ein Kleingarten, ein Ort der Ruhe, Erholung und der Gemeinschaft

oder wie ich 77,00 € an den Regionalverband jährlich bezahle, dafür das er die Kleingartenanlage und den Verein vernichten darf.

Kapitel 1

Wer hätte das gedacht …

Als ich vor etwa einem Jahr damit begonnen habe das ich einen zweiten Band schreiben würde. Wer hätte auch gedacht das selbst 51 Kapitel nicht ausreichen würden. Stoff gibt es übermäßig und seit dem letzten Artikel ist unglaublich viel passiert. Nicht nur in unserem Verein, sondern auch privat. Angefangen von Voldemort und Bellatrix über Rumpelstilzchen bis hin zu einer neuen traumhaften Beziehung. Vieles vermischt sich dieses Jahr auch. Und es war das Jahr der Anzeigen, Polizeieinsätze, Anwälte und Schikanen.

Aber in dieser Dunklen Zeit mit dem Verband, wird der Gartenverein das Licht sein.

Die Polizeieinsätze haben Voldemort und Bellatrix als neue Waffe gegen den Verein gefunden. Oder sollte ich besser sagen, gegen mich, gegen den Vorsitzenden. Nicht nur die beiden scheinen die Absicht zu haben mich überall schlecht zu machen. Auch andere haben es versucht. Bei der Gemeinde, sich über Feuer und Rauch beschwert und sowie über andere Sachen.

Zudem kamen dieses Jahr unglaubliche Feste. Das Laubenpieperfest fand einen genialen Anklang mit grandioser Stimmung und einigen Überraschungen, die unser Stresslevel anstiegen, ließen. Selbst beim Saisonabschlussfest, was nicht von mir stammte, weder die Idee noch die Durchführung, bekam ich es voller Breitseite ab. Ich alleine war in den Augen des Oberstaatsfahrer und seiner Frau sowie Voldemort, verantwortlich für Missbrauch der Festwiese, Unterschlagung von Vereinsgelder in Form von Strom, und noch einiger anderer Sachen.

Auch würdigte unser Gartenguru mit der Regentrude meinen Garten mit einem bösen Brief. Mein Unkraut wuchs und wuchs und ich habe es nicht geschafft meinen Garten in Ordnung zu halten. Hatte ich doch alle Hände damit zu tun, Unterlassungserklärungen, viele Anzeigen, Schadenersatzansprüche abzuwehren. Na klar, machen unsere Anwälte kann man denken, aber auch wenn die Anwälte das alles in die Hand nehmen, so muss man doch einiges an Zeit investieren und zuarbeiten leisten.

Alles in allem war es mal wieder spannend, aufregend und Zeitbindend. Aber all das ist niemals ein Grund aufzugeben. Wozu denn auch? Die Anwälte klären und prüfen gerade vieles und gewinnen immer mehr. Das Ende ist nah und unser Ausweg noch näher. Band zwei wird also zunehmend spannender und es ist wirklich viel passiert. Aber Vorsicht beim Lesen, eine Halskrause macht vielleicht Sinn beim Lesen. Manch einer kommt aus dem Kopfschütteln wegen so viel Dummheit nicht mehr heraus.

Kapitel 2

Wenn man wüsste …

Huch Post. Eine Unterlassungserklärung. Das Rumpelstilzchen hat sich etwas Neues ausgedacht, wie er den Verein Schaden zufügen kann. Kreativ ist er ja. Aber was soll das? Ich solle aufgrund der entzogenen Verwaltungsvollmacht keine Pachtverträge, keine Vergabebefürwortungen darf ich mehr machen, keine Unterschriften auf Bewertungsprotokollen usw.

Abgesehen von der Verwaltungsvollmacht, in der lediglich steht, was der Verein nicht darf, regelt das Bundeskleingartengesetz die Befugnisse im Verein und der Kleingartenanlage. Die Unterlassungserklärung von seiner Rechtsanwältin ist insofern rechtswidrig und verstößt gegen das Bundeskleingartengesetz. Was also tun? Unser Verein beschäftigt mittlerweile nicht umsonst schon zwei Anwälte, sollen die sich darum kümmern. Und ab damit zum Anwalt. Ich werde mich doch nicht an von Rumpelstilzchen erfunden Gesetze halten und mich dieser Willkür beugen.

