation insgesamt perfekt. Ich habe es geschafft, alle waren überrascht. Jedes Mitglied und auch der Vorstand. Na, bis auf die Finanziererin. Genial.

Sichtlich gerührte Menschen um mich konnte das eigentliche Fest beginnen. Unser JB hat bereits seit dem Mittag in der Gulaschkanone Eisbein gekocht. Jetzt habe ich Hunger …


Einen richtigen Vollzeitjob …

Seit einiger Zeit steht das Thema Baumschnitt auf der Liste der Aufgaben, die erledigt werden müssen. Nicht erst seitdem ich im Vorstand bin. Ich könnte jetzt sagen, es erhitzt die Gemüter, aber eigentlich wird nur eines erhitzt, Voldemort. Aber er spricht ja grundsätzlich im Namen der gesamten Mitglieder, alle würden sich darüber beschweren. Ich bin mir dessen absolut bewusst, dass die Bäume dringend gemacht werden müssen. Das Totholz muss raus und die Bäume benötigen einen Schnitt. Es ist ein Risiko, nichts zu tun. In Anbetracht der klammen Vereinsfinanzen nicht zu realisieren. Derzeit. Wir haben den Verein übernommen und liefen auf die Zahlungsunfähigkeit hinaus, aber das schrieb ich ja schon einmal, also wie sollten wir den Baumschnitt durchführen?

Ich überlegte, ob ich das in Vorkasse machen sollte, bis die Vereinsfinanzen es wieder zuließen. Das durfte ich nicht, von allen Seiten bekam ich Ärger für meinen Vorschlag. Gerade von meinen Mamas, immer wieder redeten sie auf mich ein, nicht so viel privates Geld in den Verein zu investieren. Ja, richtig gelesen, es ist nicht der einzige Punkt in der Vergangenheit gewesen, in dem ich mein privates Geld investiert habe. Aber auch unsere Finanziererin war dagegen. Mit vehements vertat sie ihre Meinung, dass ich das nicht zu tun habe. Als Finanziererin ist sie die Chefin des Geldes, beugte ich mich ihr also. Ich würde ihr in Sachen Geld niemals widersprechen! Und sie macht es großartig, anders als der Meister des Geldes ist sie hinterher und findet Lösungen und die Zahlungsmoral im Verein liegt bei fast 100 Prozent momentan. Das muss man erst einmal schaffen. Aber da gab es noch die Johannisbeertante, die mich auch dazu einbremst. Man muss ja sagen, sie hätte an meiner Stelle auch eher ihr privates Geld zum Wohle des Vereins investiert, deshalb nahm ich es eher mit einem Schmunzeln hin. Aber ja, sie alle hatten recht. Nachdem die Finanzen langsam besser wurden, beschlossen wir, den Baumschnitt anzugehen. Die Bäume auf unserer Festwiese mussten gemacht werden, also fragte ich beim Amt nach. Ich ging also nach meiner Arbeit noch zum Ordnungsamt rüber und redete mit ihnen. Verwundert schauten sie mich an, warum ich nachfragte. Ihr wollt nur einen Pflegeschnitt machen? Ja, nur das Totholz raus schneiden zur Gefahrenabwehr. Dafür benötige ich keine Genehmigung, erfuhr ich dann.

Ich wusste, dass bereits, wer mich kennt, weiß, dass ich so was im Vorfeld bereits recherchiere. Aber da gab es Voldemort, bereits mehrfach beschwerte er sich über die Bäume. Am liebsten wäre ihm sogar, wenn die alte Eiche wegkommen würde, und versuchte mich diverse Male zu überreden. Das Laub würde immer in seinen Garten fallen und sie hätten die Arbeit. Ich bot ihn und seiner Nachbarin an, sie könnten das Laub auf den Komposthaufen der Gartenanlage auf der Festwiese entsorgen. Ich fand das eine gute Idee, so mussten sie dafür keine Kosten tragen und hoffte das sich durch den Kompromiss die Stimmung wieder etwas beruhigt. Das hielt auch hier leider nicht lange an.

Die Eiche zu fällen kam überhaupt nicht infrage. Es ist in Deutschland fast unmöglich, eine Eiche zu fällen und sie war gesund. Bevor man eine Eiche fällen darf, bedarf es viele Pflegeschnitte und Nachweise, das sie eine Gefahr und krank ist. Es gib Gesetze und über die setze ich mich nicht hinweg, aber er weiß leider immer alles besser. Das ist mittlerweile sehr ermüdend. Aber man wartet ja nur auf jeden Fehler von mir, um mich beim Verband wieder zu melden. Nur deshalb sicher ich mich ab, nach allen Seiten.

Dann geschah das, was ich hoffte, es würde nicht passieren. Ein Gartenmitglied hat es fast erwischt, wurde erschlagen, ein Ast kam runter. So jedenfalls Voldemort. Es reichte nicht uns ein Foto vom Ast, wie er auf dem Boden lag, an mich und die Regentrude zu schicken. Verfasst mit den Worten noch, so der Ast ist gerade auf der Festwiese runtergekommen Zeuge Parzelle usw.. Das war natürlich ein echt guter Aufhänger für ihn. Er musste die Regentrude dann auch gleich noch abfangen und ihr erzählen, das es den Gartenfreund fast erwischt hätte, nur knapp sei er entkommen. In meinen Gedanken lief natürlich der Film ab, wie er mit einem Hechtsprung sich in Sicherheit brachte und sein Leben noch einmal an ihn vorbeizog. Als ich das hörte, mussten wir natürlich gleich nach dem rechten schauen, vor allem bei dem Gartenfreund, ob es ihm gut geht und alles in Ordnung ist. Mit Erstaunen musste ich feststellen, dass er, als ihn wir darauf ansprachen, lachte. Verwirrung. Wieso lachte er? Er sagte, es war klar, dass es so dramatisiert wird, aber so hat es sich nicht zugetragen. Er war schon weit entfernt, als der Ast runterkam, aber er wusste, von wem es kommt und konnte es sich denken. Meine Erleichterung war unbeschreiblich. Ein so lieber Gartenfreund und dann so etwas, kann sich keiner denken, was in mir vorging. Aber ich sperrte nur die Birke großflächig mit der Regentrude gemeinsam ab, damit niemanden etwas passieren konnte.

Aber ich schweife ab, also Baumschnitt, Genehmigung alles ok, dann müssen wir nun Angebote einholen. Habe ich also getan. Was soll ich sagen, wieder einmal an einem Wochenende hatte jemand ein Termin frei, um sich das anzuschauen. Ja, schon wieder sonntags. Was solls, dachte ich, das muss sein, da muss ich nun wieder mal durch. Mit einer Stunde Verspätung kam er dann, es war mittlerweile Sonntag Nachmittag. Er kam und er begutachtete die Bäume. Etwa eine halbe Stunde lang schaute er sich die Bäume genau an. Wir besprachen dann die Ergebnisse. Das wäre gar nicht so wild. Im Schnitt konnte man sagen, pro Baum würde das etwa 1000 Euro kosten. Ich musste schlucken, wusste ich doch das es nich billig wird, aber damit habe ich nicht gerechnet. Das geht nicht. Also verhandelte ich mit ihm, er macht zwei Bäume, die absolut nicht mehr warten können für insgesamt 1200 Euro. Den Rest müssen wir dann auf das nächste Jahr verschieben. Natürlich musste ich das erst im Vorstand besprechen und vor allem mit der Finanziererin. Wir hatten Zeit, denn einen Termin zu bekommen, wann es gemacht werden sollte, war nicht einfach.

Es war echt viel Geld und ich hörte mich weiter um. Da war doch jemand, der uns noch helfen konnte. Im Dorf gab es wie in jedem Dorf einen Großbauern. Er ist dem Verein sehr zugetan und half und in der Vergangenheit immer aus, gerade bei den Festen und Feiern. In meinen Augen fast schon eine Art Patron. Also redete ich mit ihm und gesagt getan, in seiner Familie gibt ein Baummeister, er macht das beruflich und ich traf mich dann mit ihm. Das glaubt mir bald niemand mehr, aber ja, es war wieder ein Sonntagnachmittag. Ok, wir trafen uns und schauten uns die Bäume an, und wir verhandelten gut. 800 Euro für alle fünf Bäume. Ok, es wurden durch den Einsatz der Technik dann 860 Euro. Aber fast 4000 Euro gespart. 4000 Euro Mitgliedergelder gespart. Ich war zufrieden mit mir, ich hatte mich gekümmert und den Mitgliedern viel Geld gespart. Wir hatten ursprünglich schon überlegt, ob wir es von den Mitgliedern Geld umlegen müssen, aber nein, niemand musste was extra bezahlen. Erleichtert machte ich einen Termin aus, der musste leider noch einmal um eine Woche verschoben werden, aber das war für mich eher nicht schlimm. Ich verschob einfach meinen privaten Termin und dann ging das schon. Ich wollte ja dabei sein und gleich aufräumen.

Also die Regentrude und ich sowie der Baummeister packen es an. Gemeinsam verbrachten wir unseren Samstag wieder einmal für den Verein. Die kleinen toten Äste nutzen wir, um uns aufzuwärmen an der Feuertonne. Es war leider schon echt kalt geworden und wir waren fast acht Stunden zugange. Ich und die Regentrude spendierten dann noch ein Mittagessen und aßen gemeinsam mit dem Baummeister und seinem Helfer. Wir räumten immer wieder die Äste beiseite, machten sie klein und stapelten sie. Endlich war auch das erledigt.

Zu Hause angekommen ging es in das warme Bett. Durchgefroren, wie ich war, half das nur bedingt, also nahm ich mir eine zweite Decke und versuchte warm zu werden. Einen Tee dachte ich noch bei mir, der könnte noch helfen. Am nächsten Tag, die Kälte steckte mir noch etwas in den Knochen, aber es ging wieder. Bloß gut, es war Sonntag und ich hatte Zeit, mich zu erholen, bevor es Montag wieder arbeiten geht. Ja, ich arbeite nicht nur für den Verein, ich habe auch noch einen richtigen Vollzeitjob …


Ein Garten geht unter …

Es war schon ein verrücktes Jahr. Begann es mit voller Euphorie und Tatendrang, weil die Temperaturen sagten, fang an, mach was, es geht los. Aber die Natur spielt manchmal mit uns und so auch dieses Jahr. Es war schön und warm, alle begannen was in ihren Gärten zu machen und konnten es kaum erwarten, in das Gartenjahr zu starten. Doch das Wetter hatte andere Pläne und so schickte es uns noch einmal Frost, Anfang April. Die Kirschblüten standen in voller Pracht, Äpfel, Birnen ebenso. Das Gewächshaus war gefüllt mit den vorgezogenen Pflanzen, herrlich so ein Start. Aber alles ging kaputt. Der Frost hatte voll zugeschlagen.

So war es ein Jahr ohne Obst, aber damit mit viel Gemüse. Ich baute an, was das Zeug hält, zog Pflanzen nach und bestückte das Gewächshaus wieder, Paprika ohne Ende, kamen, keimten und trugen echt viel. Dann noch die Bohnen, ich glaube, ich habe 3-mal Bohnen nachgelegt, also 3 Ernten eingeholt. Mein Tiefkühler war randvoll am Ende des Jahres. Alles, was ich nicht essen konnte, wurde eingefroren. Auch Kartoffeln fanden sehr viele den Weg in mein Beet. Drei Hochbeete baute ich zusätzlich auf, ich brauche mehr Platz. Es war ein warmes und feuchtes Gartenjahr, sodass alles ordentlich gewachsen ist. Ja, auch das Unkraut, man kam kaum noch hinterher. Was in diesem Jahr alles so nebenbei passiert ist in meinen Leben und im Vereinsleben habe ich bereits so einiges beschrieben. Leider führte das auch dazu, das ich mich nicht so um meinen Garten kümmern konnte, wie es erforderlich gewesen wäre. Es nervte mich selbst total, ich kam nicht hinterher mit dem Unkraut. Oftmals bereitete ich alles vor, ging in mein Beet, fing an, etwas zu tun, und schon stand irgendwer auf der Matte und wollte etwas. Ihr gutes Recht, aber manchmal war ich schon sehr genervt davon. Jedes Mal nahm ich mir es vor, etwas zu tun, und dann ging einfach nichts.

Hinzu kam dann noch ein privates gesundheitliches Problem. Ein Jahr zuvor hatten mein Arzt und ich endlich rausgefunden, was der Grund für meine Probleme waren. Zucker ist echt was Schönes und Leckeres, aber nicht als Diagnose. Ja, man kann damit gut leben, nichts schlimmes mehr. Aber es schränkt einen schon ein, es hat alles leider Folgen und Auswirkungen. Krankheiten heilen langsamer, bei mir werden die Augen in Mitleidenschaft gezogen, Ernährung muss man schon umstellen, und Stress ist ein Faktor, der die Werte nach oben treibt. Hohe Werte führen leider zur Verschlechterung des Zustands der Organe. Aber das merkt man nicht, es ist ein Schaden, der sich erst viel, viel später herausstellt. Ich beschäftigte mich also in diesem Jahr sehr viel damit, da versuchte ich gegenzusteuern, die hohen Werte mussten runter. Leider gelang das nur nicht wirklich, deshalb gab es ab diesem Jahr auch eine Spritze einmal die Woche. Eine große Umstellung war es jetzt nicht, aber überhaupt selbst zu spritzen, doch dann eher schon. Essen konnte ich dann auch nicht mehr allzu viel, was schon cool ist. Auch die ganze Umstellung mit dem Essen tat mir gut. Ich lernte wieder mehr auf meinen Körper zu hören, und er sagte mir, was mir nicht guttat. Alles in allem ein wahnsinns Jahr, in dem ich viele Veränderungen hatte. Das Private mit dem Beruflichen und dem Verein unter einen Hut zu bekommen, lies mir kaum Zeit zu verschnaufen.

So kam es dazu, dass mein Garten auch trotz der echt genialen Ernte mit Unkraut verwucherte. Ich versuchte regelmäßig es zu pflegen und zu entfernen. Aber bei den Kartoffeln musste ich dann aufgeben. Ich versuchte es rauszubekommen, aber dann holte ich die Kartoffeln mit raus. Was sollte ich machen? Die Kartoffeln sollten so lange wie möglich in der Erde bleiben, es ist mein Wintervorrat. Egal, dann muss das Unkraut eben bleiben. Ja richtig, wir befinden uns immer noch im Kleingarten, wo Regeln wichtig sind. Und so kam es, wie es kommen musste. Unser Gartenfachberater sprach auch mir eine Abmahnung aus, und er hatte leider recht damit. Er machte genau das, was ich immer gesagt habe, wir behandeln jeden gleich. Und so tat er es auch bei mir. Mein Garten erlebte dieses Jahr einen echt Wandel, aber dazu komme ich später einmal, als mir die Sprache wegblieb.

Im Herbst dann, als endlich geerntet werden konnte, wurde mein Garten auch wieder ansehnlicher. Ich nahm mir einfach die Zeit. Und als wenn dieses Jahr noch nicht genug vorgefallen war, knickte ich auch noch um. Es war ein Schmerz, ich hätte am liebsten das ganze Dorf zusammen geschrien. Der Knöchel wurde faustdick und Auftreten war nicht möglich. Die Johannisbeertante und alle redeten auf mich ein, zum Arzt zu gehen. Ok, ich gab auf. Sie fuhr mich zum Arzt, die Regentrude brachte mir Krücken vorbei und ich musste sogar nach Frankfurt zum Röntgen. Bloß gut, wenn man Freunde hat, dachte ich mir so. Ok, die Gartensaison war nun endgültig vorbei für mich. Ich sollte mein Fuß schonen, aber wer mich kennt, weiß, dass ich nicht ruhig sitzen bleiben kann. So humpelte ich immer wieder in den Garten und durch die Anlage. Mit den Krücken war es sehr anstrengend, aber es ging. Ich besuchte die Mitglieder trotzdem und redete mit ihnen und hatte immer noch ein offenes Ohr bei Problemen. Es war echt schwer, vor allem auf andere angewiesen zu sein, zum Beispiel nicht selbst Auto fahren zu können. Ein Auto ist auch so ein Thema in der Anlage, ein ganz spezielles Auto, aber dazu später mehr …


Heckenkampf …

Wilder Wein ist ja so eine Sache für sich. Wächst und wächst und wächst und nimmt auf nichts Rücksicht. Zerstört Mauern, Häuser, Dächer oder Holzverkleidungen. Zugegeben, er sieht echt schön aus und dämmt sogar vor Hitze etwas. Aber er wuchert ohne Ende auch bei mir im Garten. Anfangs hatte ich keinen, von meinem Nachbarn schlich er sich allmählich rüber, und da ich nicht so viel Ahnung damals hatte, habe ich ihn nicht sofort rausgerissen. Böser Fehler. Er breitete sich im gesamten Garten aus. In den Hecken verschmolz er mit der Hecke und erstickte sie nach und nach.

Nun musste ich ihn loswerden, und ich hatte ja dieses Jahr dann doch eine Kleinigkeit nebenbei zu tun mit meinem Garten, dem Verein und meiner Arbeit und all die anderen Kleinigkeiten, die dieses Jahr dazu kamen. Aber es nützte nichts, also machte ich das auch noch. Aber das musste ich nicht alleine machen. Nachdem ich angefangen hatte und nicht hinterherkam, sprang mir die Johannisbeertante zur Seite. Wahnsinn, wie unbarmherzig sie auf den Wein losging. Das ging bei ihr so schnell, so schnell konnte man gar nicht schauen. Ruck Zuck war er hinterm Bungalow weg, aus den Hecken entfernt. Nur eine Hecke, die war dran, als ich arbeiten war. Gemeinsam mit Mama fegten sie beide durch diese Hecke, Kahlschlag, nichtsmehr, null. Kein Grün blieb übrig. Nicht einmal die darunter vermutete Hecke. Ja, irgendwo war da mal eine, die der Wein aber komplett erstickt hat. Wirklich zerstört. Da war scheinbar nichts mehr zu retten. Dann haben sie auch noch den KnatterKalle geholt. Alles hatte sich gegen mich verschworen. Ich wollte den Wein weghaben, aber doch nicht die Hecke.