Gesagt getan, unser Anwalt hat Sie komplett zurückgewiesen, mit sämtlichen rechtlichen Aspekten und hat erst einmal klargestellt, was das Rumpelstilzchen bei seiner Anwältin oftmals gerne falsch darstellt oder unter den Tisch fallen lässt. Die Wahrheit. Sie ist ein mächtig scharfes Schwert gegen ihn, wie es in dem letzten Jahr oft unter Beweis stellen wird.

Der Anwältin wurde daraufhin die Argumentationsgrundlage entzogen. Aber was nun, wie geht es nun weiter? Jeder Versuch antworten zu bekommen scheitert. Nichts. Garnichts kommt vom Verband. Kein Wort. Ja Newsletter schicken sie weiter, aber mehr auch nicht. Seit einem Jahr völlige Funkstille, trotz mehrfacher nachfragen und bitten um Antworten lassen Sie sich nicht herab eine Antwort zu verfassen. Alle Beteuerungen, die er immer wieder äußert, wie Schade er es findet, dass es keine vernünftige Zusammenarbeit gibt zum Trotz, Funkstille.

Was bedeuten dann seine Beteuerungen? Kalkül oder denkt er wirklich ihm glaubt jemand? Ok, bei der Wahl im Verband schon, aber das kommt später.

Unser Verein, unser Vorstand und ich auch, legen Wert auf die allergrößte Transparenz. Unsere Mitglieder haben die Informationen verdient, die wir auch haben. Niemand von uns hält Informationen zurück, und genau das macht es aus. Jeder weiß warum, Wieso, Weshalb.

Ich habe jetzt etwas ausgeholt, aber man stelle sich vor, man ist Anwalt und mein Client erzählt mir falsche Sachen, oder nicht alles. Man selbst würde das spiel glaube ich nicht lange mitmachen, und sich immer wieder von den Kollegen der Gegenseite vorführen lassen zu müssen. Wer mag sowas auch schon. Wie gesagt, in dem letzten Jahr ist das so oft vorgekommen, dass sie mit Halbwahrheiten argumentieren musste, und damit kläglich gescheitert ist. Was mit Sicherheit nicht an Ihr liegt, Sie ist gut und Ihr Ruf auch, noch.

Am eindrucksvollsten zeigt es sich in der folgenden Passage der Unterlassungserklärung, indem Sie uns vorsorglich die Verwaltungsvollmacht von 2014 nochmals entzieht und alle Verwaltungsvollmachten davor.

Jetzt muss man wissen, dass der Verein noch eine neuere Verwaltungsvollmacht von 2016 besitzt. Das weiß die Anwältin nicht? Ein bedauerlicher Fehler des Verbands? Oder selbst unwissend in Ihren Chaos? Ich weiß es wirklich nicht, gibt mir aber zu denken, und in Gewisser Weise auch die Freiheit ohne schlechten Gewissen weiterhin so zu handeln.

Aber zurück, was machen wir nun? Im Vorstand sprechen wir diese Sachen durch, beleuchten das Für und Wider, und holen uns Rat bei unseren Anwälten.


Da unsere Anwälte den Entzug der Verwaltungsvollmacht als Rechtsmissbräuchlich ansehen, haben wir in Abstimmung beschlossen weiterzumachen wie bisher. Was soll auch schon passieren, sind wir doch Rechtssicher aufgestellt und abgesichert. Wir beschlossen also alles so weiterzuführen, wie es seit 1946 in unserer Gartenanlage üblich ist. Was hätten wir anderes tun sollen, die Anlage verfallen lassen? Das könnten wir niemals unseren Mitgliedern antun, auch unserem Vereinsvater würde das Herz dann bluten. Also Durchatmen, Ärmel hoch und durchhalten.

Betrachtet man das nüchtern waren das die logischen nachvollziehbare Entscheidungen. Aber dahinter steckt viel Arbeit und Zeit. Viele Gespräche im Vorstand, mit anderen Vereinen, ja sogar anderen Verbänden wurde recherchiert und auch die Anwaltskonsultationen haben unwahrscheinlich an Zeit gekostet. Zeit die wir lieber in den Verein gesteckt hätten. Dann hätte man das Erntedankfest nicht absagen müssen, aber dazu später mehr. Voldemort und auch Bellatrix waren ja auf Hochtouren in diesem Jahr.

Es ist wie es ist, alles bleibt beim Alten, und was das Rumpelstilzchen macht, interessiert uns nicht. Wir halten uns an die Gesetze, und wer es nicht macht, bekommt die Quittung demnächst.

Kapitel 3

Pumuckel …

Einen Teil der Unterlassungserklärung beschäftigte sich auch mit Pumuckel. Pumuckel ist ein Sohn von Molly. Ein Sonnenschein, wenn man ihn kennt und sieht, bekommt man zwangsweise gute Laune wenn er auftaucht. Laut der Erklärung, die ich bekommen habe, musste er die Parzelle räumen oder bis zum August seinen Pachtvertrag unterschreiben beim Verband. Aber der Verband wollte davon nichts wissen. Pumuckel wollte doch gemäß dem Schreiben einen Termin mit dem Verband machen. Warum ließen Sie ihn nicht?

Genau lest es ruhig zweimal. Sie fordern ihn auf den Vertrag zu unterschreiben und lassen ihn aber nicht. Am Telefon war natürlich Olga die in ihrer Not keine Ausrede wusste, also nutze sie die, die sie immer nimmt, wenn sie etwas nicht machen wollen, oder Willkür an den Tag gelegt wird. Das ist in rechtlicher Klärung. Rechtlicher Klärung? Noch einmal zum Mitschreiben. Der Verband hat ihn aufgefordert den Pachtvertrag zu unterschreiben.

Hier ist leider Garnichts lustig, es ist traurig. Neue Engagierte Pächter, die machen und tun werden mit Willkür behandelt und mit Nichtachtung bestraft. Mir stellt sich allen Ernstes die Frage, warum? Ja natürlich, um mir zu schaden, aber was können die Pächter dafür? Was soll diese Willkür andere Parteien in den Krieg von Verband mit reinzuziehen? Schämen müsste man sich, aber vollkommen mit Tatendrang, wie Pumuckel ist, hat er vertrauen zu mir und kümmert sich nicht weiter darum. Er hat es ja versucht. Darum kümmern sich dann notfalls ebenso die Anwälte.

Was er alles schon geschafft hat. Ist nicht mehr wieder zu erkennen und sogar geerntet haben sie dieses Jahr schon. Man wünschte sich das andere Mitglieder ebenso emsig dabei sind.

Dabei hatten sie es ja schon mit Voldemort zu tun. Ja richtig, kaum im Garten schon im Fokus von Voldemort.

Im Zuge das Grundstück halbwegs nutzbar zu machen, entfernte er ein paar Koniferen. Steht auch im Bewertungsprotokoll er müsse diese entfernen. Sicherlich nicht alle auf einmal, das wäre echt viel, was auf dem Grundstück davon steht. Also entfernte er zum Nachbar einige. Schwups da war kein Zaun. Nun weiß man ja, wie breit Koniferen werden können, und wenn sie direkt an der Grenze gepflanzt werden, verschwinden andere Dinge. Es gab also an der einen Stelle keinen Zaun mehr zum Nachbarn.

Prompt erhielt die Regentrude eine Nachricht auf ihr Telefon vom besagten Nachbarn zwecks des Zaunes. Pumuckel habe den entfernt und er solle ihn doch wieder hin machen. Woher weiß er das denn? War er doch nur ein einziges mal im Frühjahr im Garten? Voldemort. Er kann es nicht lassen und immer neue Opfer zu suchen mit denen er es sich noch nicht verscherzt oder angelegt hat. Er wird auch immer wieder fündig, um seinen Leben, bei dem er scheinbar sonst nichts hat, einen Sinn zu geben. Auf kosten von allen anderen. Sich besser zu stellen in dem man andere an den Pranger stellt, verurteilt und herabwürdigt. So etwas macht man nur wenn man im eigenen Leben keinen Sinn sieht, oder so mit sich unzufrieden ist, dann nach solchen Sachen greift, um sich wenigstens etwas Sinnvoll auf dieser Welt zu fühlen, selbst wenn man dadurch sich ins Abseits stellt und keiner mehr ein Wort mit ihm redet.

Wie gesagt, manche Menschen brauchen das und können nicht anders.

Aber gut, die Regentrude hat das dann richtiggestellt und alles war gut. Halbwahrheiten und wirre Behauptungen haben wieder einmal nicht zum Ziel geführt. Die Wahrheit siegte einmal mehr.

In diesem Jahr haben so einige festgestellt das man nichts glauben sollte was Voldemort und Bellatrix erzählen. Nicht nur Nachbarn, auch Obrigkeit und Staatsmacht kommen noch auf Ihren Genuss in den geistigen Ergüssen und Fake-News.