Der KnatterKalle ist ein ganz lieber und redet nicht viel, sondern packt einfach nur zu. Was muss das muss, so ist sein Motto. So kenne ich Opa zwei. So setzte er die Kettensäge an und es war geschehen. Keine Hecke mehr da. Kein Zaun zum Nachbarn, kein Schutz vor dem Hund, nichts mehr da. Sie verpackten alles in Säcke und hofften, dass sie wenigstens noch Ordnung machen konnten, bevor ich kam. Ein Großteil des Zeugs haben sie geschafft noch wegzufahren. Aber ich kam überraschend. Sprachlos trifft es wohl am besten, um meinen Zustand zu beschreiben.

Kein Wort kam mir über die Lippen. Kein Blick nichts. Sprachlos setzte ich mich und rauchte erst einmal eine Zigarette. Sprachlos ging ich zum Auto, fuhr es erst mal auf den Parkplatz. Ich merkte, wie verunsichert die beiden waren. Keine schöne Situation für beide Seiten, schlechtes Gewissen auf der einen Seite, Sprachlosigkeit auf der anderen Seite. Rückblickend muss ich sagen, super Idee. Es steht nun eine Weinlaube dort und meine Sitzecke mit Blick auf meinen Pool. Sogar ein Zaun gekauft und gestrichen in einen schönen Grauton zum Nachbarn. Alles nicht geplant gewesen, dieses Jahr aber dennoch echt ganz schön, aber noch lange nicht fertig.

Es ist schon faszinierend, was alles so Unvorhergesehenes passiert und wie daraus Schönes entstehen kann. Wir sitzen jetzt gerne da, trinken und genießen unseren Kaffee. Auch das war wieder ungeplante Arbeit dieses Jahr, aber nachdem so viel zu tun war, fiel auch das nicht mehr auf.

Ich hoffe, der wilde Wein kommt nächstes Jahr nicht wieder, dann muss ich ihn unbedingt im Keim ersticken und dran bleiben. Ich will davon nichts mehr, das war so viel Arbeit. Dieses Jahr will ich meinen Bungalow innen noch umbauen, ist dringend nötig, am liebsten alles raus und neu, aber ob ich das so schaffe, bleibt abzuwarten …


Pizza, Regen und Flossi Bieber …

Was soll ich sagen, das Kinder- und Sommerfest war echt klasse. Wie es sich für unsere Gartenanlage gehört, hatten wir alles dabei. Von viel Sonne bis hin zu Regen, Gewitter und Sturm. Ich habe ja schon einige Geschichten gehört im Laufe der Zeit, aber scheinbar waren die besten Feste, wenn es so richtig unschön wurde. Vom Wetter her! So auch dieses Jahr, was haben wir an den Pavillons gehangen, damit Sie nicht wegflogen und vor Wassermassen einbrechen. Unser Musiker hatte noch einen kurzen in der Leitung, unser Essen war durch den Einsatz der fleißigen Helfer geschützt. Und so konnten unseren Leuten natürlich das Wetter nichts anhaben.

Der Spuk war dann auch schnell vorbei und das Wetter wurde wieder schöner. Es kam dann zu einem gemütlichen schönen Abend mit Musik und Live-Unterhaltung. Durch den Regenguss waren wir mehr unter uns und wenige aus dem Dorf gekommen. Aber das störte nicht wirklich, es war eine schöne Stimmung.

Alle haben die Provokation mitbekommen, niemand hat darauf reagiert, und das war auch gut so. Aber es hat uns alle geärgert, selbst unsere Sponsoren haben es mitbekommen und ist ihnen wirklich sauer aufgestoßen. Mitten auf unserem Fest wurde eine Pizza geliefert, auf unserem Sommerfest der Kleingartenanlage. Unsere Mitglieder haben sich viel Mühe gegeben, Salate gemacht, leckere Würste gegrillt und für Getränke sorgte unser Patron mit einen eigenen Bierwagen. Und das so was. Ich weiß nicht, ob ich besonders empfindlich bin, weil die Feste mir so am Herzen liegen und weil ich die Feste lange vorbereite und viele Gartenfreunde mit beteiligt waren, aber das ging gar nicht. Ich empfand es als Provokation genauso wie unsere Sponsoren. Ich musste mich schon sehr bemühen, um sie wieder einzufangen. Wir schafften es und ließen ihn links liegen, wer ist schon Voldemort. Wissen wir doch, dass es pure Provokation war. Gegessen hat er ja schon lange nichts mehr auf unseren Festen und sich daran beteiligt, erst recht nicht. Vermutlich ärgert es ihn einfach, dass die Feste auch ohne ihn so erfolgreich sind. Wer weiß.

Ja, und die Menschen haben es bis heute nicht vergessen, die Erinnerung ist in den Köpfen.

Aber was solls, gerade das Kinderfest war gigantisch.

Es kamen sehr viele aus dem Dorf und unsere Gartenfreunde hatten alle Hände voll zu tun. Sei es die Damen vom Kaffee, was meine Mamas wieder einmal perfekt gemacht haben. Ich wurde auch umsorgt von Ihnen mit Kaffee und Kuchen. Ich war gebunden an das Kinderkarussell. Ich hatte den großen Sohn vom alten bärtigen Mann an meiner Seite, Flossi Bieber. Flossi hat es echt Spaß gemacht und war auch voller Begeisterung dabei. Er hat gezeigt, dass man sich auf ihn auch verlassen kann und so konnte ich mich auch mal um die anderen Gäste kümmern. Natürlich kam ich immer mal wieder zurück, aber Sorgen musste ich mir nicht machen. Er hatte alles im Griff. Er hat schon öfter mal geholfen und gezeigt, dass er kann. So wurde es ein schöner Tag für alle. Zugegeben, er steckt mir am Nachmittag schon in den Knochen, war ich doch seit den frühen Morgen schon unterwegs, um alles vorzubereiten und alles zu organisieren. Man macht es gerne, und es kam alles gut an und funktionierte fast reibungslos.

Und ganz ehrlich, auch wenn einigen der Live-Sänger nicht so zugesagt hat, so stärken genau diese Sachen die Erinnerungen und die Momente …


Das waren keine Gründe …

Ich war sehr froh, dass die Parzelle wieder vergeben wurde. Die ehemaligen Pächter hatten sich einfach übernommen und die Reißleine gezogen. Ich bemühte mich ihnen die Regeln näherzubringen und versuchte zu erklären, wie es hier so ist, und dass wir dabei sind, wieder eine Gemeinschaft zu werden. Nun ja, Regeln kannten sie sehr gut, ist doch aus ihrer Familie ein ehemaliger Vereinsvorsitzender einer Kleingartenanlage. Ein ehemaliger, genau. Wir wissen alle, dass man es nicht wirklich ablegen kann. Gerade wenn man sein Herzblut in den Verein gesteckt hat. Sie waren also da, Vater, Mutter und zwei Kindern. Super für unsere Gemeinschaft, für unsere Gartenanlage.

Sie wirkten voller Tatendrang, fragten nach, bevor sie etwas bauen wollten oder sogar umgestalten. Aber wir alle haben nicht mit der Kräutertante gerechnet.

Es gab Streit und ich wurde auch dazu geholt. Ich wollte vermitteln und hörte mir beide Seiten an. Mehrmals redete ich mit beiden Seiten. Ich bin mir nicht einmal sicher, wo das Problem lag. Wenn ich die Kräutertante fragte, erhielt ich zur Antwort, man habe sich nicht vorgestellt. Es störte auch, dass sie draußen kochten, mit Holz, also Feuer, dabei stellten sie die Feuerstelle schon weit weg vom Nachbargrundstück. Ich bin mir nicht sicher, aber für mich klingt das nach Ausreden. Einen Anhaltspunkt habe ich bis heute nicht, was das eigentliche Problem sein könnte. Natürlich kenne ich die Kräutertante und weiß, wie sehr sie sich in etwas reinsteigern konnte, aber das überstieg auch meine Vorstellung.

Das waren keine Gründe. Ich habe mehrfach versucht, mit Ihr zu reden und versucht herauszufinden, was los ist. Stört es sie, dass sie ihren Abfall nicht mehr entsorgen kann? Ihre Chemietoilette auch nicht mehr, dadurch dass das Grundstück jetzt nicht mehr leer steht? Man kann nur vermuten. Gesehen wurde sie schon, wie sie Abwaschwasser und Abfälle auf fremden Grundstücken entsorgt. Vermutungen mehr nicht.

Aber ich sehe es nicht ein, es sind echt liebe Nachbarn und auch der Hund ist eigentlich ganz lieb. Ich bin froh, dass sie ein Teil unserer Gemeinschaft sind.

Wir haben auch einige Begehungen dieses Jahr gemacht. Das klingt so hochtrabend das Wort. Ich denke, wir sind durch die Anlage gelaufen und haben nach dem Rechten geschaut, klingt viel besser. Viele Gärten haben sich sehr verbessert, auch wenn es den einen oder anderen gibt, der es immer wieder ignoriert hat. Unser Gartenguru hat ihm oft auf seinen Garten hingewiesen, was er machen muss, machen kann und unbedingt gemacht werden muss. Unser Holzmichel muss endlich eine Abmahnung bekommen. Unser Gartenguru sein reden hilft nicht, und lange habe ich immer Nein gesagt, auch weil er bei uns im Verein verantwortlich für Parkplatz und Verkehr ist. Also er hat eine Art Funktion im Verein, aber er hatte Recht, es änderte sich nichts.

Nach dem Schreiben änderte sich etwas, nicht nur der Garten, auch das Hetzen hinterm Rücken perfektionierte er. War er sonst nur der Überträger von Unwahrheiten und Lügen, verbreitete er jetzt diese aktiv, wohl wissend, dass diese falsch sind. Nicht falsch verstehen, ins Gesicht kann er es einem nicht sagen, dafür müsste man etwas zwischen den Ohren haben, aber er ist von guten Gleichgesinnten umgeben. Auch Leute, mit denen er nie etwas zu tun haben wollte, zählen nun zu seinen Freunden und diese tun es ihm gleich. Die richtigen haben sich gefunden, sollen sie glücklich werden, aber ich werde nicht mehr zuschauen.

Die Zeiten sind jetzt vorbei, ich werde nicht mehr nur zuschauen. Beste Freunde sind er und der Trittbrettfahrer. Aber dass sie gegenseitig übereinander herziehen hinter dem Rücken, wenn der andere nicht dabei ist, scheint sie nicht zu stören. Das müssen sie ja wissen, oder auch nicht, und der Rest macht, der Alkohol, den sie alle ja so sehr verehren und ihm jeden Tag ihre Aufmerksamkeit schenken.

Der Winter ist da echt schön, ich muss mir als Vorsitzender nicht ständig anhören, dass sie saufen und Krach machen. Wirklich aus allen Richtungen kommt das Ganze, auch viele Gärten weiter sind dabei. Es nervt, nein nicht, dass sich die Leute beschweren, machen sie mit Recht. Es nervt das ich wegen solchen Menschen keine Freizeit mehr habe. Wenn abends um neun das Telefon geht und die Beschwerden eintreffen, dann ist der Abend einfach mal vorbei für mich. Wie gesagt, dieses Jahr schaue ich mir das Verhalten vom Holzmichel nicht mehr länger an, dieses Jahr wird durchgegriffen, unsere Gemeinschaft soll friedvoll zusammenleben. Auch mit ihm gab es das Problem Strom. Im vergangenen Jahr drehte sein Stromzähler rückwärts, es wurde dann behoben. Plötzlich Solar mit Einspeisung. Unglaublich, ich dachte, ich sehe nicht richtig.

Und noch ein Stromzähler, der sich rückwärts dreht. Ich glaube, ich bin hier im Kindergarten, wo jeder macht, was er will, jeder jeden betrügt, wo er nur kann, und kein schlechtes Gewissen hat. Was denken sich die Leute? Wenn die anderen so blöd sind, dann müssen sie mein Strom mitbezahlen? Langsam reicht es und mir reißt der Geduldsfaden. Noch einer, der seine Gartenfreunde betrügt und sie für ihn kräftig zahlen lässt. Ja, ich bin gerade echt sauer, kommt es beim Schreiben alles wieder hoch, und rückblickend muss ich sagen, war ich viel zu nett. Heute würde ich anders handeln, mit aller Härte. Haben die kein Gewissen oder hat der Alkohol alles vernichtet zwischen den Ohren. Wir sind alle eine Gemeinschaft, und ich lasse es nicht zu, dass andere betrügen und sich auf ihre Kosten bereichern …


Rumpelstilzchen und seine Wahrheiten …

Die Pächterversammlung hatte ich bereits angerissen. Niemand kann sich meine Verwunderung vorstellen, als ich, wie alle anderen Gartenfreunde auch, einen Brief vom Verband erhielt. Es war eine Einladung, eine Einladung zur Pächterversammlung. Was sollte das? Der Vorstand wurde über diesen Umstand nicht informiert, sondern erfuhr es auch nur als normales Mitglied?

Na gut, es würde bestimmt seine Gründe haben, aber siehe da, es gab keinen. Weder auf der Einladung noch auf Nachfragen wurden keine Gründe mitgeteilt. Eine kurze Recherche ergab, dass solche Einladungen ohne die Benennung von Gründen rechtlich nicht zulässig sind. Aber was soll ich sagen, ich kenne es nicht anders von ihm. Rumpelstilzchen. Er machte das nicht erst kürzlich so. Ich bekam des Öfteren in der Vergangenheit einen Anruf, ich möchte bitte ins Büro kommen, und auf Nachfrage sagte man dann, das darf ich nicht sagen, das erfährst du dann, wenn du hier bist. Zugegeben, in der Vergangenheit waren es echt unwichtige Sachen, die nicht unseren Verein betrafen. Man kann sich vorstellen, wie meine Gedanken um die Anlage und vor allem sich um die Mitglieder kreisten. Was denken die plötzlich. So einen Brief zu bekommen. Ich hatte Recht in meiner Annahme, dass es zu Verunsicherung führte. Also gemeinsam einen Schlachtplan schmieden.

Unser Vorstand arbeitete echt super wieder einmal zusammen und auch die Johannisbeertante. Wir recherchierten alle gemeinsam und kamen zu einer Lösung. Also eine Lösung, um die Mitglieder zu beruhigen. Wir stellten Informationen zusammen, da es anderen Gartenanlagen ebenfalls schon so erging. Wir nahmen daraus Informationen, unterlegten es mit rechtlichen Sachen und verteilten diese. Genau wieder viel Zeit investiert für unsere Mitglieder. Gemeinsam mit der Regentrude und der Johannisbeertante gingen wir durch die Anlage. Sprachen mit ihnen verteilten unsere Ausdrucke, damit sich jeder selbst ein Bild davon machen konnte, was das Rumpelstilzchen da abzog. Danach stellten wir die Informationen noch genauer dar, angepasster am Briefformat hat die Finanziererin vorbereitet. Wir druckten es dann aus, sortierten und steckten es in Umschläge. Dafür gingen dann auch wieder einmal mehrere Stunden drauf, obwohl wir es schon zu dritt gemacht haben. Egal, unsere Mitglieder sollten informiert werden. Mich wundert es langsam nicht mehr, dass ich dieses Jahr meinen Garten nicht so geschafft habe, wie es nötig gewesen wäre.

Es vergingen die nächsten Tage noch mit Nachrichten auf dem Handy und Anrufe zu dem Thema, aber auch hier war der gesamte Vorstand wieder da und sprach mit den Gartenfreunden. Die meisten sagten zu uns, ihr seid unser Vorstand, was soll ich da, ihr macht das schon. Bei den meisten ist wirklich diese Dreistigkeit aufgestoßen, dass man ohne einen Grund einlud, und auch ohne Absprache mit dem Vorstand. Das nahmen sie schon übel.

Der Tag rückte näher, und nachts sollte man eigentlich schlafen, um fit zu sein für den Tag, aber mir gingen viele Gedanken durch den Kopf. Wir waren uns sehr sicher, dass es vom Rumpelstilzchen ein Versuch darstellte, eine Abwahl von mir durchzusetzen. Die Gartenfreunde zu überzeugen, wie böse ich doch bin und das ich endlich wegmuss. So bereitete ich mich natürlich seit Tagen darauf vor. Sammelte alle Unterlagen zusammen, kopierte, sortierte, meine Wohnung sah teilweise echt schlimm aus. Viel Zeit also wieder mal im Hintergrund viel Arbeit und Zeit, die dabei drauf ging. Aber nicht nur meine, auch die Johannisbeertante und der Vorstand.

Der Tag der Pächterversammlung kam, und der Vorstand traf sich auf dem Parkplatz. Gemeinsam waren wir komplett anwesend. So nach und nach kamen ein paar Gartenfreunde an, und dann kam auch der Trittbrettfahrer. Mit seinem Auto kutschierte er vier weitere Gartenfreunde an. Fast alle dort waren Hetzer gegen uns. Unser Holzmichel mit dabei.

Was wir uns dabei gedacht haben, kann sich wohl jeder ausmalen. Für mich war es eine Bestätigung dessen, was ich vermutet habe und mir aus den vergangen geschehen zusammenreimen konnte. Es ergab nun ein Bild und Gewissheit. So ist auch das Kapitel „Der Feind am Kaffeetisch“ entstanden.

Wir begaben uns also hinein, die erwarteten waren auch schon da. Voldemort oder der Meister des Geldes. Wir setzten uns und ich holte erst mal demonstrativ mein MacBook raus, das Gesetzbuch Vereinsrecht und Bundekleingartengesetzbuch und noch einen gut gefüllten Ordner mit Unterlagen.