Die Parzelle des Nachbarn sieht unmöglich aus. Er ist aus dem Verein ausgetreten und ist seitdem fast nie in seinem Garten. Macht nichts, kümmert sich um nichts. Beglückt dadurch seine Nachbarn mit Unkräutern, die durch die Samenbildung in andere Gärten getragen werden und verschafft damit seinen Nachbarn viel Arbeit. Mehrmals haben wir beim Verband um Hilfe gebeten, da die Verwaltung, durch den Austritt aus dem Verein, in seiner Verwaltung liegt. Aber nichts passiert. Ein Freifahrtschein also für alle die austreten wollen, um nichts mehr im Garten machen zu müssen? Ehrlich gesagt, ein absolutes Armutszeugnis für den Verband. Zudem es gegen ihre eigene Satzung verstößt, Kleingärten zu erhalten und zu fördern.

Ok also wir können auch dort keine Unterstützung erwarten vom Verband. Briefe an den Verband sind dokumentiert, aber das ist an anderer Stelle noch extrem wichtig. Dazu aber später mehr.

Unser Pumuckel, unser Sonnenschein und seine Freundin und sogar viele Freunde helfen derweil, damit sein Garten, sein Haus zu einer Oase wird. Bis spät in die Nacht hinein ackern sie, machen Unkraut, renovieren das Haus und pflanzen an was das Zeug hält.

Und plötzlich ein Anruf, Verband. Er möge bitte zur Unterschrift des Pachtvertrages kommen. Was ist denn nun los. Im Mai hingeschickt und schon im November einen Pachtvertrag bekommen? Das geht aber fix. Die rechtliche Klärung ist auch abgeschlossen? Perfekt. Nichts wie hin und Unterschreiben.

Komisch, die Pachtverträge sind nicht unsere, es sind andere, eigene vom Verband. Aber dazu mehr. Das ist in rechtlicher Klärung.

Er hat endlich seinen Pachtvertrag.

Kapitel 4

Von Feiern ohne Feste …

Das Erntedankfest habe ich kurzerhand abgesagt. Jeder will natürlich wissen warum und weshalb. Manchmal ist es so, dass ein Zeitmangel dazu führt die, dass Dinge liegen bleiben. Auch die Gesundheit leidet, und wenn das Eintritt, sollte man schon auf seinen Körper hören. Wie ihr wisst, ist gesundheitlich nicht alles perfekt, jedoch kann ich damit gut umgehen und meinen Körper bis zu einem gewissen Grad ignorieren und trotzdem weiter machen. Zu diesem Zeitpunkt waren mir die Signale wichtiger. Der ein oder andere mag denken, wenn er diesen Blog liest, für mich gäbe es nichts Wichtigeres als den Verein. Richtig, und genau aus diesem Grund war es wichtiger auf meinen Körper zu hören, anstatt noch schlimmeres geschehen zu lassen.

Für den Verein da sein, kann man auch nur, wenn man es schafft.

So wurde das Erntedankfest abgesagt, für dieses Jahr. Jedoch entwickelte sich daraus eine Eigendynamik. Es fanden sich Mitglieder zusammen, die trotzdem einen Saisonabschluss feiern wollten. So wurde ich gefragt, ob sie das dürfen. Was sollte ich dagegen haben? Der Verein sind seine Mitglieder, und nicht der Vorstand. So können Sie dort auf der Festwiese auch ihre Feierlichkeiten abhalten. Das Ganze mit dem Vorstand zu koordinieren und abzusprechen macht trotzdem Sinn, wie sich später herausstellen sollte. Es fanden sich daraufhin eine Vielzahl an Mitgliedern zusammen, die es organisierten und alles aufbauten. Ich wurde auch gefragt, ob ich Musik machen würde. Na, warum auch nicht, mit der Einschränkung, ich würde nur meine Kleine Box aufbauen und eine Playlist laufen lassen.

Gesagt getan. Der Tag rückte näher. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, die Mundpropaganda erreichte die meisten, und die Freude stieg.

Es war dann so weit, es wurde fleißig aufgebaut, Salate gemacht, ein Grill herbeigebracht und sogar Suppen hatten wir. Getränke brachte jeder selbst mit und ein paar hatten wir noch vom Sommerfest, die zu den Preisen auch erworben werden durften.

Es waren viele Leute dabei, und die Stimmung war super ausgelassen. Manche tanzten, andere unterhielten sich, wieder andere stärkten sich erstmal. Gelungen würde ich sagen.

Im laufe des Abends waren die meisten satt, wir saßen alle gemütlich zusammen und redeten über dies und das. Wie man sich einen gemütlichen….. aber was war das?