Das Rumpelstilzchen begann zu reden, philosophierte über Solaranlagen und Bauanträge und Verwaltungsvollmachten und was man dürfe und was nicht. Wie gesagt, es gab keine korrekte Tagesordnung und zwischen den Themen wurde immer hin und her gewechselt, was das Ganze schwierig machte. Die Frage, die einigen auf den Nägeln brannte, wurde nicht beantwortet, auf Nachfragen einiger wurde auch auf der Versammlung kein Grund genannt, weshalb man eingeladen hatte. Man führte schließlich beiläufig aus, da es sich um eine Pächterversammlung handeln würde, würde es auch um Pachtsachen gehen. Natürlich stellten wir schnell fest, dass es um die Kündigung vom Meister des Geldes ging, die wir bezüglich seiner Solaranlage und seinem Stromdiebstahl ausgesprochen hatten, und wieder zurückgenommen. Er beschrieb dann noch, dass das Schreiben vom Vorstand ein Drohschreiben wäre und man juristische Schritte einleiten würde und selbst das Amtsgericht eingeschaltet hätte. Sowie das aufgrund des Schreibens vom Vorstand aus Angst die Leute dieser Veranstaltung ferngeblieben waren. Als kleine Anmerkung in diesem Moment versammelten sich die Gartenmitglieder auf unserer Festwiese und bauten Tische und Bänke auf, damit sie erfahren, was dort überhaupt geschehen war. So viel zu dem Thema Angst vor dem Vorstand. Ich hielt bei allen Vorwürfen dagegen, konnte sie mit Beweisen untermauern, dass hier Lügen erzählt wurden. Ich meldete mich sogar um es geordnet und geregelt und vor allem für mich strukturierter machen sollte. Aber ich kam durch Melden nicht ran, andere schon. So musste ich also doch öfters mal dazwischenreden, konnte ich doch diese Lügen und falschen Behauptungen so nicht stehen lassen.

Er wollte mich des Saales verweisen.

Er kam zu mir und forderte mich auf den Raum zu verlassen und drohte mit dem Wachschutz. Hielt mir sogar die Tür auf. Daraufhin nahm ich meinen Kaffeebecher, trank meinen Kaffee und die Diskussion ging mit anderen Mitgliedern weiter und irgendwann stand er plötzlich wieder vorne, als wäre nichts passiert. Na ja, es war wieder ein Verstoß, laut Vereinsrecht darf man ein Mitglied nur bei schweren und groben Verstößen entfernen. Für mich würden Lügen und falsche Behauptungen eher dazu zählen als jemand, der sich und den Vorstand verteidigt. Mehr noch, sogar die eigenen Mitglieder schützt vor Stromdiebstahl und Unwahrheiten. Unser Gelber Engel war angenehm objektiv und fand mahnende Worte an beiden Seiten. Er hatte recht, auch ich reagierte stellenweise emotional und ich nahm es mir an. Voldemort betonte mehrmals, er werde die ihm vom Verein auferlegte Strafe nicht bezahlen. Es ging hier einzig und allein um die Kündigung, was ich dürfe und was nicht. Unsere Gegenreden und unsere Beweise dafür wurden abgewiegelt und als unwahr dargestellt. Der Sinn dieser Veranstaltung ist im Nachhinein immer noch nicht ersichtlich und höchst fragwürdig. Objektiv war dort auf jedenfalls niemand und hatte auch niemand vor. Wer allerdings zwischen den Zeilen lesen konnte und in der Pause und danach die anderen noch mitbekommen hat, inszeniert, um eine Unterschriftenliste für eine Abwahl herumgehen zu lassen. Um Beweise für die Unfähigkeit von mir zu konstruieren und die Stimmung gegen mich anzuheizen. Er beendete die Versammlung und bevor ich alles eingepackt hatte, war der Verband verschwunden. Als wenn sie sich in Luft aufgelöst haben, so schnell waren sie weg.

Wir fuhren also in unsere Gartenanlage, wo viele Gartenfreunde bereits auf uns warteten. Wir berichteten also, was passiert war. Fast zwei Stunden lang saßen wir zusammen und redeten gemeinsam über das Erlebte. Vor allem über die Drohung vom Verband, SIE würden entscheiden, wie es mit dem Verein weiter geht. Zudem die Drohung mit dem Amtsgericht in Sachen Verein, also haben wir die Einmischung in Vereinsinterne Sachen von Seiten des Verbandes nun schriftlich protokolliert. Gegen diese Einmischung kämpfe ich seit langen an …


Endlich mal sitzen …

Aber auch andere Dinge mag man eigentlich gar nicht, aber sie sind gut für die Gartenanlage. So kam ich dann in die Gemeinde oder wurde hineingezogen. Ich glaube, rückblickend muss ich sagen, ich glaube, der Patron hat eher als ich etwas in mir gesehen und erkannt. So werde ich von der Gemeinde immer mal wieder dazu gebeten zu Gemeinderatssitzungen oder Ausschüssen, mitunter wegen meiner Erfahrung, meiner Expertise und manchmal nur um meine Meinung zu äußern zu bestimmten Themen. Ja, scheinbar ist sie wichtig, meine Meinung. Aber zugegeben, es beginnt auch Spaß zu machen. Wie könnte es auch anders sein. Wenn man sich wohlfühlt in dem Umfeld, in dem man sich bewegt, macht es oftmals Spaß, ganz natürlicher Vorgang. Ich bekam also vieles mit, was in der Gemeinde los ist, was die Menschen bewegt und was die Gemeinde und ihre Vertreter bewegt.

Ich werde immer sehr hellhörig, wenn es um die Gartenvereine geht in Briesen. Dabei muss man sagen, dass sie über unseren überwiegend positiv reden, mir ist bisher kein negatives Wort bekannt, seitdem ich im Vorstand bin.

Ich merke aber auch, wie die Stimmung gegenüber dem anderen Verein in der Gemeinde kippt. Gerade das Thema Müll ist ein Sorgenkind für die Gemeinde. Ob es auf den umliegenden Feldern von ihnen entsorgt wird oder wie aktuell auch umliegend einfach abgeschmissen. Da dieses Problem nun schon länger sensibel in der Gemeinde ist, so musste ich Sommer doch echt einmal laut werden.

Endlich mal sitzen, den Kaffee genießen, entspannen, endlich einmal. Doch so einfach ist das als Vorsitzender nicht, da klingelt das Telefon. Es entsorgen welche ihre Abfälle an den Bahngleisen. Aus unserem Verein? Ja! Alles stehen und liegen lassen, aufs Rad gesetzt und losgefahren. Tausend Sachen schossen mir durch den Kopf. Ich dachte nur, hoffentlich hat das noch niemand mitbekommen, ich muss das verhindern, die Gemeinde darf davon nichts wissen.

Nicht auszudenken, wenn unsere Anlage plötzlich ähnlich in den Ruf gelangen würde. Ein Image Schaden, der nur schwer zu reparieren ist. Meine Gedanken schwirrten herum, das darf nicht passieren, und ich wurde echt sauer. Vorbei an den Gärten, ja regelrecht gerast mit dem Rad, vorbei an Mama und Opa, nur schnell sein, dachte ich. Angekommen.

Ich fragte sie, was das soll, und man glaubt es nicht. Es wurde echt so getan, als sei das doch nicht schlimm und warum ich mich so aufregen würde. Ich dachte, ich höre nicht richtig, ich arbeite an dem Ansehen bei der Gemeinde, investiere unglaublich viel private Zeit, pflege Kontakte und dann muss man so etwas hören? Ich wurde laut, richtig laut. Ich denke, das hat gesessen, habe ich es mir bei ihnen verscherzt? Mir egal, zu Hause machen sie ihren Müll auch nicht auf die Straße, sondern in die Tonnen.

Ok gut erledigt. Hoffentlich saß dieser Schuss und sie würden sich das nie wieder trauen, dachte ich beim Losfahren. Das ist Mama, ich halte an. Ich musste erst einmal runterkommen. Das konnte ich bei ihnen gut, mich beruhigen, runterfahren. Natürlich war die erste Frage, warum ich so vorbei gerast bin, ich erzählte, was passiert war. Gemütlich in der Sonne saßen wir beieinander und sie hörten zu. Die Sonne war herrlich, es wurde zusehend ruhiger, und ich genoss es einfach nur, ich war dort sicher und geborgen. Als ginge man in einen Garten und ist in einer anderen Welt.

Was soll ich sagen, meine Aufregung war gerechtfertigt. Aktuell wurde ich zur Ortsbeiratssitzung vom Bürgermeister eingeladen zum Thema Kleingartenanlage. Aber dazu später mehr …


Von Grillen und Schuppen …

Nun hat der alte bärtige Mann nicht nur einen, sondern zwei Kinder, eine Frau und viele ungebetene Gäste. Also auch wenn er scheinbar nach außen knurrig wirkt, so scheinen sich seine Familie und Gäste sehr wohl bei ihm zu fühlen. Voller Tatendrang kümmert sich seine Frau, die Blütenfee, um ihre Blumen, um ihn und ihre Kinder. Aber gemeinsam kümmern sie sich rührend um ihre Gäste mit allen Mitteln. Und davon haben sie viele. Zugegeben, es sind keine willkommenen Gäste, wer möchte schon gerne Maulwurfsgrillen in seinem Garten haben. Aber so ist es eben, sie fühlen sich bei den vieren wohl.

Es ist faszinierend, wie sie gemeinsam als Familie dagegen kämpfen, recherchieren und Strategien zur Bekämpfung entwickeln. Maulwurfsgrillen leben in der Erde und fressen mit Vorliebe die jungen Pflanzen und ihre Wurzeln. Die Bekämpfung ist nicht so einfach, und wie immer ist es so, was bei dem einen wirkt, hilft bei dem anderen noch lange nicht.

Dieses Problem führte dann nun auch zu mir. Die Nachbarn hatten ihre Beete mit Folie abgedeckt. Das mögen die kleinen Biester natürlich, wie sie gelesen haben. So wurde es an mich herangetragen und ich versuchte zu helfen. Die Folie ist eh nicht erlaubt und sie mussten sie entfernen. Was dann auch zügig umgesetzt wurde.

Das ganze Jahr kämpften sie nun fortan damit und wir hoffen alle, dass es ihnen dieses Jahr erspart bleibt.

Nun muss man sagen, irgendwie hatte ich viele erste Aufgaben und so auch diese. Seit einigen Jahren zerstörte der Wind immer wieder und immer mehr den Blechschuppen meiner Nachbarin. Immer wieder notdürftig repariert und geflickt. Nun gab es einen heftigen Sturm, und der Schuppen flog weg. Ich war damals gerade unterwegs zu meiner Mutter in die Pflege-WG, als mich auf der Autobahn ein Anruf ereilte. Meiner Nachbarin ihr Schuppen ist weggeflogen und zum Nachbar Grundstück über den Zaun. Alles klar, dachte ich, drehte an der nächsten Ausfahrt um und fuhr zurück in die Gartenanlage. Es ist doch verhext, nicht einmal in Ruhe zu meiner Mutter konnte ich fahren, ohne dass in der Anlage irgendwas passierte.

Angekommen sah ich das Ausmaß, das komplette Dach vom Blechschuppen lag bei den Nachbarn. Mist, hoffentlich war niemand verletzt, so ein Dach ist scharfkantig und wenn das durch die Luft. fliegt, echt gefährlich. Ich ging zu den Nachbarn, ein Einfamilienhaus mit großem Grundstück, ich kannte sie recht gut und so kam ich problemlos auf das Grundstück. Gemeinsam mit zwei anderen versuchten wir das Dach wieder über den Zaun zu heben, ohne uns selbst zu verletzen. Man muss erwähnen, dass das Dach echt groß war und in sich zusammengeblieben ist. Was natürlich die Bergung des Daches erheblich erschwerte. Aber letztendlich geschafft. Wir riefen die Besitzerin an. Ich nenne sie mal Tüdeltraud da sie oftmals etwas tüdelig rüber kommt. Aber ich weiß nicht, womit ich das verdient habe, denn sie hatte keine Zeit, sich darum zu kümmern. Das ist nicht ihr Ernst. Doch war es leider. Völlig uninteressiert und unwichtig, vernahm sie das Ganze. Was also machen fragten wir uns. Mein anderer Nachbar, der Dampfzaunkönig und ich versuchten dann das Dach zu sichern, das es nicht gleich wieder abhauen konnte. Wir stellten es schräg an die Reste vom Schuppen, stützten es und hofften natürlich das die Tüdeltraud das bald in Ordnung bringt.

Weit gefehlt, es verging viel Zeit. So viel Zeit, dass ich wieder zum Handeln gezwungen war. Im Schuppen war der Stromzähler und der wurde beschädigt. Nur mit einer Tüte vor Feuchtigkeit geschützt. Das konnte so nicht bleiben, da es die Tüte bereits mehrfach weggeweht hat und der Dampfzaunkönig es immer wieder für seine Nachbarin versucht hat zu reparieren bzw. zu sichern. Was blieb mir anderes übrig, ich entschied ihr den Strom abzuschalten. Ich weiß nicht bei unseren älteren Elektroleitungen, wo der Strom durchhaut und ob die Sicherung die anderen wirklich schützt oder dann der gesamte Strang ausfällt. Also auch das noch, ich kümmere mich darum. Ich setzte ihr die Pistole auf die Brust und sie wurde gezwungen, den Schuppen zu reparieren und den Stromanschluss in den Bungalow zu verlegen, wo er vor Feuchtigkeit sicherer ist. Aber auch das zog sich wieder ewig hin, aber ihr Problem. Nachdem der Schuppen weggeflogen war, hatte sie übrigens einen neuen gekauft und wollte diesen aufstellen. Ja, einfach so, ohne zu fragen, ohne Absprache. Das ging natürlich nicht. Es gab schon für den alten Schuppen keinen Bauantrag, wie sollte es auch, sind doch Schuppen als zweiter Baukörper verboten, fasste ich den Kompromiss, sie dürfe den alten wieder aufbauen, aber vernünftig. Das ist bei einen Blechschuppen jetzt nicht so schwer.

Es zog sich und zog sich. Unser Hausi und unser Vereinsvater nahmen sich dem an. Sie halfen ihr, so gut sie konnten. Hausi war mal Hausmeister, der bekommt so was hin. Und nach vielen Wochen war es geschafft, er stand wieder. Stabil, robust und vor allem, es sah so aus, als wäre nichts gewesen und als ob er schon immer stehen würde. Klasse dachte ich, so kann niemand meckern. Genauso macht man es. Wir konnten dann auch bald den Strom wieder einschalten, natürlich habe ich auch diese Gelegenheit sofort genutzt, um offene Forderungen einzutreiben und schaltete den Strom erst danach wieder zu. So macht man alles für den Verein und seine Mitglieder …


Hass und Verzweiflung …

Es passiert gerade aktuell wahnsinnig viel, ich eile von Termin zu Termin, von Sitzung zu Sitzung. Ob Ortsbeirat oder Gemeindevertretung, überall soll und bin ich gerne dabei. Auf Einladungen vom Bürgermeister und unserem Patron nehme ich gerne an den Sitzungen teil. Auch wenn diese ganzen Termine für wenig Schlaf und keine Freizeit sorgen. In der Zeit zwischen meinen Terminen, den Sitzungen und meiner Arbeit bereite ich mich auf Themen vor und lese mich viel ein. Zudem befass ich mich intensiv mit der Kommunalverfassung und deren Gesetzen. Das ist extrem wichtig, will man mitreden und Ideen und Anregungen einbringen. Das ist eben Hintergrundwissen, das man braucht, damit es auch zum Erfolg führt. Die Mitgliederversammlung unseres Vereins muss auch vorbereitet werden und Berichte geschrieben werden.

Dazu kommt noch der Streit mit dem Rumpelstilzchen, dem Verband. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich das schaffe, alles unter einen Hut zu bekommen. Es gelingt mir, auch wenn mit sehr wenig schlaf. Aber am Wochenende kann ich diesen nachholen. Obwohl, die Bundestagswahl ist am Sonntag und da muss ich mit dabei sein, als Mitglied im Wahlvorstand der Gemeinde, also um sechs Uhr aufstehen und bis spät in die Nacht wahrscheinlich Stimmen auszählen.

Na gut, der Samstag also zum Entspannen und Haushalt machen angepeilt. Ich schaffe das, ich mache das ja für unsere Gartenanlage, für den Verein, für die Mitglieder, die sich auf mich verlassen.

Nun, es ist Ende Januar und ich nahm einen Brief aus dem Briefkasten. Vom Verband mit der Mitteilung, dass die Verwaltungsvollmacht uns entzogen wurde. Man muss sich vorstellen, man bekommt diesen Brief und der Entzug soll zum Ende des Monats sein, genau 2 Tage später.

Wir wissen bis heute nicht, warum und weshalb, da es das Rumpelstilzchen wieder nicht für nötig gehalten hat, einen Grund dafür mitzuteilen. Auch auf Nachfragen wieder nicht, das ist so üblich bei ihm. Er hat es immer noch nicht geschafft, mich verschwinden zu lassen. Deshalb versucht er es nun auf die Art. Er schrieb alle Pächter an und informierte diese über den Entzug und das die Pachtzahlungen usw. künftig nur an den Verband geleistet werden sollen. Stellt sich die Frage nach seiner Absicht dahinter. Wie gesagt, ich bin immer noch da und er hofft damit Unruhe zu stiften, damit mich die Mitglieder abwählen. Es gibt natürlich einen der darauf voll angesprungen ist, einen der nicht genannt werden darf, einen deren Namen niemand ausspricht. Voldemort. Ok, dieses Mal war es nicht er direkt, er handelte durch Bellatrix. Die beiden sind schon faszinierend, wie sie sich gegenseitig so dermaßen aufstacheln und hochkochen, das macht eine gute Ehe aus. Sie versuchten über die verbliebenen Kanäle uns zu fragen, wann die Abwahl stattfindet, sogar über die Eltern wurde gefragt, wann die Außerordentliche Versammlung nun passiert. Wir haben sie ja fast alle privat blockiert, da man nie die Ruhe hatte sonst. Nicht einmal nachts.

Natürlich beunruhigt es die Mitglieder etwas, aber auch zu meiner Überraschung blieben sie entspannt, fragten nach, was das bedeutet und was sie tun können. Ja, sie fragten, wie sie uns helfen könnten. Sogar ob wir finanzielle Unterstützung für unseren Vereinsanwalt bräuchten und sie würden gerne etwas geben. Ich war sprachlos, ich musste mich sortieren und kann es nicht glauben. Was hat der Verein doch für geniale Mitglieder. Aber das nahm unsere Finanziererin und Ihr Mann, der Truck-Heizer, zum Anlass und starteten ein Spendenkonto, und das innerhalb kürzester Zeit echt gut gefüllt wurde.

Wir empfahlen den Mitgliedern auch, dass sie sich an den Verband wenden sollten, um die Dinge zu klären und Ihre Fragen in Erfahrung zu bringen, da wir keinerlei Auskünfte vom Verband erhielten. Egal wie oft wir nachfragen. Es kommt einfach nichts. So geht man natürlich miteinander um. Aber welch eine Überraschung auch hier bei den direkten Nachfragen der Mitglieder gab es keine Auskunft. Ich habe ja erwähnt, dass wir einen Anwalt bemühten uns zu vertreten. Zunächst übernimmt er die beratende Funktion und prüft die weiteren Schritte und unser Vorgehen gegen den Verband. Der Entzug der Verwaltungsvollmacht berührt uns nicht wirklich. Muss doch der Verband jetzt unsere Arbeit machen und für jeden Rechnungen ausstellen und Zahlungen buchen. Ihre Aufgabe jetzt, aber sie haben in der Vergangenheit ihre Arbeit schon nicht geschafft, wie soll das jetzt funktionieren? Und Moment mal im Pachtvertrag mit dem Verband steht, ich habe die Zahlungen an den Verein zu leisten. Wieso kann er dann einfach sagen, dass wir die Zahlungen an den Verband leisten sollen. Kann er nicht, aber das Rumpelstilzchen macht es. Um dieses zu ändern, wäre ein Nachtrag oder ein Änderungsvertrag zum Pachtvertrag notwendig, den beide Seiten zustimmen müssen. Ja, ich bin mittlerweile viel im Gesetzesdschungel unterwegs, sodass der Anwalt dieses auch für gegeben hält. Also einen Brief an den Verband, dieses Mal als privat Person, da ich ja auch ein Pächter bin, aber was soll ich sagen.

Wie viel Hass und Verzweiflung muss jemand in sich tragen, um so massiv gegen einen Verein vorzugehen. Gegen jemand, der Arbeit macht, ja, weil viel liegen geblieben ist und immer öfter nachfragt, wie nun der Stand ist. Ist das nicht mein Recht als Vertreter der Mitglieder? Ich fordere das Recht ein, die Sachen, für die er zuständig ist, zu bearbeiten und Auskünfte zu geben. Wir zahlen pro Mitglied 77 Euro jedes Jahr an diesen Verband, im Endeffekt dafür, das er uns zerstören darf.

Er verklagt uns von unseren Mitgliedergeldern. Wir zahlen ihn dafür Geld, damit er gegen uns vorgehen kann. Das darf man niemanden erzählen.

Es ist so und wir lassen uns davon nicht beeindrucken. Wir als Vorstand halten dagegen, wir wehren uns, aber wir greifen nicht an. Wir fragen nach und wollen vom Verband die rechtliche Klärung auf dringende Fragen. Wollen oder können Sie diese nicht beantworten? Ich denke, sie können es nicht, da es ein Schnellschuss war, der nicht bis zu Ende überlegt wurde nur um das Ziel, mich verschwinden zu lassen, umzusetzen. Nichts ist geklärt oder ihnen gar bewusst, was auf sie zukommt, welche Arbeit sie sich damit aufgeladen haben. Aber die Suppe müssen sie ganz allein auslöffeln, wir weisen nur darauf hin, was ist, und stellen unsere Fragen im Interesse der Mitglieder …


Erfinderische Maßnahmen …

Beeindruckend, was Hass mit einer Macht, was für erfinderische Maßnahmen ergriffen werden können, um den Kleinkrieg weiter zu schüren. Ich verstehe es nicht, greifen wir ihn überhaupt nicht an, im Gegenteil, wir haben unsere Aktivitäten so dermaßen zurückgefahren und er eskaliert immer weiter. Nur irgendwann ist bei uns auch die Zeit der Rücksicht vorbei, und auch wir oder ich kann nicht immer nur einstecken. Wir haben beschlossen, ab sofort wird zurückgeschlagen. Massiv, mit allem, was uns zur Verfügung steht.

Es muss endlich aufhören, das die Mitglieder aufgehetzt und verunsichert werden. Da gab oder noch gibt es da jemanden im Verband, die er unbedingt loswerden möchte. So versuchte er sie durch einen Vorstandsbeschluss zu feuern. Die Rechnung ging nicht auf, sie nahm sich einen Anwalt und er musste es zurücknehmen, da er gegen seine Satzung und gegen Gesetze damit verstoßen hatte.

Bedauerlich für ihn, dass er seine eigene Satzung nicht kennt und dadurch diese Fehler macht. Sodann lud er doch zu einer Mitgliederversammlung ein, um sie korrekt abwählen zu lassen, damit dieses Mal alles den rechtmäßigen Gang geht.

Was soll ich sagen, auch das konnten sie nicht richtig machen. Denn sie haben zu einer normalen Mitgliederversammlung im Verband eingeladen. Da witterte der Anwalt die Chance. Habe ich erwähnt, dass ihr Anwalt auch unser Anwalt ist. Er schlug mir also vor, als Mitglied darf ich laut Satzung vom Verband Themen einbringen, die er umsetzen muss in der Versammlung. Also stellte ich TOPs zusammen, die der Anwalt vorgeschlagen hat, unter anderem Neuwahl und Rederecht. Weil das Rederecht hatte er mal wieder vergessen für eine Abwahl. Sorry, das darf einem vom Verband nicht passieren, ein solch eklatanter Fehler. Wäre die ganze Abwahl doch ungültig dann. Aber wir wollten, dass sie sich verteidigen darf. Also formulierte ich es und die Johannisbeertante schaute drüber und ich reichte es ein. Der Schuss musste gesessen haben, denn es dauerte keine zwei Stunden, dann kam die Info, es gäbe eine außerordentliche Vorstandssitzung im Verband. Schon 2 Tage nach meiner E-Mail sollte diese sein. Nun kann man sich denken, was sie beraten werden. Mit Sicherheit nicht die Themen diskutiert oder wo die Fehler liegen, sondern wahrscheinlich eher, was sie wieder einmal gegen mich unternehmen können. Ich weiß, jeder normale würde darüber nachdenken, was falsch gelaufen ist und wie man das Richtigstellen kann oder korrigieren. Aber ehrlich gesagt traue ich ihm das nicht zu, nicht nach dem Verhalten des Rumpelstilzchens in der Vergangenheit.

Ich habe natürlich auf Anraten des Anwalts sollte ich die Wahl ebenso einfordern, da es auch rechtlicher Sicht keine Begründung auf Verschiebung der Wahl mehr gebe. Das würde der Anwalt dann beim Amtsgericht und beim Vereinsgericht auch so begründen dann. Also machte ich es. Nun ist es ja so, dass ich als Vereinsvorsitzender der Vertreter des Vereins bin und demnach Mitglied, so ist es mir ausdrücklich laut der Satzung erlaubt jeden Punkt einzubringen.

Da ich mich mittlerweile gut auskenne, forderte ich zudem natürlich nicht nur als zusätzlichen Punkt die Entlastung des Vorstands, was ja für eine Wahl Voraussetzung ist, sondern noch die Kassenprüfung, Revision. Also muss der Verband auch noch seinen Finanz- und Haushaltsplan erstellen und eine Revision durchführen lassen. Sicherlich ist die Zeit sehr knapp, aber das hätte man vorher bedenken müssen, wenn man das durchführt.

Sie merken wahrscheinlich, was falsch gelaufen ist, oder sie sind so voller Hass, dass Sie das nicht sehen wollen. Wir werden es erfahren …


Gleich 2 Mitgliederversammlungen vorbereiten …

Im Moment stecken wir diverse Vorbereitungen extrem in den Knochen. Wenig Schlaf, viel Nachdenken und Strategieplanung in vielen abendlichen Telefonaten sind an der Tagesordnung. Zeit ist gerade echt Mangelware. Im Moment sitze ich über meine neue Rede zur Stadtverordnetenversammlung in Fürstenkien an der Knatter.

Hier geht es um enorm Wichtiges für meine Kleingärtner und nicht nur für meine, sondern um alle im Einzugsgebiet. Die enorme Preissteigerung, die der Abwasserverband beschließen will, können wir nicht zulassen. Und wenn ich sage, enorme, dann ist das wirklich so. Das Schreiben einer Rede geht mir mittlerweile ganz gut von der Hand, aber in der Größenordnung ist es etwas anders als im Verein oder im Gemeinderat. Außerdem wird das ganze immer im Internet übertragen. Das heißt also, es ist nicht nur die große Anzahl vor Ort, sondern auch live, na ja, man kann sich vorstellen, dass man schon etwas nervös dabei ist.

Aber ich kann das schon ganz gut ausblenden und mich auf das Wesentliche konzentrieren. Es geht ja um etwas, um etwas für die Vereinsmitglieder, also Augen zu und durch.

Ich ziehe jetzt auch noch einen Joker, die Rede schicke ich an eine Abgeordnete, die viel Erfahrung in der Politik hat. Sie soll noch einmal drüber schauen und evtl. Änderungen oder Ergänzungen machen. Ich denke aber ich habe alle Ratschläge schon ganz gut berücksichtigt, die sie mir schon bei meiner ersten Rede gegeben hat. Die Johannisbeertante hat diese, Stück für Stück die alten Satzungen mit den neuen verglichen und mir viel Zündstoff für die Rede gegeben.

Ich muss aufpassen. Das Rumpelstilzchen wird wohl auch da sein, so jedenfalls der Buschfunk. Angeblich hat er im Namen der Kleingärtner mit dem Abwasserverband verhandelt und präsentierte den Vorsitzenden das Ergebnis, und wir sollen binnen 14 Tage zustimmen.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich das als gegeben hinnehmen würde, also stellte ich zusätzlich Recherchen an. Tatsächlich, der angebliche Kompromiss stammt aus dem letzten Jahr. Mir liegt die Satzungsänderung des Abwasserverbandes als Entwurf vor. Was will er denn bitte verhandelt haben? Hält er mich für blöd? Ich kann es einfach nicht glauben, schon wieder nur Lügen. Er müsste mich doch bereits kennen.

Ich muss wirklich aufpassen, dass mir auf der Versammlung nicht der Kragen platzt, wenn er behauptet, er hat es ausgehandelt. Natürlich bin ich Profi genug, dass mir das nicht passiert, aber ich bin auch nur ein Mensch.

Wahrscheinlich kommt das Rumpelstilzchen mit der Olga wieder zur Versammlung. Die beiden wollen dabei sein, ich bin mir nur nicht sicher, was sie da wollen. Seine Rede hat er das letzte Mal schon gehalten und neue Erkenntnisse gibt es ja nicht von denen ihrer Seite aus.

Wir werden es sehen, jedenfalls haben sie keine Zeit gerade für irgendwas. Bisher gibt es immer noch keine Antworten auf Nachfragen der Vereinsmitglieder zum Entzug der Verwaltungsvollmacht. Still ruht der See, wie man so schön sagt. Aber warum nicht, frage ich mich. Sind sie so überfordert, oder haben sie einfach nicht Folgen nicht bedacht, was der Entzug bedeutet? Wir werden es bestimmt bald wissen. Unser Anwalt ist gerade sehr aktiv und echt genial, aber ich greife hier nicht vor, noch ist nichts sicher.

Meine Bemühungen um Ortsbeirat und im Gemeinderat waren äußert erfolgreich. Da wird auf das Rumpelstilzchen einiges zukommen und mit Arbeit überschütten. Olga und er werden sich freuen, was für ein riesen Berg da jetzt anrollt.

Ich muss zwei Mitgliederversammlungen vorbereiten. Bloß gut, dass ich einige Zuarbeit bekomme. Von meinem Verein mache ich mir echt keine Sorgen, die ist im Kopf fertig, die Berichte und Reden habe ich schon vorgeschrieben und das läuft. Die andere muss man mal schauen. Ist eine Herausforderung, aber auch das werde ich schaffen.


Von einem der Auszug …

In Bezug auf die bevorstehende Mitgliederversammlung kommt natürlich so einiges wieder ins Gedächtnis, gerade in Bezug auf die Finanzen. Haben wir den Verein doch gerade noch so aus der drohenden Schieflage befreit, finanzieller Ruin bezeichne ich das einfach mal. Wir standen kurz davor und der Meister des Geldes war daran eindeutig schuld. Er hat seinen Job nicht gemacht, sonst wäre das früher aufgefallen oder erst gar nicht so weit gekommen. Unser DreamTeam hat die Finanzen so klasse aufgearbeitet und dabei ist so viel Mist ans Tageslicht gekommen, wir trauten unseren Augen kaum.

So wussten wir, dass mein ehemaliger Nachbar es geschafft hatte, eine vierstellige Summe an Außenständen anzuhäufen. Wie das möglich ist, erschließt sich uns nicht. Aber uns wundert im Zuge der Aufarbeitung nicht, dass der Verein in finanzielle Schieflage geriet. Hat der Meister des Geldes seinen Job wirklich so schlecht gemacht? Heute kann und muss man sagen ja. Immer mehr kam ans Licht, immer mehr Außenstände. Falsche Rechnungen, nicht eingetriebene Rechnungen und Zahlungen. So geht man nicht mit den Geldern der Mitglieder um.

Wer ist das denn? Hat mein Nachbar Freunde zu Besuch? Die ersten Male dachte ich mir nichts dabei, große Familie, Freunde, die ihm helfen, alles war möglich und in der Vergangenheit auch schon so geschehen. Doch dieses Mal wurde ich stutzig. Bearbeiten das Beet und fühlen sich wie zu Hause, so der Anschein. Ich fragte also einfach mal nach. Die Eltern konnten kaum Deutsch, was jetzt nicht verwunderlich war, aber der Sohn konnte es. Erstaunlich, dass es jetzt sein Garten war und er ihn gekauft hatte. Wie geht das denn ohne mein Wissen? Nach einem kurzen Gespräch sagte ich ihm, er hätte sofort den Vorbesitzer anzurufen und ich erwarte ihn in fünf Minuten hier am Garten. Außerdem erteilte ich dem neuen Hausverbot.

Das ist schon dreist gewesen. Im Kleingartenverein kann man seinen Garten nicht ohne Vorstand verkaufen und schon gar nicht ohne Pachtvertrag, Aufnahme in den Verein usw…

Ich rief die Johannisbeertante, die Regentrude und die Finanzierin an und sie kamen hinzu. Das wollte ich nun nicht mehr alleine machen, Zeugen wären bestimmt auch praktisch, wer weiß, was passiert.

Mein ehemaliger Nachbar kam und ich merkte, dass ich etwas ungehalten war. Er verhielt sich defensiv und ich erzählte ihm, was er getan hat und was ich für Probleme damit habe. Hinzu kamen noch die enormen Schulden, die er bei uns hatte. Wir einigten uns darauf, das er seine Schulden restlos bezahlte. Da ich auf Versprechungen wenig gebe, erteilte ich dem neuen Hausverbot bis zu dem Tag, an dem alle Schulden restlos bezahlt sind. Dann treffen wir uns und erledigen die ganzen Formalitäten.

So kam es, dass wir einen riesigen Berg Schulden eintrieben und klare Ansagen machten. Das ist echt gut gelaufen. Nach einer Weile und nach zwei Aufforderungen war es auch alles bezahlt. Es bemerkt, dass die neuen Nachbarn und ich uns gut verstehen und wir auch öfter miteinander reden und uns helfen. De Ja vue, das gab es doch schon einmal in meiner Amtszeit. Ja, genau, ganz am Anfang aber das ein anderes, mal mehr dazu …


Von Mullbinden und Pflastern …

Und wieder einmal überschlagen sich die Ereignisse, zur Ruhe kommen ist nicht. Das Rumpelstilzchen ist aktiver als jemals zuvor. Ich bin neidisch, neidisch auf ihn, wie er in dem Alter noch so ein Ehrgeiz an den Tag legen kann, und Mitgliedergelder veruntreuen und gegen Satzungen und Gesetze verstoßen kann.

Er versucht unbedingt ein Mitglied seines Vorstands loszuwerden. Dafür hat er nun eine Abwahl einberufen. Nachdem der Rausschmiss nicht funktioniert hat, weil sie sich dagegen mit einem Anwalt gewehrt und er es zurücknehmen musste. Er versucht es nun auf diese Art und Weise und macht wieder einmal alles falsch. Wirklich! Man muss sich weder an Gesetze halten noch an seine eigene Satzung. Zudem beauftragt er die Anwältin des Verbandes, eine Unterlassungserklärung zu fordern.

Aber nicht nur gegen Sie. Ebenso gegen die Johannisbeertante. Er geht dagegen privat vor, aber im Auftrag des Regionalverbandes. Es ist schon hart und bewundernswert, wie dreist man Mitgliedergelder veruntreuen kann. Jetzt auch gegen mich. Ja, ich habe auch endlich Post von der Anwältin. Und ich dachte schon, er lässt mich da außen vor, aber nein, endlich geht er auch gegen mich vor. Ja richtig, ich freue mich. So haben wir mehr Zündstoff für das Gericht, was unser Anwalt auch benötigt, um Fakten darzulegen. Sehr genial, dass das Rumpelstilzchen uns liefert, was wir benötigen, und das ganz ungefragt. Ein superkollegialer Mensch muss ich sagen.

Aber eins nach dem anderen. Die Johannisbeertante bekommt doch echt eine Unterlassungserklärung, die Sie unterschreiben soll, weil Sie etwas in Ihrem Whatsapp Status gestellt hat, was dem Rumpelstilzchen nicht gepasst hat. Ja, richtig, privat!

Er versucht sie schon länger loszuwerden. Ob es Abmahnungen hagelt, weil sie Ihren Hänger im Verein stehen hat, oder irgendwelche Pfeiler, die sie heilen muss oder gar der Rausschmiss aus dem eigenen Verein, der einfach mal so festgelegt wurde, alles klägliche Versuche. Daher nun die Unterlassungserklärung.

Es sei zu erwähnen, dass Hänger von einem Auto mit Anhängerkupplung gezogen werden müssen. Ist logisch, denkt man sich, aber Abmahnung kann man dennoch schreiben, auch wenn man gar keine Anhängerkupplung an seinem Auto hat, und demnach ja auch kein Hänger. Egal, merkt bestimmt keiner. Von den heilenden Pfeilern ganz zu schweigen. Pflaster, Mullbinde und Atemschutzmaske, so werden Pfeiler geheilt, dachte sie sich, und siehe da. Im Frühling haben die Pfeiler die Pflaster, Binde und Maske von alleine abgelegt. Puh, gut gegangen, sie sind demnach geheilt, dachte sie, es geht ihnen wieder gut. Bloß gut, dass man sie darauf hingewiesen hat, dass es den Pfeilern nicht gut ging, nicht auszudenken, was passiert wäre. Aber musste es in Form einer Abmahnung sein? Jeder kümmert sich doch freiwillig um kranke Pfeiler, da hätte es ein normaler Hinweis auch getan. Nicht schlimm, sie haben es überlebt und sind wohlauf, und wenn sie nicht gestorben sind ….