Krankenwagen? Wir sahen nur von Weiten, wie er den Weg zwei reinfuhr. Wenig später fuhr er wieder raus. Kurz danach kam er schon wieder am Weg zwei vorbei. Was ist denn da los? Dann kam er irgendwann in Richtung Festwiese, beim dritten Mal. Er hielt auch vor dem Oberstaatsfahrer seiner Parzelle an. Wir machten noch Scherzhaft unsere Witze, pass auf die Wurst auf, die ist nicht vegan, und die Polizei kommt bestimmt auch gleich.

Was soll ich sagen, da bog sie auch schon um die Ecke. Wieder ein Ta Tü Ta Ta. Was war da bloß passiert? Wir waren relativ leise, wir haben eine Genehmigung. Es kam, wie es kommen musste, die Polizei kam vom Oberstaatsfahrer raus, wo auch Voldemort und Bellatrix waren. Sie kamen auf uns zu, und fragten auch direkt nach mir. Ich begrüßte Sie freundlich, und mit den Worten, schon wieder hier? Man kannte sich bereits.

Er erzählte uns das Voldemort Sie gerufen hätte. Warum sie allerdings hier waren, konnten sie nicht erklären. Im Gegenteil, sie fragten mich sogar. Ich entschuldigte mich mehrfach für den Missbrauch des Notrufes und verwies auf mehrere solcher Einsätze in diesem Jahr. Der Polizist wisse das, betonte er, er kenne die Akten. Es tat mir wirklich leid.

Ich will das hin und her nicht weiter ausführen. Es ist immer dasselbe, Stress machen, Ärgern und sich als starken hinstellen. Ist unwichtig. Das beachtliche ist aber das es im Vorfeld noch eine E-Mail gab. Titel, „Unerlaubte Privatnutzung der Festwiese“. An dieser Stelle möchte ich noch bedanken. Bei Voldemort, dem Oberstaatsfahrer und seiner Frau für den Hinweis. Natürlich bezahlt jeder Pächter anteilig auch die Festwiese zur Nutzung. Daher ist es selbstverständlich eine Unerlaubte Privatnutzung der Festwiese. Ich muss auch jedes Mal die Bank fragen ob ich mein Auto fahren darf, schließlich gehört es ja rein rechtlich noch der Bank.
Jetzt mal ehrlich, Sarkasmus aus. Was läuft in den eigenen Leben schief das man solch einen Erguss von sich gibt. Ich hätte noch andere Synonyme dafür, aber das sind sie nicht wert.

Wenn Vereinsmitglieder eine Feier machen möchten, natürlich dürfen sie das. Zumal der gesamte Verein eingeladen und offen für alle ist. Es gibt Sachen, die machen einen Sprachlos. Aber Respekt das man so ein Weltbild hat, und absolut nach jedem Grund sucht, um andere schlecht zu machen. Man fragt noch nicht einmal nach, ob es eine Erlaubnis gibt, oder ganz einfach, was ist das für eine Feier. Dürfen wir auch kommen? Nein, man geht direkt auf Angriff, ohne zu wissen, was man tut. Aber das haben wir ja in der Vergangenheit schon oft genug erlebt. Sogar die Staatsmacht.

In der E-Mail bezieht man sich darauf das der Vorsitzende keine Verwaltungsvollmacht hätte, und zugleich fragt man, ob es durch den Vorsitzenden offiziell genehmigt worden ist.

Na, was denn nun? Darf ich oder darf ich nicht? Legt man es wieder zurecht, wie man es braucht? Der Vorsitzende hat auch keine Verwaltungsvollmacht, sondern der Vorstand. Wie vorher schon geschrieben, besitzen wir eine gültige Verwaltungsvollmacht, obwohl das nichts miteinander zu tun hat. Soll sich später noch rausstellen, da greife ich nun nicht vor.

Immer wieder werde ich als Vorsitzender angegriffen und beschuldigt. Es geht also gar nicht um den Verein, sondern nur darum den Vorsitzenden zu Schaden, der wohl gemerkt ein Gast wie jeder andere war. Den Rest der E-Mail erspare ich allen, Schade um die Zeit.

Sei es drum, einen geistigen Machtkampf ohne Gegner führe ich nicht. Deshalb haben wir das auch keiner Antwort gewürdigt, sondern unserem Anwalt in die Chronologie gegeben. Im eigentlichen ist es nicht einmal die Zeit wert die man dafür investiert.