Ach ja, die Post der Anwältin war bezeichnend. Ein Schreiben, das kann man sich nicht ausmalen, was das soll. Keine Beweise vorgelegt, wüste Anschuldigungen, haltlos und unsinnig. Damit muss man nicht einmal seinen eigenen Anwalt bemühen, das kann man selbst alles widerlegen. Aber das man dafür das Geld der Mitglieder missbraucht, ist ungeheuerlich. Auch der Verband muss die Anwältin für alles, was Sie macht, bezahlen. Ist das Veruntreuung von Mitgliedergeldern? Ich behaupte ja. Etwas Privates gegen Rumpelstilzchen benutzt er den Verband und schickt die Anwältin in die Spur. Er benutzt die Gelder der Mitglieder also für seine privaten Zwecke, Befindlichkeiten. Auch ich wurde ja endlich vom Rumpelstilzchen mit der Anwältin bedacht. Aber wer jetzt denkt, dass ich überrascht war oder erschrocken oder Ähnliches weit gefehlt. Ehrlich gesagt, habe ich zuerst herzhaft gelacht. Bevor ich sauer wurde.

Es stehen falsche Daten in dem Schreiben, eine Vollmacht aus dem letzten Jahr und zudem noch unvollständig, Lügen stehen da drin und eine unsinnige Forderung. Aber ehrlicherweise nichts, was ich zu lassen habe, oder was sie mir vorwirft. Ich verstehe das Schreiben so gar nicht. Es soll nur klarstellen, dass ich Unrecht habe, was ich aber schon im ersten Satz widerlegen kann. Man muss sich vorstellen, eine Anwältin behauptet, das es nicht so schlimm sein, wenn Ihr Mandant „ordentliche Mitgliederversammlung“ auf die Einladung geschrieben habe, sie meinten ja „außerordentliche“. Genau richtig gelesen, so etwas von einer Anwältin.

Ich kann das Schreiben überhaupt nicht ernst nehmen, denn es geht weiter. Es wird darin behauptet, die Vorsitzenden hätten bereits letztes Jahr eine Einladung zur Wahl in diesem Jahr bekommen. Auch das ist gelogen, es gab keine Einladung, zur Sicherheit forschten wir bei anderen Vorsitzenden nach, und siehe da, auch diese wussten davon nichts.

Ich glaube, ich muss eine Richtigstellung und eine Unterlassungserklärung von der Anwältin verlangen, bei so vielen Lügen.

Was solls, mein Anwalt hat ihr mittlerweile geantwortet und die Katze aus dem Sack gelassen, was wir bei Gericht beantragt haben. Wir schauen nun einmal, was passieren wird.

Dazu später mehr, denn noch ist das Kapitel nicht geschrieben …


Quietschen, Sonne und Schlaf …

Durchmachen musste ich ja in der kurzen Zeit echt viel. Ich bin noch nicht einmal zwei Jahre im Amt und ich glaube, so viel machen andere Vorsitzende in ihrer gesamten Amtszeit nicht durch.

Angefangen mit administrativen Aufgaben über Lügen, Hetzen, Verleumdungen und das Rumpelstilzchen.

Wer hätte das Gedacht …

Momentan sitze ich über die Berichte und Vorbereitungen für unsere Mitgliederversammlung. Ja, nur nebenbei, weil wie schon erwähnt, überschlagen sich die Ereignisse derzeit. Aber in meinen Berichten für die Versammlung streiche ich hin und her. Eigentlich will ich diplomatisch schreiben, andererseits müssen endlich deutliche Worte fallen. Deutlich in Form davon, das ich mir nichts mehr gefallen lassen werde von den ganzen Hetzern und Stänkerer.

Mir liegt die Gemeinschaft am Herzen, und einerseits möchte ich kein Öl ins Feuer gießen, zum anderen signalisieren mir die Mitglieder, das ich endlich härter durchgreifen solle. Ja, Sie merken, dass es alles an meine Belastungsgrenze geht. Immer öfter lassen sie mich verstehen und sagen es sehr deutlich, ich soll auf mich aufpassen und mir auch Zeit für mich nehmen. Das ist echt leicht gesagt, ich verstehe sie natürlich. Ehrlich gesagt merke ich es selbst, aber was kann ich denn wirklich tun? Viele der Sachen, die gerade kommen und passieren, kann ich nicht an andere abgeben oder einfach aussitzen. Das geht zum einen nicht, und zum anderen ist es nicht möglich. So bleibt mir doch nur mich um die Sachen zu kümmern und den Schaden zu begrenzen. Beziehungsweise jetzt zurückzuschlagen.

Unser Anwalt macht das echt hervorragend, aber auch er benötigt zuarbeit, und es vergeht kaum ein Tag, an dem sich das Rumpelstilzchen nicht etwas Neues ausdenkt. Und genau darauf muss ich reagieren, wachsam sein, klug handeln.

Ich war froh, als ich bei meiner großen Tochter zum Geburtstag bei ihr war. Es war so schön, alle wiederzusehen und mal etwas abgelenkt zu werden. Jedenfalls habe ich es versucht, es wirbelte natürlich im Kopf alles um das Ganze, was hier so läuft. Ich genoss den Tag auf jeden Fall, die Zeit mit meinen Töchtern, meinen Enkel und meinen künftigen Schwiegersohn. Nichts machen, einfach nur da sein.

Aber ich nützt ja nichts, ich musste dann auch wieder nach Hause fahren. Ich war froh, dass mein Auto es durchhielt. Es quietschte und wurde zu warm, aber es ging an diesem Tag. Es folgte nach ein paar Tagen echt strenger Frost. Nachts wurden minus 17 Grad gemessen. Komische Geräusche beim Bremsen dachte noch bei mir. Ok, beim Fahren ist es weg. Oh nein, wieder beim Bremsen diese Geräusche. Merkwürdig und echter Mist. Das würde mir jetzt auch noch fehlen, dass etwas mit dem Auto ist. Habe ich denn noch nicht genug Mist um die Ohren?

Mit einem Kollegen habe ich mir das dann angeschaut. Bremsen kaputt. Beide hinten. Das fehlte wirklich noch. Aber nicht nur die Bremsklötze, nein, auch die Scheiben und das andere. Kann ich mir nicht merken, aber sind drei Sachen pro Seite. Komplett defekt. Gebrochen.

Ich bestellte gemeinsam mit meinen Kollegen die Teile und suchte eine Werkstatt, die fremde, mitgebrachten Teile auch einbaut. War jetzt nicht so einfach, das mögen Werkstätten nicht so aber ich habe jemanden gefunden. Er macht gute Arbeit und ist preiswert. Vor allem schnell.

Freitag Nachmittag, ich legte mich also nach der Arbeit ne Stunde hin und versuchte etwas Schlaf nachzuholen. Es klingelte das Telefon der Schrauberheinz, ich könne das Auto heute etwa um 19 Uhr noch abholen. Ich wusste ehrlich nicht, ob ich mich freuen sollte oder heulen. Ich wollte schlafen, aber das konnte ich wohl vergessen. Also stand ich auf und Mama rief an.

Kurz gesagt, ich fuhr zu Mama, Kaffee trinken und reden, und danach dann zur Werkstatt, die ja fast um die Ecke war. Ich fand es klasse, bei Mama und Opa, abschalten und sich geborgen fühlen.

Rückblickend wieder alles richtig gemacht. Schöner Nachmittag und mein Auto zurück.

Was alles immer so dazwischen kommen kann, womit man überhaupt nicht rechnet, aber es einem rückblickend auffällt, ist schon genial. Mitunter ist das alles eigentlich unwichtig, aber in der Zeit, wo man nicht weiß, wo einem der Kopf steht und man es auch nicht versteht, wie man das alles meistert und unter einen Hut bekommt, ist das alles eben zu viel.

Es kommt noch dazu, das muss man noch mal erwähnen, ich habe einen Vollzeitjob. Ich gehe jeden Tag mehr als acht Stunden arbeiten und mache das ganze neben meiner Arbeit.

Gedanklich bin ich noch viel weiter, das Laubenpieperfest, welches im Juni stattfinden soll, ist im Kopf in voller Planung bereits. So weit, dass ich an den Details sitze, aber das nur am Rande. Ich hoffe, wir werden das Fest alle genießen.

In unserer Gartenanlage ist es derzeit ruhig, ich treffe mich mit lieben Freunden und wünschte mir, es bliebe so ruhig. Am Sonntag saß ich in der Sonne beim Geburtstag vom Angel Onkel und seiner Familie im Garten und es war herrlich. Diese Ruhe und Stille, ich genoss die Sonnenstrahlen, die schon wärmten. Na, bis die Regentrude kam, sie hat sich echt getraut, Wolken mitzubringen.

Ohne Sonne war es noch recht kühl, sodass die Zeit ablief und ich dann zeitiger nach Hause ging. Vor einigen Tagen noch war mein Ohr dicht und ich wollte nichts riskieren. Ich war froh, dass es scheinbar besser ging und der Druck weg war. Zuvor war noch die Johannisbeertante da und wir sahen uns endlich wieder und redeten viel. Aber nicht lange, denn sie wollte noch in Ihren Garten und nach dem rechten schauen.

So kommt immer eins zum anderen und immer etwas Neues …


Lügen Hetze und Gerüchte …

Neues gibt es ja zurzeit vieles. Momentan überschlagen sich die Ereignisse wieder einmal.

Nicht nur das es wärmer draußen wird, auch die Lügen und Hetzen nehmen mehr und mehr zu. Heute bekam der Vorstand eine E-Mail von der Kräutertante. Allein die Überschrift hat gereicht und man hatte schon wieder keine Lust mehr. Sie fordert und sofort und unverzüglich. Diese Worte mehrmals am laufenden Band. Was soll ich sagen. Hintergrund war, dass der Verband die Rechnungen raus geschickt hat mit der Pachtzahlung und Verbandsbeiträge usw. Na, dass übliche, nur das wir als Verein das sozialverträglich aufgesplittet haben und daraus zwei Rechnungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, damit die Mitglieder nicht zu stark belastet würden.

Aber nun gut, jetzt haben genau die richtigen Hetzer ihre Quittung bekommen. Die Kräutertante ist ja eine von Ihnen, die immer nur meckern und auf den Vorstand schimpfen. Habe ich schon erwähnt, dass ohne uns als Vorstand der Verein längst pleite wäre und die Anlage dicht? Ich glaube, ich habe das schon einmal geschrieben, wenn auch nicht so direkte Worte verwendet. Ja, mein Stil zu schreiben, ändert sich etwas, da ich den Abstand gerade nicht habe, um es ganz sachlich ohne Emotionen zu schreiben. Ich denke, das ist aber auch verständlich.

Manchmal braucht es auch einfach ganz deutliche Worte. Ich bin dennoch immer bemüht, diplomatisch zu bleiben. Aber zurück zur Kräutertante. Es ist für einige natürlich viel Geld, und rechtlich geklärt ist es noch nicht, ob und welche Beträge sie überhaupt verlangen dürfen. Also haben wir uns entschieden, als Vorstand einen Brief bzw. eine E-Mail zu verfassen, indem wir das beschreiben und darauf hinweisen, dass wir erstens noch in der rechtlichen Klärung sind, und zum anderen, dass wir als Verein bereits mehrere tausend Euro an Verbandsbeiträge für unsere Mitglieder im voraus bezahlt haben. Um das kurz zu erläutern. Es ist ein hoher Betrag an Verbandsbeitrag für alle 83 Parzellen bei uns, sodass man als Verein immer die Hälfte im November und die andere Hälfte im April bezahlt. Im November, als wir die Verwaltungsvollmacht noch hatten, haben wir also brav bezahlt. Nun kann der Verband nicht jedes Mitglied die Beträge nochmals in Rechnung stellen. Aber Sie machen es. Sie haben auch bei vielen falsche Pachtbeträge in Rechnung gestellt, was uns nicht verwundert hat.

Jetzt geht es bei vielen scheinbar ans Geld und sie werden unruhig, kann ich verstehen, aber wir haben das Chaos nicht verursacht. Wir haben alle unsere Rechnungen korrekt gestellt und bezahlt. So fordert die Kräutertante einen Nachweis, dass wir das Geld bereits gezahlt haben und das unverzüglich. Und sofort und die Krönung des Ganzen. Sie fordert auch noch die Pachtrückzahlung, die wir eingezogen haben und hängte ihre Rechnung von uns dran. Noch mal zu Erinnerung, die Pachtrechnung haben wir vor dem Entzug der Verwaltungsvollmacht gestellt, aber die Beträge nie abgebucht. Wir haben alle Lastschriften gestoppt dazu. Also bedeutet für die Kräutertante, wir haben die Pacht von ihr nie bekommen, wie kann sie dann diese Beträge zurückverlangen. Wenn ich so eine E-Mail schreibe, muss ich mich doch vorher vergewissern, dass die Rechnung nicht bezahlt wurde. Wir fanden schließlich sehr deutliche Worte in unserer Antwort und blieben dennoch höflich und sachlich. Was soll ich sagen, mein Gefühl sagt mir, da kommt noch etwas, das ist noch nicht vorbei. Ist sie doch eine von den Protagonisten, die das ganze hier immer weiter anheizen und für Unruhe und Hetze mit Falschinformationen sorgen.

Es hört nicht auf, auch bei Gartenfreunden, mit denen man im Gespräch schon viel erklärt und erzählt hat. Trotzdem erzählen sie munter Gerüchte und Lügen rum. Was soll man da bitte noch machen? Man fragt sich allen Ernstes, was das Ganze soll.

Nur aufgrund dessen, dass die Verwaltungsvollmacht entzogen wurde? Was nebenbei gemerkt rechtlich nicht standhält. Wir kümmern uns ja um das Rumpelstilzchen und seine Machenschaften, ich hätte dennoch erwartet, dass die Leute mittlerweile etwas sensibler mit solchen Informationen umgehen. Ich habe keine Lust mehr auf Lügner, Hetzer und Gerüchtetratscher. Wofür kämpfe ich eigentlich die ganze Zeit?

Leider ist es so, dass die, die sich die ganze Zeit am lautesten darüber aufregen, über die Lügen und Gerüchte, es die sind, die genau das aktiv verbreiten und mitmachen. Eigentlich wollen wir alle nur unsere Ruhe, aber …

Kommt einem bekannt vor, oder?

Ich werde meine Konsequenzen daraus ziehen, und ich werde nichts vergessen! Dieses Mal nicht. Bei dem Ganzen, was ich für die Gartenanlage durchgemacht habe und was ich alles geopfert habe, kommt das echt nicht infrage. Warum auch?

Ich werde nicht mehr ruhig zuschauen. Ich habe für mich entschieden, dass ich ab sofort nicht mehr ganz so diplomatisch sein werde und mehr gegenhalten werde. Aktuell befassen sich zwei Zeitungen mit unserer Lage und wir werden das jetzt an die Öffentlichkeit bringen. Den Rückhalt in der Gemeinde haben wir, jetzt ist die gesamte Öffentlichkeit dran. Es reicht einfach nur noch, diese Willkür muss ein Ende haben. Das neueste Gerücht besagt ja auch schon wieder, das es eine neue Pächterversammlung geben soll.

Nun weiß man ja, bekanntlich ist an jedem Gerücht ein kleines Stückchen Wahrheit dran. Ich bin jedenfalls gespannt, was kommen wird. Es bringt eben so viel Unruhe rein und nervt nur noch …


Nach der Wahl ist vor Molly und ihrem Essen …

Chaostage, ich denke, das beschreibt es am besten. Es gab eine Mitgliederversammlung im Verband. Es sollte ein Bewerber abgewählt werden, der auch im Vorstand ist. Sie wehrt sich bereits seit mehreren Jahren dagegen und wird seit vier Jahren von ihm systematisch gemobbt, diskreditiert und verunglimpft. Entgegen einer normalen Mitgliederversammlung trafen wir auf haltlose Anschuldigungen, Unterstellungen und viele offene Statt beantworteter Fragen. Der Verband führte vieles aus, holte Sachen aus. dem Jahr 2021 raus, und warf Ihr allerhand vor. Alles konnte Sie widerlegen, und der Verband musste an einigen Stellen zurückrudern. IM Endeffekt haben wir Vorwürfe und Halbwahrheiten gehört, die nicht standhielten. Beweise jedoch blieben sie schuldig.

Ehrlich gesagt fühlte es sich an wie bei einer Hexenjagd. Ich forderte, neben anderen, Beweise für diese ganzen Behauptungen, was leider ignoriert wurde. Dazu wurde nicht einmal ein Kommentar geäußert. Sehr traurig, wie ich finde. Es konnte wirklich fast alles widerlegt werden, sogar von einzelnen Mitgliedern in dieser Versammlung.

Insgesamt konnte ich der Versammlung viel Gutes abgewinnen. So konnte ich herausfinden, dass es auch anderen Vereinen ähnlich erging wie unserem. Das ist ein schwacher Trost, denkt man sich wahrscheinlich, aber weit gefehlt. Psychisch ist es enorm viel wert, wenn man merkt, das man nicht alleine steht. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, gemeinsam zu kämpfen. Und gemeinsam eine Strategie zu entwickeln.

Vielleicht gelingt es, ein Treffen zu organisieren mit anderen Vereinen, um über gemeinsame Probleme mit dem Verband zu reden.