Wir hatten noch einen sehr schönen Abend, und unser Unterhaltungsprogramm, gesponsert durch Voldemort, tat auch sein Übriges bei, dass es ein ausgelassenes Fest mit super Stimmung war. Auch der Alkohol war bei einigen gut dabei, und so feierten alle ausgelassen. Niemand kann uns die gute Laune verderben. Beim nächsten Mal sollte man Popcorn bereithalten, Falls wieder eine Showeinlage von Voldemort kommt. Das hätte doch mal was. Ein Blockbuster zur Besten Sendezeit und das Ganze, Live. Wir hatten viel Spaß und sind gespannt, was als nächstes kommt, was Ihnen weiterhin einfällt. Vielleicht werden Sie ja auch endlich mal kreativer, niemand mag ständige Wiederholungen.  

Kapitel 5

und dann kam Emma …

Lange vor meiner Zeit als Vorsitzender gab es in unserer Gartenanlage eine Parzelle die zunehmend verwildert, nichts passiert und man auch nie jemanden sah. Der Unmut wuchs, nicht nur der Unmut der Nachbarn, die natürlich damit zu kämpfen hatten, dass das Unkraut unkontrolliert zu ihnen rüberwuchs, die Blätter sich nicht an Grenzen hielten und ein Anblick der unmöglich war. Die Unmengen an Koniferen wuchsen bereits über die Höhe des Bungalows, die Knallroten Äpfel glänzten im Morgentau. Unberührte Natur mittlerweile.

Ein schöner Bungalow soll es mal gewesen sein. Knatterkalle sein Arbeitskollege hatte diesen gebaut, ihm gehörte die Parzelle früher einmal. Inzwischen wächst auf dem Grundstück sehr unkontrolliert die Brombeeren. Sie ragten bereits durch das ständig geöffnete Fenster, als würden sie Schutz und Wärme suchen.

Auch die kleinen Bewohner machten es mittlerweile gemütlich. Sie waren ja ungestört, und konnten sich so ihren Lüsten hingeben und viele kleine Mäuschen heranziehen. Eine Großfamilie die sich im Bungalow wohl fühlte. Bett, Couch, Esstisch hatten sie ja auch darin.

Es ist schade, dass nicht nur das Grundstück einer Gartenanlage nicht würdig mehr war, sondern auch das der schöne Bungalow, einst das Schmuckstück des Gartens durch die Zeit gelitten hat.

Man kann dem ehemaligen Vorstand nicht einmal die Schuld geben an dieser Situation. Der Besitzer meldete sich nicht, Rechnungen hat er nicht bezahlt, und der Verband war keine Hilfe. Im Gegenteil.

Sie suchten beim Verband Hilfe, schließlich entstehen dem Verein kosten. Auch jede Mahnung kostet Geld. Wobei das dem Meister des Geldes ja wenig interessiert hat in seiner Amtszeit. Mahnung schreiben hat sowieso keinen Sinn und macht nur Arbeit, war sein Motto. Das Geld muss dann der Verein bezahlen, und somit seine Mitglieder. Warum in der Vergangenheit, also vor meiner Amtszeit nichts weiter passiert ist, kann ich mir denken, sagte doch unser ehemaliger Vorsitzender zu mir, gehe denen aus dem Weg, erwarten kannst du nichts von denen, es gibt nur Stress, wenn du irgendwas möchtest von denen. Kurz gesagt, er hatte es versucht und wurde vom Verband hängen gelassen, und getreu seinem Motto, blieb das dann auch dabei. Aber dann kam ich.

Akzeptieren? Nicht mit mir. Der Verband hat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Diese muss er nachkommen. Wir versuchten es also gemeinsam mit unserer Finanziererin Mahnungen zu schreiben und den Verband mit einzubeziehen. Im rechtlichen Sinne hat der Verband die Möglichkeit, wegen Geldleistungen die Parzelle zu kündigen und wieder freizugeben. Aber Olga und Rumpelstilzchen malten sich auch hier die Welt nach ihren Vorstellungen. Nachdem die Briefe und Mahnungen irgendwann anfingen zurückzukommen, weil nicht zustellbar, hatten wir als Verein eine Behördliche Suche über die Einwohnermeldeämter veranlasst. Und siehe da, er war unter der bekannten Adresse noch immer gemeldet. Ich teilte diese Erkenntnis mit Olga natürlich und hoffte auf Lösungen.

Was soll ich sagen, zu beginn als das Verhältnis noch gut war bekam ich ab und zu Informationen, aber auch zu diesem auch nichts mehr. So gingen die Tage, Wochen und Monate ins Land, indem nichts passierte, außer dass das Unkraut auf der Parzelle immer kräftiger wurde.