Ich bin danach in meinen Garten gefahren. Das Wetter war genau, was ich gebraucht habe. Sonnig und warm. Ich genoss es, in der Sonne zu sitzen und versuchen abzuschalten. Das klappte nicht ganz so, aber ich war ja noch zum Essen beim Angel-Onkel, Molly und Cedric eingeladen. Die Regentrude rundete die Gruppe noch ab. Es gabt Dutch-Ofen essen was total genial geschmeckt hat. Molly hat das so genial gekocht, könnte sie gerne einmal die Woche machen. Aber nein, es soll ja etwas besonderes bleiben. Leider war ich auch schnell satt, da ich ja durch die Spritze nicht so viel essen kann, aber meine Augen sagten immer, ich solle noch mehr essen. Es war ein super schöner Nachmittag und ich genoss es richtig. Abschalten. Was soll ich sagen, auch an diesem Abend kam man um Voldemort und Bellatrix nicht herum. Sie gingen spazieren, so auch an dem Garten vorbei. Starr war der Blick gerichtet von ihm geradeaus. Nicht links oder rechts schauen. Komisch dachten wir uns. Aber ehrlicherweise waren froh darüber. Schnell war es vorbei und wir konnten den Nachmittag weiter genießen.

Es wird abends noch schnell kühl, es reicht, wenn die Sonne weggeht. Man braucht dann schon noch eine Jacke. Auch Cedrik zog sich eine Jacke an, aber er behielt die kurzen Hosen an. Sah cool aus, ich hoffe, er hat nicht gefroren. Mir wurde jedenfalls kühl, und ich ging dann gegen Abend auch langsam nach Hause.

Am nächsten Tag stand ich zeitig auf. Ich schrieb das Protokoll der Versammlung. Angefangen habe ich so kurz vor sieben. Zwischendurch merkte ich, wie die Zeit mir wieder einmal wegrannte. Ich wollte gegen 11 Uhr in meinen Garten raus, etwas tun, zwischendurch die Sonne genießen. Beeile dich dachte ich, es ist Sonntag, aber du musst das fertig bekommen. Ich wurde dann auch fertig und verbesserte und bearbeitete noch so einiges, da Zeitdruck keine Ausrede dafür ist, mangelhafte Arbeit zu liefern. Ich fuhr in den Garten rüber und baute meine Sitzecke unter meiner Weinlaube auf. Ich machte mir einen Kaffee, genoss die Sonnenstrahlen und werkelte etwas im Garten. Ich merkte leider auch das mein Knie dachte, es müsse mir sagen, du, ich bin auch noch da, mach nicht so viel. Mama kam dann noch zum Kaffee vorbei und wir genossen beide die Ruhe und redeten über vieles. So könnte jeder Sonntag sein, dachte ich so bei mir.

An den zwei Tagen im Garten stellte ich fest, wie viele Mitglieder hinter mir stehen. Wie viele auf meiner Seite sind. Unglaublich, ich hörte von jedem, lass dich nicht unterkriegen, kämpfe, du machst das super. Was soll ich sagen, es tat sehr gut, dass zu hören.

Blauer Himmel, Kaffee und Mama, traumhaft …


Johannisbeertante und Termine …

Langsam wird es nicht mehr lustig, mein Überstundenkonto schwindet durch die ganzen Termine für den Verein. Termin Anwalt, Termin Abwasserverband, Termine wegen Verband, Termine bei der Gemeinde wegen Verein, Termin bei der MOZ usw. ich kämpfe an allen Fronten für den Verein, aber hauptsächlich gegen den Verband und seine Agenten, die internen Vereinszerstörer.

Brutal, was da seit Wochen anfällt, was nicht warten kann, was erledigt werden muss, weil man sich wehren muss, um unsere Mitglieder zu schützen. Montag Vorstandssitzung im Abwasserverband, um gegen die Gebührenerhöhung noch etwas machen zu können. Dienstag Termin beim Anwalt, um uns weiter gegen das Rumpelstilzchen zu wehren und den Verein und seine Mitglieder zu schützen, dann am Mittwoch der Termin mit der MOZ, um das Ganze an die Öffentlichkeit zu bringen, um so einen Versuch zu starten, dass er endlich Ruhe gibt.

Am Donnerstag ein Termin mit anderen Vereinsvorsitzende, um Erfahrungsaustausch zu betreiben und Hilfe zu bekommen, wie wir uns noch wehren können. Nebenbei gehe ich noch meiner Arbeit nach, und bald startet die Gartensaison. Darauf warte ich schon, wie viele andere auch, sehnsüchtig. Aber erst einmal muss ich noch gemeinsam mit meiner Finanziererin Schreiben für unsere Mitglieder ausarbeiten für Aushänge zu den Rechnungen vom Verband, damit die Mitglieder wissen, wir haben einen Anwalt und der berät uns, und uns kann nichts passieren. Ist auch wirklich so, er ist nicht nur für den Vorstand da, sondern auch für unsere Mitglieder. Er vertritt sie in diesen Sachen, wenn jemand Hilfe benötigt. Die Kosten dafür trägt der Vorstand derzeit privat, demnächst kommt noch ein Spendenkonto, da schon viele Mitglieder danach gefragt haben. Ohje, wenn das meine Mamas lesen gibt es bestimmt wieder Ärger, haben sie mir doch schon mehrfach zu verstehen gegeben ich soll nicht so viel privates Geld in den Verein stecken.

Unkonventionell, ja, aber wir wollen auch nicht die Vereinsgelder nehmen, das sind schließlich die Gelder der Mitglieder, und wir haben die Finanzen erst aufwendig saniert und den Verein wieder auf Kurs gebracht. Aber wir wollen nicht so sein wie der Verband. Wir wollen unsere Mitgliedergelder nicht dafür missbrauchen. Natürlich könnte man sagen, der Verein wehrt sich und daher wäre es gerechtfertigt, so sind wir als Vorstand aber nicht. Unsere Mitgliedergelder wollen wir mit Bedacht ausgeben und diese Gelder auch für die Mitglieder wieder ausgeben, Feste, Investitionen in die Gartenanlage usw. Es steht ja auch noch an, dass wir viele Meter neuen Zaun ziehen müssen und ein Grundstück haben, was komplett beräumt werden muss, dafür müssen der Trittbrettfahrer da noch runtergebracht werden.

Habe ich schon erwähnt, dass ich froh bin, dass die Johannisbeertante stets mit dabei ist, wenn es um diese ganzen Termine geht? Was sie an Benzin gerade investiert, da sie aus Berlin jedes Mal kommen muss, ist das schon Wahnsinn. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich hier auch in diesem Punkt Hilfe habe und dass sie immer da ist, auch viel am Telefon, wo man vieles bespricht. Sie koordiniert vieles mit anderen Vereinsvorsitzenden und recherchiert unglaublich viel und arbeitet mir zu. Auch sie kann es kaum erwarten, dass die Gartensaison wieder einmal losgeht. Vielleicht kann sie dann auch den ganzen Stress einmal vergessen, schließlich leidet sie auch enorm unter dem Rumpelstilzchen. Schikanen von ihrem Verein und Abmahnungen vom Rumpelstilzchen, sogar Unterlassungserklärungen schickt er ihr. Na ja, hatten wir schon einmal, weil sie auch auf der Kandidatenliste im Verband steht. Aber sie ist stark und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Ich glaube, sie hat in ihrem Leben schon mit ganz anderen Menschen zu tun gehabt, denen er nicht das Wasser reichen kann. Aber nicht nur sie, so ist es das ich fast jeden Tag mit meiner Finanziererin und dem Trucker Heitzer telefoniere und die Strategie bespreche, Texte verfasse und wichtige Fragen kläre. Auch erinnern sie mich an wichtige Termine oder Aufgaben, damit sie mir bei dem ganzen Stress nicht untergehen. Das passiert leider auch mal in dieser Zeit, aber alles gut, ist eine geniale Unterstützung und Zusammenarbeit.

Mist, ich muss mich noch an die Mitgliederversammlung setzen und diese weiter ausarbeiten. Von meinem Vorstand kam schon viel an zuarbeiten und gerade unser Amtsdirektor hat da einen klasse Job gemacht. Auch hierfür muss ich mir noch die Zeit nehmen, obwohl es schwierig ist. Das Grundgerüst steht so weit, aber die Ereignisse überschlagen sich und so könnte man fast täglich die Mitgliederversammlung von den Texten her anpassen.

In der Sonne sitzen, im Garten werkeln, die Beete für die Saison vorbereiten. Genau das wäre es jetzt, was ich brauche. Ich habe fast das Gefühl, das Wetter meint es gut mit mir, da es gerade wieder kälter wird und man nicht viel im Garten machen kann, als wenn es sagen will, mach mal den anderen Kram und darum kümmerst du dich später.

Der Gedanke hat was. Ich sehe gerade nur die Arbeit und will vorankommen …


Die Arbeit und der Duft …

Nun steht ja die Mitgliederversammlung kurz bevor, und die Vorbereitungen laufen auch Hochtouren. Da müssen Statistiken angefertigt werden, Daten ausgewertet, Themen zusammengestellt und die Berichte verfasst werden. Den Bericht des Vorsitzenden schreibe ich schon seit Wochen und immer wieder kommen Änderungen dazu. Nicht nur Tagesaktuelle, sondern auch formelle Änderungen. Ich feile stark an den Formulierungen, wie ich etwas anspreche oder sagen werde. Ich möchte versuchen, Rücksicht zu nehmen und gleichzeitig bestimmend sagen, was ich möchte. Aber der Bericht ist nicht schwer, ist es doch etwas Rückblickendes, wie war das letzte Jahr, was gab es zu tun und was interessiert die Mitglieder. Es ist ja so einiges passiert und wir hatten wirklich alle Hände voll zu tun.

Unsere Finanziererin kümmert sich intensiv um die PowerPoint, und mit viel Fleiß und Details erstellt sie diese. Hinzu kommt das es auch hier das Problem der tagesaktuellen Ereignisse noch Dinge geändert werden müssen. So kamen noch zwei Anträge hinzu, die natürlich auch eingearbeitet werden müssen und der Ablauf wieder angepasst.

Ich hatte auch diese Woche eine für mich persönlich eine erfolgreiche Woche. Am Montag war ich im Amtsausschuss der Gemeinde wieder dabei. Dort stand ich plötzlich mehr im Rampenlicht, als mir lieb war. Wegen mir aus hätte man das Ganze auch einfach in Papierform machen können, aber es ist nun mal, wie es ist.

Aber was war denn passiert? Kurz gesagt, ich wurde einstimmig vom Amtsausschuss zum gerichtlichen Streitschlichter der Gemeinde gewählt. Dazu gab es dann Fotos und Blümchen. Es war schon eine Ehre, zumal Einstimmigkeit jetzt nicht an der Tagesordnung ist. Ich musste dann auch noch etwas sagen, vor allen. Ok, spontan also mal wieder. Nu bin ich ja zugegeben nicht der Redner, aber irgendwie bekomme ich das immer hin, auch wenn ich selbst nie zufrieden mit mir bin. Aber mittlerweile habe ich sogar mehrmals vor Stadtverordneten geredet und die Menschen im Dorf sind keine Unbekannten mehr, sodass es mir mittlerweile nicht mehr schwerfällt.

Ich bin schon etwas stolz, gebe ich auch zu. Ich war aber froh, als sie weiter gegangen sind in der Tagesordnung. Es gab noch das eine oder andere Interessante und wie immer wurde dann zum Schluss draußen vor der Tür noch so einiges besprochen. Es ist ja wie immer, die wichtigen und interessanten Gespräche finden abseits statt. Ich bin dann nach Hause und habe erst einmal Foto von den Blümchen und der Urkunde gemacht und es einigen meiner Freunde und meinen Kindern geschickt. Die Antwort, dass sie unglaublich stolz auf mich sind, hat mich echt bewegt. Aber so sind meine Kids, unbezahlbar!

Abseits vom ganzen Wahnsinn dieser Woche habe ich auch noch einige Themen an das Rumpelstilzchen und Olga geschickt. Pistole auf die Brust gesetzt. Die Parzelle, die seit über sechs Jahren nicht verpachtet werden kann, weil sie das blockieren kann und will ich nicht mehr hinnehmen. Schließlich muss der Verein dafür die Pacht bezahlen an den Verband. Das ist für mich nicht tragbar, Mitgliedergelder für so etwas zu verschwenden, die wir effektive einsetzen könnten für unsere Mitglieder und unsere. Gartenanlage. Also habe ich Ihnen diesmal eine Frist gesetzt und sie in Kenntnis gesetzt, dass nach Ablauf der Verein die Parzelle beräumen wird und die Kosten den Verband in Rechnung stellen wird. Schließlich habe ich ein Gerichtsurteil gefunden, in dem genau diese Praxis so bestätigt wird. Nun schauen wir, was da kommt, ob überhaupt etwas kommt.

Wir haben dann noch einen Beitrag für eine Zeitung fertig gemacht, in dem es über unsere Situation im Verein und Verband geht. Gemeinsam mit der Johannisbeertante, der Finanziererin und dem Trucker Heitzer haben wir einen super Beitrag verfasst. Ich hoffe, der erscheint dann schnellstmöglich. Zudem ist die MOZ auch noch dran, einen Artikel zu schreiben.

Ich war diese Woche auch noch bei meinen Mamas. Das tat gut und ich war happy und es gab mir wieder viel Kraft. Es ist noch nicht wirklich lange her, dass ich sie gesehen hatte, aber es hat mir gefehlt und so war ich froh, und ich freue mich, dass das Wetter gerade besser wird. Ich freue mich, so viele wiederzusehen, die ich den ganzen Winter nicht gesehen habe. Die Saison beginnt und somit die Arbeit und auch die schönen Stunden innerhalb der Gemeinschaft unserer Gartenanlage. Ich hoffe nur, es wird eine schöne Saison, die geprägt ist vom friedlichen Miteinander und Harmonie.

Und so freuen wir uns hoffentlich alle auf das, was blüht, und den Duft der Grills, der durch die Anlage streift ….


Starrsinn und Benzin …

Meine Gedanken schwirren um die Versammlung, vieles spielt mein Kopf wieder durch. Viel von diesen was ist Wenn Zeug. Das ist oftmals gut, so überlege ich strategisch und bedenke viele Sachen, die passieren können. Das ist aber nicht immer gut, denn oftmals führt das zu schlaflosen Nächten. Aber mal ganz ehrlich, wenn ich kein Vereinsvorsitzender mehr wäre, wäre das für mich persönlich auch nicht schlimm. Ich hätte so viel mehr Zeit, und für mich mache ich das überhaupt nicht. Ich hätte wieder ein Privatleben, wäre so genial. Ich bin mir meiner Verantwortung aber bewusst. Nicht umsonst haben mich so viele gewählt und sagen mir immer wieder, wie froh sie sind, mich zu haben, und geben mir vor allem das Gefühl, das es wichtig ist, dass ich weiter mache.

Oftmals denke ich, du hast keine andere Wahl, du musst weiter machen, weiterkämpfen. Ich mache das auch wirklich gerne. Vom Typ her bin ich so, andere sind mir immer wichtiger wie ich selbst. Das war schon immer so. Wenn ich mich zurückerinnere an meine Kindheit, meine Jugend.

Wie schön könnte es sein, endlich einmal in den Urlaub zu fahren, mit Freunden meine Zeit verbringen ohne die Gartenanlage, den Verein. Aber es passiert zu viel, um das ich mich kümmern muss, handeln muss, schnell sein teilweise, sodass ich daran erst einmal keinen Gedanken verschwenden darf. Sachen gibt es, die dulden keinen Aufschub.

Ich ärger mich sehr zurzeit, dass es in der anderen Gartenanlage zunehmend schlimmer wird. Es wird nicht ernst genommen, was von der Gemeinde kommt. Die Berge von illegal entsorgtem Müll wachsen weiter, trotz der Mahnungen und Warnschüsse seitens der Gemeinde. Es wird für mich immer schwerer und fast unmöglich, da noch etwas für sie zu tun in der Gemeinde. Mir gehen die Argumente aus. Ich hatte es wenigstens geschafft, das sie erst einmal nur einen Warnschuss bekommen, aber wie gesagt, es ändert sich einfach nichts. Es wird schlimmer. Was kann es Schlimmeres geben, als die Gemeinde gegen sich zu haben, das Amt und die Bürger.

Aber als Vorstand scheint es wichtiger zu seinen Abmahnungen zu schreiben, für Pächter wegen eines Spielturmes. Genau etwas für Kinder, für die Kleinen, die spielen sollen, glücklich sein, froh und stolz der Eltern sein sollen. Man sollte als Vorstand sich um die drängenden Probleme zunächst kümmern, um die wichtigen Sachen, die keinen Aufschub dulden. Eine echt liebe und supergroßartige Familie, die versucht, alles für ihre Kinder zu machen, die sich einsetzen für alle, die immer für Freunde da sind, eine Bereicherung für jede Gemeinschaft. Muss man diese so verärgern oder gar schockieren mit solchen Sachen? Was kommt als nächstes?

Sorry, das ärgert mich und beschäftigt mich eben. Ich kämpfe und mache und tue und muss dann so etwas mitbekommen, wo man sich fragt, wofür? Ich weiß wofür, für die Menschen, die es wert sind, selbst wenn es nur einer in der gesamten Gartenanlage wäre.

Aber auch in unserer Anlage wird es nicht langweilig. Ja, er hat es wieder getan.

Wieder etwas, das nur Kopfschütteln hervorruft. Zumal er es vor aller Augen gemacht hat. Voldemort kam in den Garten, mit seinem Auto hielt er vor seiner Parzelle an. Voldemort und Bellatrix stiegen aus und gingen in ihren Garten. Er kam sogleich auch aus dem Bungalow wieder raus, mit einen 10 l Kanister Benzin. Wir staunten alle nicht schlecht, wie er sich demonstrativ hinstellte und begann sein Auto zu betanken. Mit einer, wie ich finde Arroganz tat er es frei nach dem Motto, ihr könnt mir gar nichts. Unerträglich in den Augen der Mitglieder, was er sich noch alles rausnimmt. Jetzt ist das natürlich nichts, was enorm schlimm ist, aber so eine Menge lagert man nicht in seinem Bungalow und tankt schon gar nicht im Kleingarten sein Auto.

Die Bungalows sind mehr als 40 Jahre alt, fast alle aus Holz und brennen wie nichts. Stehen zudem eng zusammen, sodass Feuer schnell übergreifen. Deswegen würde die Feuerwehr auch nicht löschen kommen, sondern kontrolliert abbrennen lassen. Muss man so leichtfertig sein? Mal vom Umweltaspekt abgesehen, so was muss echt nicht sein. Dann fuhr er wieder los. Warte, war er jetzt nur zum Tanken da? Oder musste er seine vier Kameras kontrollieren? Ja, er hat bereits vier Stück. Was läuft da schief, Synapsen verknotet, Schaukel zu dicht an der Hauswand gestanden?

Vielleicht sollte es mich gar nicht so beschäftigen, was er macht, vielleicht mehr ignorieren. Aber das passt wieder nicht zu mir, als Vorsitzender habe ich ein Job übernommen, und ich sehe das so, dass ich meine Mitglieder schützen muss, auch vor so was. Deshalb kann ich nicht zur Tagesordnung über gehen. Also forderte ich den Verband dazu auf, er möge Voldemort dazu zur Rechenschaft ziehen und es ihm untersagen, dass er so etwas machen darf. Benzin im Bungalow zu lagern. Im Interesse aller Gärten. Natürlich weiß ich genau, dass es ignoriert wird vom Rumpelstilzchen, aber sollte etwas passieren, kann ich es nachweisen, das ich es angezeigt habe bei ihm, und somit wäre es in Mithaftung.

Ein schwacher Trost, ich weiß, aber was bleibt mir gerade bei so viel Starrsinn …


Sachertorte und Bewertungen …

Ein Recht auf Willkür könnte man meinen, wenn man an Rumpelstilzchen denkt. Bewertungen sind die Grundvoraussetzung in einem Kleingarten, dass man diesen verkaufen oder wie in meinen Fall weiter vergeben darf, auch als Vorsitzender. Kein Garten kann neu verpachtet werden ohne ein gültiges Bewertungsprotokoll. Nun habe ich zwei Gärten, die ich verpachten möchte. Ja ich, also der Verein, da diese Gärten nun den Verein gehören, weil sich die ehemaligen Pächter nicht um den Verkauf gekümmert haben.

Ich war dann mal so fleißig und reichte die Anträge auf Bewertung beim Verband ein. Natürlich war ich dreist und wollte die Bewerter haben, die meiner Meinung nach die Wünsche des Vereins berücksichtigen und auch entsprechend des Gesetzes handeln und bewerten. Also schrieb ich die Namen in den Antrag, denn dafür ist extra ein Punkt vorgesehen, dass der Verein Bewerter beauftragen kann. Aber es wäre doch so einfach, und das geht ja scheinbar überhaupt nicht. Was dachte ich mir auch nur? Also lehnte das Rumpelstilzchen die Bewerter ab und behauptet, dass nach Richtlinien des Landesverbandes er die Bewerter bestimmen darf. Was soll ich sagen, der gute ist nicht auf dem laufenden, mal wieder.

So traurig wie es ist, aber vor sieben Tagen hat der Landesverband seine Richtlinien erneuert, und dort steht nichts davon, dass er die Bewerter bestimmen darf. Im Gegenteil, dort steht, das es unabdingbar ist, dass der Vorstand bei den Bewertungen dabei ist als Verwaltungsinstanz. So bekam er dann die passende Antwort mit den entsprechenden Hinweisen von mir. Natürlich erwarte ich wie immer keine Reaktion darauf. Seit Monaten kommt schon nichts wirklich vom Verband auf meine unzähligen Anfragen, wieso also diesmal.

Drei Bewertungsanträge wurden auch wieder einmal über meinen Kopf hinweg gestellt. Die Kräutertante denkt nach dieser Mitgliederversammlung scheinbar immer noch, sie können mich übergehen. Ich habe doch einen Anruf von einem Bewerter bekommen, der mir mitgeteilt hat, dass er einen Termin absprechen möchte für eine Bewertung. Meine Verwunderung darüber brachte ich ihm sehr deutlich zum Ausdruck, hörte ich ja schließlich zum ersten Mal davon. Ich habe ihn also darauf hingewiesen, ich wisse nichts davon und ich bitte darum, den offiziellen Weg einzuhalten. Er kümmerte sich darum und nahm sich das Rumpelstilzchen vor, sodass er mir die Bewertungsanträge zusenden musste. Voldemort und der Meister des Geldes wollten ebenso ihre Kleingärten bewerten lassen.

Ein Grinsen entwich meinem Gesicht, um es mal positiv neutral auszudrücken. Aber da standen wir schnell vor dem nächsten Problem. Einen Garten kann man erst bewerten lassen, wenn alle illegalen gebauten Sachen entfernt wurden. So steht es auf Ihren eigenen Antrag, und das ist nicht „klein gedruckt“. Also schrieb ich auch dieses dem Rumpelstilzchen, ohne Rückbau keine Bewertung. Auch hier rechne ich nicht mit einer Antwort. Ich habe diese Woche festgestellt, wenn ich recht habe, dann reagieren sie nicht, aber denken sie ich habe unrecht wie mit den Bewertern, schreiben sie sehr zügig zurück. Interessant dachte ich nur.

Aber was nützt es recht zu haben, wenn er immer wieder Steine in den Weg legt und niemand vorankommt. Wenn er mit perfektem Halbwissen glänzt und es dann falsch ist. Nun gut, warten wir ab was nun passiert. Er muss sich ja auch den Pächtern gegenüber erklären, wobei er das natürlich auf mich schieben wird. Darf er gerne machen, ich bin es gewohnt und tangiert mich nicht.

Zur Freude, es wird wärmer. Zu meiner großen Überraschung fragte mich die Johannisbeertante, ob ich ein Eis haben wolle nach der Arbeit. Wie jetzt steht der Eiswagen wieder da? Im letzten Jahr war es ein schönes Ritual geworden, jeden Mittwoch nach der Arbeit eine Portion Eis zu bekommen. Zu Anfang stand er immer nicht so lange da, bis ich Feierabend machen konnte, deshalb hat sie mir ein Eis immer geholt. Gesagt getan, es war herrlich und so was von lecker wieder. Softeis und verschiedensten Kombinationen. Nie weiß man, welchen Geschmack er nächste Woche mitbringt. Das Wetter spielte auch mit klar, ich war ja auch Arbeiten.

Pünktlich zum Wochenende wurde es wieder kälter, aber ich habe am Samstag dennoch einiges in meinem Garten geschafft. Nicht so viel wie ich wollte, denn ab Mittag nahm der Wind zu und wurde eher eisig. Da ich diesen Winter von einer Erkältung in die nächste fiel, will ich gerade nichts riskieren. Also ging ich zum Angel Onkel und Molly. Wunderbar abschalten und Kaffee genießen. Manchmal muss das einfach sein, zumal schon wieder so viel passiert war. Ich musste am Freitag sogar noch die Regentrude warnen, dass sie nicht in den Garten fahren dürfe. Ich saß bei der Johannisbeertante und hatte Gespräch mit anderen Vereinsvorsitzenden beim leckeren Kaffee und selbst gemachten Versuch einer Sacher Torte. Geschmeckt hat sie super.

Es ereilten mich Anrufe von diversen Mitgliedern meines Vereines. Worte fielen wie, komm bloß nicht her, bleib wo du bist. Voldemort tobt und schreit hier rum. Seine Nachbarin mal wieder, glaube sie hat geatmet oder so ähnlich. Jedenfalls riefen mich meine Mütter auch an. Einige Gärten weiter saßen sie gemeinsam beim Kaffee zusammen und wurden aus ihrem Idyll gerissen. Voldemort stapfte durch die Anlage, stand vor meinem Tor bei der Finanziererin, bei der Regentrude. Niemand da. Wie auch, wir müssen ja arbeiten. Ich weiß, er kennt solche Fremdwörter nicht, und es interessiert ihn nicht. So sprach Bellatrix der Regentrude mal wieder auf die Mailbox. Ach ja, die Regentrude wollte durch meine Warnung zu Molly und den Angel Onkel, und da war es geschehen. Abgepasst. Ich habe dich gewarnt. Bloß gut, der Angel Onkel lies die Regentrude dabei nicht allein. Sie hörte sich das Klagelied an und dann war es auch schon überstanden.

Fürs erste ….


Zwei Bewerber …

Der Tag rückte näher und näher, dann war er da. Die Mitgliederversammlung.

Im Vorfeld schon oft beschrieben und viele Gedanken über die Versammlung gemacht. Jedes meiner Wörter mehrmals umgeschrieben und mit sehr viel Bedacht gewählt. Wirklich wahr, von meinen Berichten gab es viele Versionen, bloß nicht angreifbar machen war das Motto, wie sich rausstellen sollte zu Recht.

Hochkonzentriert war ich an diesem Tag, viel habe ich während der Versammlung nicht links nicht rechts mitbekommen. Ok, die Stimmung habe ich gemerkt, und die war echt super. Sie standen hinter dem Vorstand hinter mir. Ich war schonungslos offen und ehrlich, aber wie gesagt mit sehr gut überlegten Worten. Ich fühlte mich ganz gut, nur das mein Mund ständig trocken war, nervte tierisch. So trank ich öfters von meiner Cola, vor allen Leuten. Aber was solls, ich bin auch nur ein Mensch.

Perfektionismus stand mir auch hier mal wieder im Wege und brachte unseren Schriftführer wahrscheinlich zur Verzweiflung. Genauestens geplant, gab es einen Moment, an dem ich mitten in der Versammlung etwas umgestellt habe. Sorry, meine liebe Regentrude, auch du hattest darunter zu leiden. Aber die Stimmung, die ich bemerkte, passte dann besser, wenn ich die zwei Berichte vorgezogen hatte und nur eine Diskussionsrunde statt zwei eingebaut habe.

Die Aussprache zu den Berichten war eigentlich ganz gut gelaufen. Sinnvolle Fragen der Mitglieder zu den wichtigen Themen wurden hervorgebracht. Aber es tanzte jemand aus der Reihe. Ja tanzte, ich habe es extra so geschrieben. Die Kräutertante, sie war kaum zu halten. Irgendwie schien sie verwirrt zu sein, unkontrolliert in ihren Worten und Vorwürfen und kaum etwas Konstruktives. Ich wollte gerne auf Ihre Fragen antworten, aber es ist mir schwer gefallen, einen Sinn zu erkennen oder gar ihr zu folgen in ihren Ausführungen. Nach einer gewissen Zeit beendete ich Ihre Ausführungen, ich habe gedacht, bevor sie sich weiterhin selbst demontiert, brich es lieber ab. Die Mitglieder wurden unruhiger und redeten auf sie ein. Man solle ihr das Mikrofon wegnehmen und sie soll sich wieder hinsetzen. Ich dachte, ich beende das also, bevor sie sich weiter rein reißt.

Mit einem Mal wurde Cedrik laut. Ich spreche die ganze Zeit von Tuscheln und Hetzen und auf der Versammlung wird von einigen genau das weiter gemacht. Der Meister des Geldes und seine Frau konnten es nicht lassen. Bis Cedrik der Kragen geplatzt ist. Wow, dachte ich, und ich war ehrlich gesagt echt stolz auf ihn in diesen Moment. Erinnerte es mich doch an meine erste Mitgliederversammlung, Voldemort und ich. Tuscheln hetzen, und ich wurde laut. Fast eine eins zu eins Kopie. Wie geil dachte ich mir.

Zwei Anträge auf Vereinsausschluss musste ich auch noch verkünden.

Die Versammlung war dann auch schnell rum. Nur eineinhalb Stunden. Mit wahnsinnig viel Applaus, viel Zuspruch und viel Verwunderung. Erfolgreich für den Vorstand, für die Mitglieder, für mich. Mehr zählt nicht. Es war auch echt genial alle widerzusehen. Der Winter ist so lange und fast alle die mir wichtig sind waren da.

Die zwei Bewerber um den Ausschluss machten im Nachhinein uns die Freude, dass sie selbst ihren Austritt bekannt gaben. Das bedeutet, wir müssen keine Anhörungen machen und kein aufwendiges Verfahren initiieren.

Gemeinsam mit lieben Freunden ging es danach ins Restaurant. Mein Schnitzel wartete schon, und mein Magen konnte es kaum erwarten. Ich hatte im Vorfeld lieber nichts gegessen, bevor mein Magen wieder unruhig wird. Gemütlich haben wir den Nachmittag dann ausklingen lassen, uns nicht hetzen lassen. Es wird auch Zeit, dass etwas Ruhe einkehrt, aber leider ist dem scheinbar nicht so.

Nicht nur der Stress mit seiner Nachbarin, auch der Bewertungsantrag wieder einmal über unseren Kopf hinweg, und dann am Samstag der nächste Hammer von ihm. Voldemort will seinen Garten verkaufen. Verwundert waren wir alle, denn ausgerechnet er? Wir trauten den Frieden nicht, und ja, sie hatten ihn inseriert. Sogar erst einen, dann einen zweiten Bewerber, der angeblich am Sonntag vorbeikommen wollte.

Von Verwunderung bis Jubel war alles bei. Ich selbst gehörte eher zur Fraktion Misstrauen. Zu Recht, wie sich rausstellen sollte. Sonntagmorgen bekam die Regentrude, ja mit ihr reden sie noch eine Nachricht, dass der Bewerber aufgrund unserer Webseite abgesprungen sei. Sie fragte, was mit dem Zweiten sei, da sie ja ihre Zeit dann anders einplanen konnte. Der hätte angeblich auch abgesagt. Ich traue dem bis heute nicht. Ein Schnellschuss nach dem Streit mit seiner Nachbarin? Wer weiß.

Dann wurde das Inserat gelöscht, wieder reingesetzt und wieder gelöscht. Innerhalb weniger Stunden. Was soll man davon noch halten. Den Vorstand aufscheuchen, wir müssen dabei sein, wenn die sich den Garten anschauen, und wir müssen dafür Zeit haben. Haben wir uns genommen, aber dann doch nicht notwendig. Was für ein Hin und Her, einfach nur nervig und belastend.

Ich habe dann am Sonntag noch einen Plan auf den Computer gemacht zur Umgestaltung unserer Festwiese. Wir haben nächstes Jahr 80-Jähriges, und im Moment ist unsere Festwiese eher trostlos. Und wir müssen dann dieses Jahr beginnen, damit es wachsen und gedeihen kann. Dazu gehört natürlich auch die Planung und der Standort des Vereinshauses und des neuen Schuppens, sonst weiß man nicht, wie man die Festwiese umgestalten soll. Ich denke, so sollte der Plan ganz gut aufgehen und auch das Feedback dazu ist ganz gut.

Ärmel hoch und los …


Ta Tü Ta Ta …

Es wird wärmer, endlich. Das Wetter wird besser, die Bäume beginnen vorsichtig ihre Blüten zu zeigen und die Rasenmäher sind aus dem Süden zurück. Überall ein Surren, ein Quietschen und Gewusel in den Gärten. Der Frühling kommt. So langsam kommt auch die Erkenntnis, was ich alles im Garten zu tun habe, was für ein Ausmaß wieder einmal und wie jedes Jahr unzählige Ideen, die man hat, von denen man aber Abstriche machen muss. Realistisch bleiben. Ich nehme mir immer zu viel vor. Nicht das ich es nicht schaffen würde, aber es soll auch Zeit für Erholung bleiben. Es sind ja viele Aufgaben dazu gekommen in meinem Privatleben. Ob Gemeindevertretung, Ortsbeirat, Amtsausschuss oder mein neuer Job in der Gemeinde. Das muss ich auch alles bedenken und unter einem Hut bekommen. Für meinen neuen Job in der Gemeinde muss ich auch noch ein Selbstporträt, eine Vorstellung für die Zeitung machen. Super, so etwas mag ich ja gar nicht. Im Hintergrund einfach arbeiten und machen ist meins. Aber was solls. Wehren kann ich mich kaum, ich muss da mitmachen und es macht auch Spaß.

Ich sitze gerade gemütlich in meinem Beet, die Erdbeeren müssen geputzt, Unkraut beseitigt und das Beet vorbereitet werden, als unser Baulöwe mich aufsucht und fragt, ob ich etwas Zeit habe. Natürlich, jeder weiß, dass ich mir für meine Mitglieder die Zeit immer nehme.

Also eine Pause und gemütlich sitzen unter meiner Weinlaube und etwas Small Talk dachte ich. Im Prinzip war es das auch, aber ich dachte mir, das er etwas auf dem Herzen hat. So kam es dann auch, er erzählte mir, dass er versucht hatte, mit Voldemort seinem Vater zu reden. So begab er sich zum Oberstaatsfahrer und wollte aufgrund meines Briefes an den Verband mit ihm reden. Er wolle doch endlich nur seine Dachrinne am Haus befestigen, dass das Wasser nicht mehr unkontrolliert auf sein und auf Voldemort sein Grundstück prasselt.

Er fragte ihm also, ob es möglich wäre und wann. Cholerisch wie der Oberstaatsfahrer ist, musste der Baulöwe einknicken und unverrichteter Dinge wieder gehen. Er hat sich total in Rage geredet und noch geschimpft, als er schon nicht mehr da war. Sogleich kamen Voldemort und Bellatrix angerannt. Verstehen muss man das wirklich nicht. Steht der Hass, die eigene Überzeugung, die eigene Cholerik ihnen selbst im Weg? Ist es doch in ihrem eigenen Interesse wenn diese Dachrinne endlich angebaut wird.

Wir genossen noch etwas das Wetter und redeten noch über das eine und andere. Mir schwante schon Böses. Voldemort würde es zu nutzen wissen.

Es dauerte auch nicht lange, da ging es rum, er hätte einen Krankenwagen und die Polizei bestellt. Dem Oberstaatsfahrer ginge es so schlecht durch den verbalen Angriff des Baulöwen.

Aufgeregt rannte Voldemort hin und her, wartete am Eingang der Anlage.

In der Zwischenzeit hatte ich meinen Grill angeheizt und mein Essen gemacht. Das habe ich nun liegen gelassen und informierte die Johannisbeertante und unsere Finanziererin sowie den Trucker Heizer. Wir trafen uns beim Baulöwen, wollten nachfragen, was denn nun wirklich passiert sei. Alle bestätigten nichts, außer das, was der Baulöwe mir vor kurzem schon erzählt hatte.