Es ist ja bekannt, dass sich unser Verhältnis immer mehr eintrübte, sodass es auch hierzu keine Informationen mehr gab. Voller Elan, den ich damals hatte, machte ich alles schriftlich, und fragte mehrfach nach was nun mit dieser Parzelle sei. Ich bekam sogar ab und zu noch antworten, anders als jetzt. Sie würden eine Suche über die Einwohnermeldeämter machen. Ich verstand es ehrliche gesagt nicht, da wir diese Suche bereits gemacht hatten und ihnen das Ergebnis auch mitgeteilt haben. Dann sollen sie, dachte ich mir.

Inzwischen lies es mich natürlich nicht los. Unbearbeitet, keine Lösung, das geht nicht. Meine Mitglieder fragten zunehmend, was mit diesem Schandfleck passieren sollte, und vor allem fragten sie immer wieder nach was denn nun passiert. Offen und ehrlich stand ich jedem, Rede und Antwort, der fragte. Transparent zu sein, das ist mein Motto, und das des gesamten Vorstandes.

Wie gesagt, es ließ mich nicht los, und so war es ein Dauerthema im Vorstand. Unsere Finanziererin hatte sich dem auch angenommen und als ihr der Pachtvertrag in die Hände fiel, stellte sie fest, er hatte nur einen befristeten Pachtvertrag. Ich konnte es kaum fassen, als sie mir diesen zeigte. Jetzt muss man wissen, ich habe von meinem Vorgänger alle möglichen Unterlagen bekommen. Teilweise sortiert, teilweise sehr chaotisch. Im Zuge der Digitalisierung ordnete und strukturierte ich diese aber der Pachtvertrag von der Parzelle war nicht dabei.

Ich konnte es kaum glauben. Natürlich machte er nichts mehr im Garten, natürlich zahlte er keine Rechnungen mehr. Würde man es ihm verübeln können?

Also teilte ich dem Verband die Erkenntnisse mit, hatte ich doch auf ein Ende der Odyssee mit dieser Parzelle gehofft. Ich war wohl wieder zu eifrig. Der Verband teilte mir mit, dass es keine befristeten Pachtverträge geben darf und sie damals einen Fehler gemacht hatten.

Ich muss dazu etwas ausholen damit man es auch versteht. So weit haben sie sogar recht. Die Gerichte haben ein Urteil gefällt, dass befristete Pachtverträge ungültig sind, und man diese wie normale Pachtverträge anzusehen hat. Jetzt kommt das große, Aber. Der Vorgänger von der Parzelle sein Pachtvertrag lief lange vor diesem Urteil aus. Das bedeutet, er musste seinen Anspruch auf Grundlage dieses Urteils anmelden. Was er nicht tat, so bleibt rechtlich sein juristisches Konstrukt vom Pachtvertrag aufrecht. Das bedeutet er hatte keinen gültigen Pachtvertrag mehr.

Auch dieses teilte ich dem Verband schriftlich mit, und der eine oder andere wird sich sicherlich wundern, es kam nichts, keine Reaktion dazu. Im Gegenteil. Nach erneuten Nachfragen teilte man mit, dass man nun eine Europaweite Suche nach dem Pächter machen werde. Zum Hintergrund sein noch erwähnt, dass der ehemalige Pächter aus unserem Nachbarland kam.

So vergingen wieder die Tage und Wochen, sogar Monate, ohne eine Antwort oder Rückmeldung dazu zu bekommen. Ich glaube bis heute nicht, dass es eine Europaweite Suche gab. So zogen die Monate ins Land, sogar Jahre in dem wir als Vorstand und der ehemalige Vorstand wirklich alles versucht hatten mit dem Verband zu klären. Aber wie immer wurde man hängen gelassen, sie machten nichts. Habe ich erwähnt das die Parzelle zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Jahre leer stand? Genau, sieben Jahre geht das nun schon. Noch einmal zur Erinnerung, wir zahlen 77 € pro Parzelle Beitrag an den Verband im Jahr. Fürs Nichtstun!

Und dann kam Emma.