Nach einer Weile kam der Krankenwagen, wir bleiben noch etwas beim Baulöwen und warteten die Situation ab. Schließlich fuhr der Krankenwagen unverrichteter Dinge wieder ohne den Oberstaatsfahrer los. Ok, dann schaue ich mal nach meinen kalten Essen. Gut, der Grill hat noch etwas Temperatur und ich kann es noch einmal erwärmen. So der Plan, meine Hoffnung. Nun gut, die Polizei kam. Schnell waren sie nicht, gefühlt hat es ewig gedauert. Essen wieder runter vom Grill, und ich ging wieder zum Baulöwen. Nach langer Zeit kam die Polizei dann auch zum Baulöwen und suchten das Gespräch. Wir hörten zu und stellten fest, warum Voldemort so lange mit der Polizei geredet hat.

Über wirklich alles hat er sich beschwert bei ihnen. Bis hin zum angeblichen Schwarzbau. Wir klärten die Polizei auf. Erzählten neutral unsere Erfahrungen mit der Geschichte. Aber nur das Wesentliche, wir wollten das es neutral bleit. Ich teilte ihnen noch meine Funktion im Verein und im Amt mit und empfahl Ihnen dann noch den Softeis Stand. Sie bedankten sich und zogen dann weiter.

Es war fantastisch, wieder einmal sorgte er für eine riesige Aufregung und nichts kam dabei raus, außer Aufmerksamkeit. Aber die bekam er weder von uns noch von der Polizei. Nicht einmal ein Aktenzeichen würde es geben, da sie nichts strafbar Relevantes vorbringen konnten. Na ja, was solls.

An diesen und in den nächsten Tagen fragten mich einige Gartenfreunde, was los gewesen sei. Ich erzählte es ihnen natürlich, bevor irgendwelche Gerüchte die Runde machen, bin ich lieber offen und ehrlich. Mich verwunderte es nur, dass niemand wissen wollte, wie es dem Oberstaatsfahrer geht. Woran das liegt, kann ich mir natürlich denken, aber es sei gesagt, wenn es wirklich ernst gewesen wäre, hätten sie ihn mitgenommen oder sie wären nach Hause gefahren.

So gab es viel Ta Tü Tat Ta um nichts……


Wir stehen in der Zeitung …

Das Wetter ist ja ein Traum. Was für ein Temperaturwandel wieder. Von einem Tag auf den anderen stehen die Bäume in voller Blüte, es summt überall. Beinahe Sommer, jedenfalls schon ordentlich durchgeschwitzt bei der Gartenarbeit. 29 Grad plötzlich und dazu Staub trocken. Abends sah ich vielleicht aus, nachdem ich das Beet gemacht habe. Ich muss es unbedingt wässern, dachte ich, damit der trockene Boden nicht weggeweht wird.

Meine ausgeputzten Erdbeeren, die Ableger, habe ich erst mal ins Wasser gelegt, aber sie mussten in die Erde. Dafür muss das Beet aber fertig sein, also nichts wie ran.

Voller Freude darüber, das ich es geschafft habe, stellte ich den Sprenger auf, um das Beet zu wässern. Die Erdbeerpflanzen brauchen Wasser. Also alles angeschlossen. Na toll, der Sprenger kaputt, erst letztes Jahr gekauft. Alles klar den zweiten angeschlossen. Auch bei dem kam das Wasser überall raus, nur nicht da, wo es soll.

Ok, den dritten angeschlossen. Einen DDR-Sprenger noch, den habe ich von Opa, dem Quellmeister mal bekommen. Das ist Qualität so alt und macht einfach, was er soll.

Jetzt habe ich endlich Zeit, meine E-Mails zu lesen. Meine Verwunderung war echt groß, mit solchem Ausmaß habe ich nicht gerechnet. Viele E-Mails mit Zustimmung und großer Bewunderung kamen an. Sie konnten es nicht glauben, dass sich jemand so etwas traut und das man ihnen so aus dem Herzen spricht.

Die Johannisbeertante ebenfalls E-Mails und Telefonanrufe von anderen Kleingärtnern, aber auch von Vereinsvorsitzenden. Was war eigentlich passiert?

Wir stehen in der Zeitung. Im Fürstenwalder Lokalblatt steht ein Artikel über uns. Ein Artikel, in dem die Missstände im Verband dargelegt werden. Wir haben niemals mit solch einer überwältigenden Reaktion und vor allem der Vielzahl gerechnet. Ehrlich gesagt, dachte ich nicht, dass so viele dieses Lokalblatt lesen würden. Aber ich wurde eines Besseren belehrt.

Aber der Höhepunkt war noch nicht erreicht, für den sorgte der Verband auch noch selbst. Völlig aufgeregt und scheinbar panisch reagierten sie auf diesen Artikel. Sie entschieden sich beim Verlag anzurufen. Der Verlag informierte uns umgehend darüber und dem Gespräch. Es ist manchmal von Vorteil, wenn man alles detailliert vorbereitet und mit Fakten und Beweise zu diesem Artikel vorlegt. Ein ganzer Aktenordner in Bezug auf dem Ärger mit dem Verband.

Sie entschieden sich also eine Gegendarstellung an alle Vereinsvorsitzenden zu schreiben und per E-Mail den Artikel sowie die Gegendarstellung zu schicken.

Was soll ich sagen, das ging gründlich nach hinten los. So klingelte das Telefon bei der Johannisbeertante ständig. Sie wollten jetzt alle die Wahrheit erfahren. In der Gegendarstellung vielleicht hätte man vorher recherchieren sollen, was eine Gegendarstellung überhaupt ist. Es waren nichts als Vorwürfe, Diskredition und Lügen. So wurden in teilweise Stundenlagen Gesprächen die Vorsitzenden aufgeklärt. Alles, wirklich Alles können wir Beweisen und Belegen. Es wird eine Interessante Mitgliederversammlung beim Verband. Auch die Zahlreichen Kleingärtner haben wir über den Termin informiert, mal schauen.

Es kommt nun zusammen, was kommen musste. Viele suchen plötzlich den Kontakt und wollen die Veränderung in dem Verband. So darf es einfach nicht weitergehen, und dessen sind sich alle einig. Besonders informativ war der Kontakt mit der Revision. Welche Welle da auf sie zurollt, erahnen sie noch nicht. Ausgaben ohne rechtmäßige Mitgliederbeschlüsse, mehrfache Erhöhung der Aufwandspauschalen, die uns schriftlich zugespielt wurden und noch vieles mehr, müssen sie erklären. Nicht nur uns in der Mitgliederversammlung, auch dem Finanzamt gegenüber.

Es geht hier um unser aller Geld, das Geld der Mitglieder und jedes Kleingärtners, oder wie man mit den 77 Euro Mitgliedsbeiträg Vereine zerstört.. Um korrekte Verwendung der Mittel und Einhaltung der Rechtsvorschriften.

Aber es war eine geniale Idee vom Verband den Artikel an alle Vorsitzenden zu schicken. Wir hatten lange überlegt, wie wir den Vorsitzenden den Artikel zukommen lassen können, die nicht in Fürstenwalde wohnen und den Lokal Anzeiger lesen. Aber eine richtige Idee war leider nicht dabei. Das nahm uns der Verband ab, und es hat eingeschlagen wie eine Bombe bei uns.

Manchmal muss man dem Verband doch einfach vertrauen.

Ich wusste auch ehrlich nicht, dass es so viele Kleingärtner gibt und auch ehemalige Vorsitzende und Vorstände die Probleme mit dem Rumpelstilzchen und auch Olga haben. Hätte ich ehrlich gesagt niemals gedacht.

Habe ich schon erwähnt, dass es diese Woche echt warm wurde, sogar heiß? Bis 29 Grad, und wir haben erst Mitte April. Und es ist richtig super, dass Molly und Familie doch diese Woche rausgekommen sind. Ich genieße es, dort zu sein und abzuschalten. Einfach auf einen Kaffee und nette Gespräche. Abends sitzen und quatschen, Füße baumeln lassen.

Wir saßen gemütlich abends zusammen, und unser Ohminator kam auch noch vorbei. Ich mag ihn ja total gerne, er haut Sprüche raus und so was von trocken. Herrlich, genau mein Humor. Er hatte diese Woche auch Urlaub und hatte es verdient, er hat echt geschuftet im Garten und viel gemacht. Am nächsten Abend kam auch seine Frau raus und so saßen wir gemeinsam bei Molly zusammen. Eine super Woche gewesen, hat nur Cedric gefehlt, aber er kommt ja morgen.

Faulenzen, heute wird nichts gemacht. Außer …


Glücklich sein ist ein tun Wort …

Alle reden immer davon, dass sie einfach nur glücklich sein wollen. Wollen wir das wirklich? Fehlt uns dann etwas? Braucht der Mensch ein Feindbild, um sich selbst besser zu fühlen? Ja. Grundsätzlich ist der Mensch so gestrickt, dass er immer nach mehr strebt, immer besser zu sein und zu werden. Wenn einem das nicht gelingt, muss man sich hervorheben, indem man andere unterwirft, schlecht macht oder anfeindet.

Man muss sich immer größer machen als, man ist, um Feinde abzuwehren. So funktioniert die Tierwelt auch immer noch. Deshalb bellen auch die kleinsten Hunde am lautesten.

Grundsätzlich sind die Leute, die mit ihrem eigenen Leben unzufrieden sind, neidisch sind und einfach selbst nichts auf die Reihe bekommen diejenigen, die alle anderen runterputzen müssen, damit sie sich selbst wertschätzen.

Das dieses Verhalten ausschließlich in ihrer kleinen beengten Welt funktioniert, sehen sie dabei nicht. Sie brauchen das Gehör und die Bestätigung. So lange wie sie die nicht bekommen, wird es niemals ruhig werden. So ist er und sie, und deshalb müssen sie am lautesten bellen, am meisten die Leute denunzieren, Bestätigung suchen. Sie suchen permanent Aufmerksamkeit.

Deshalb stellt man seinen Garten zum Verkauf online, nur um ihn wenig später wieder rauszunehmen und wieder reinzustellen und wieder rauszunehmen. Um behaupten zu können, unser Verein hätte so einen schlechten Ruf, dass man ihn gar nicht verkaufen kann. Ich bin in den letzten 3 Wochen zwei losgeworden in unserer Anlage.

Das Argument funktioniert nicht. Tut mir fast leid, aber diese Aufmerksamkeit müssen sie sich woanders suchen. Momentan lassen sie sich auch gerne Sprüche einfallen, um andere zu beleidigen, herabzusetzen. Irgendwann wird auch mir der Kragen platzen. Dass er Oma und Opa angreift, ist schon echt zu viel, und ich muss schauen, das ich ruhig bleibe. Aber jetzt auch Molly? Sie sind erst im zweiten Jahr auf unserer Anlage.

Ich muss mir überlegen, was ich tue.

Was lassen sich Voldemort und Bellatrix wohl als nächstes einfallen? Ich werde es erfahren.

Zur Zeit funktioniert es ziemlich gut bei uns. Es ist ruhig in der Anlage. Seit der Versammlung, auf der ich deutliche Worte fand und die Mitglieder gezeigt haben, wie sehr sie hinter dem Vorstand stehen. Selbst die größten Kritiker haben für den Vorstand gestimmt. Alle sind mit der Arbeit des Vorstands zufrieden. Die Resonanz war auf die Versammlung und vor allem auf meine Worte war klasse. Deutlich und mit der Faust auf den Tisch, aber fair. Auch von unserer Finanziererin die Ausführungen, ihr Bericht und Ihr Haushaltsplan war super. Sie wird gelobt, dass sie die Finanzen so gut gemeistert hat. Von der drohenden Zahlungsunfähigkeit in den Überschuss zum Bilden von Rücklagen. Genial in nur einem Jahr. Was würde ich nur ohne sie machen.

Ich war auch diese Woche beim alten bärtigen Mann mal wieder. Bei der Versammlung sah er nicht gut aus. Ich habe mir Sorgen gemacht, aber er sah wieder etwas besser aus. Besser ist das auch, wer schnauzt mich denn sonst an, wenn nicht er. Ich mag seine erfrischende offene Art, auch wenn es manchmal zum Kopfschütteln ist. Jedenfalls sagt er es dir ins Gesicht.

Unser Arbeitsminister ist ebenfalls so einer. Raue, aber herzliche Art. Ich habe die Tage unser Vorhaben besprochen, die Festwiese umzugestalten. Wir feiern schließlich nächstes Jahr unser 80-jähriges Gartenjubiläum. Dazu muss unsere Festwiese endlich mal wieder eine Festwiese werden. Bisher finde ich sie eher trostlos, wenig einladend. Dazu sind die Überlegungen notwendig, unseren Schuppen neu zu bauen, denn die Rückwand des Schuppens ist eine Garage des anderen Grundstücks. Und diese soll abgerissen werden, wodurch unser Schuppen unbrauchbar werden würde. Hinter unserer Anlage bei der Festwiese soll eine Wohnanlage entstehen. Im Gemeinderat wurde es besprochen, dass die Zufahrtstraße noch in diesem Jahr wahrscheinlich gebaut werden soll.

Es muss sich also dringend etwas überlegt werden. Aber nicht nur das, auch ein Vereinshaus soll entstehen. Das muss geplant werden und dann die Bauanträge beim Bauamt eingereicht werden. Aber das ist mein kleinstes Problem. Ich habe das mit dem Arbeitsminister erst einmal grob besprochen, bevor wir es im Vorstand auf unserer nächsten Sitzung ausführlich besprechen werden.

Es gibt immer etwas zu tun, auch die Feste beginnen bald wieder. Hier brauchen wir wieder Freiwillige, die helfen. Wie jedes Jahr lasse ich mir immer Neues einfallen. Manches funktioniert ganz gut, manches nicht so ganz. Wir behalten das, was funktioniert gerne bei. Ich bin gespannt, wie der Laubenpieperball als Ostalgie Fest ankommen wird. Ich will da gar nicht zu viel machen, eher so wirken wie improvisiert wie zu Ost Zeiten eben. Ich mache diese Feste gerne. Ich denke das die Gemeinschaft dadurch mehr zusammen wächst. Und es sollte für jeden etwas dabei sein.

Hauptsache die Leute haben Spaß …


Frühling und die Schmetterlinge…

Es gibt ja immer Dinge die einen stören, gegen einige kann man etwas machen und bei anderen ist man Machtlos. Beispielsweise beim Wetter. Haben wir doch seit langem tagsüber wunderbare Temperaturen und abends, wenn man gemütlich zusammensitzen will, braucht man fast zwei Jacken. Zugegeben das ist nervig, aber man stelle sich vor, man könnte das Wetter ändern. Jeder würde etwas anderes wollen, das Chaos wäre perfekt.

In der Liebe ist es ebenfalls so, sie trifft einen unvorbereitet und dann mit voller Wucht. Man vermisst so schrecklich, dass man es kaum ertragen kann. Man spürt einen Bann in den der andere einen zieht und man will nie wieder loslassen. Man ist gefangen, im Herzen des anderen. Mit voller Wucht erwischt es einen und so auch mich. Ich gebe dich nicht mehr her, lass dich nie mehr los. Warum sollte ich auch, du bist das Beste, was mir passiert ist. Entspannen, Abschalten und Glücklich sein, das finde ich bei dir und deiner ganzen Familie, die so klasse ist und mir so wichtig geworden ist.

Auch im Garten merkt man die Frühlingsgefühle. Alles Blüht und sprießt, vor allem freut es, dass die Obstbäume dieses Jahr scheinbar den Frost gut überstanden haben. Viele viele Blüten waren zu sehen und die Ansätze der Früchte zeigen sich. Die Gärten explodieren gerade zu. Trotz der frostigen Nächte explodiert gerade zu das Unkraut. Aber regnen könnte es mal wieder. Trocken ist es sodass die Rasensprenger ihr abendliches Lied pfeifen. Gespannt sitzen alle in den Startlöchern, um Tomaten usw. zu pflanzen. Einige mutige haben ihre Gewächshäuser schon bestellt. Ich konnte es auch nicht abwarten, und so wächst und gedeiht im Gewächshaus schon allerlei. Im Beet warte ich noch etwas, jetzt sollen die kalten Nächte vorbei sein und der Boden wird sich erwärmen. Dann kann es bald losgehen. Die Kartoffeln und die Bohnen kommen rein, Zucchini und Kürbis, Salate usw.

Aber auch der Verein und die Gemeindearbeit darf nicht zu kurz kommen. Eine sehr spannende Ortsbeiratssitzung hatte ich erst gestern wieder, zudem noch wichtige Termine im Zusammenhang mit dem Verein beim Amtsdirektor. Zudem häufen sich die Anfragen an Gärten, die alle bearbeitet werden wollen. Es ist immer was zu tun und oftmals zu viel auf einmal. Und da mir jeder sagt ich solle mein Privatleben nicht vernachlässigen, werde ich das auch etwas mehr umsetzen, ohne dass ich den Verein vernachlässige, wie manch einer schon befürchtet oder es mir einreden will. Nicht alles, was der Vorstand macht, sieht man nach außen hin. Und eigentlich ist es für alle doch ganz schön, wenn die Vereinsarbeit geräuschlos funktioniert und es einfach nur läuft. Ich habe es jetzt auch endlich geschafft mir die StressApp zu installieren. Mein Arzt hat mir zu dieser geraten und naja nach vier Wochen kam ich dann mal dazu das umzusetzen, das sagt doch eigentlich alles.

Man macht sich um so viele Sachen einen Kopf, auch Mitglieder und das finde ich bewundernswert. Ich bin stolz auf unsere Gartenfreunde und ihr Engagement und ihre Unterstützung. Viel Kraft braucht ich in den letzten Wochen und die gaben Sie mir. Ob per Nachricht, oder persönlich, ich war begeistert. Aber ich weiß auch was sie als nächste Schritte von mir erwarten. Aber das will gut vorbereitet sein, und vor allem rechtssicher.

Es ist gar nicht so einfach alles unter einen Hut zu bekommen. Aber ich nehme mir das Recht heraus meine Beziehung an erster Stelle zu stellen, was jeder verstehen sollte und wenn nicht, so muss es mir einfach egal sein. Ich freue mich das meine Töchter mit Familie zu mir stehen und ich liebe sie einfach.

Molly fragte mich letztens, ob ich Schmetterlinge im Bauch hätte, ich sagte, Schmetterlinge? Das sind schon Störche. Ich glaube das sagt gerade alles aus, ich habe mein Glück gefunden

und den gebe ich nie wieder her…


gerne könnt ihr uns eure Erfahrungen schildern