Emma, eine Schwägerin von Molly, meiner Familie. Oft waren sie zu Besuch bei Molly und dem Angel-Onkel, gemeinsam mit Ihrem Mann und den zwei Kindern genossen sie die Gartenidylle und halfen auch bei der Gartenarbeit, bei Renovierungsarbeiten und bei Festen und Essen mit. Emma geht gerne einkaufen und übertreibt es gerne mit Einkaufen, gerade beim Essen. Aber sie meint es wohl gut, das niemand verhungern sollte. Geschlafen haben sie gemeinsam mit ihren Kindern im Pavillon oder die Kinder haben beim Pumuckel geschlafen. So war es für alle immer ein langes Wochenende, wohnte sie doch nicht direkt um die Ecke, und der Weg lohnte sich dann.

Langsam freundeten sie sich mit dem Garten an, und sie wurden infiziert, vom Garten, der Gemeinschaft, der Natur und den Menschen. Eine kleine Oase, das wäre es doch. Stück für Stück vertiefte sich der Gedanke bei ihnen. Auch die Kinder waren begeistert, hatten sie doch schon Anschluss gefunden, Freunde, jemanden zum Spielen. Ich fand es super, mehr junge Leute und vor allem wieder mehr Kinder in die Gartenanlage zu holen. Es belebt die Gemeinschaft, bringt über die Kinder die Erwachsenen zusammen und der Zusammenhalt wird weiter gestärkt.

Dann war es so weit. Eines Tages kamen sie auf mich zu und fragten nach der Parzelle drei. Die sei ordentlich verwildert und die würde ihnen gefallen.  Wie ich nun mal bin, erzählte ich ihnen die Vorgeschichte zur Parzelle, den Verband, den Problemen, die kommen könnten. Es hat sie nicht abgeschreckt, perfekt dachte ich. Und dachte lange nach. Wie bekamen wir sie auf die Parzelle und an den Verband vorbei geschummelt. Bis ins Kleinste ging ich alles durch, gemeinsam mit unserem Vorstand und der Johannisbeertante. Den Grundstein für die Verpachtung legten wir dann also mit der Bewertung. Unsere Bewerterin machte das nebenbei und wir stellten den Verband vor vollendete Tatsachen damit. Das Protokoll wird dann später an anderer Stelle juristisch noch sehr interessant werden, aber auch hier muss ich auf später verweisen, da die Gerichte noch nicht ihr Urteil dazu gesprochen haben. Natürlich gab es wieder das übliche, wir haben keine Verwaltungsvollmacht und dürfen das nicht, usw. Doch, dürfen wir, denn es steht im Gesetz und ist nicht abhängig von einer Verwaltungsvollmacht.

Behutsam ließen wir etwas Zeit verstreichen, und haben uns immer wieder beraten wie wir als nächstes vorgehen. Unsere Finanziererin machte die Finanzaufstellung für die Parzelle, welche kosten dem Verein bis dato entstanden sind. Diese müssen üblicherweise als Ablöse vom neuen Pächter ausgeglichen werden.

Es war die Zeit gekommen und wir führten die Aufnahmegespräche und machten die Aufnahme im Verein fertig und stellten den Pachtvertrag aus. Diesen müssen ja nun eine Reihe von Beteiligten laut dem Gesetz unterschreiben. Zum einen ich, indem ich bestätige mit meiner Unterschrift, dass sie Mitglied im Verein sind. Was wiederum die Voraussetzung dafür ist, einen Pachtvertrag zu bekommen. Dann müssen die künftigen Pächter diesen unterschreiben und dann geht es ab zum Verband, auch er muss diesen unterschreiben. Übrigens das Bewertungsprotokoll ebenso. Das muss bei jedem Pachtvertrag zum Unterschreiben beiliegen und unterschrieben sein, von mir, den Pächtern und dem Verband.

Gesagt getan, Emma hat alles unterschrieben und wir gaben alles zum Verband. Die Tage und Wochen verstrichen wieder. Zwei Monate später kam eine Reaktion. Nachdem ich bereits wieder einmal angemahnt hatte sie sollen ihre Arbeit machen. Natürlich höflich und sachlich.

Ein Anruf, sie können den Vertrag direkt beim Verband unterschrieben kommen. Ungewöhnlich, warum denn das? Ja ok, ich wusste warum und wieso und hatte darauf spekuliert das sie es genau so machen werden. Sie stellten einen neuen Pachtvertrag aus, strichen rechtswidrig die Vergabebefürwortung raus und ließen den Pachtvertrag ohne meine Unterschrift unterschreiben. Das rechtliche klären wir später, damit sind derzeit Gerichte beschäftigt, aber geschafft. Wir hatten es tatsächlich hinbekommen das diese Parzelle nach sieben Jahren wieder vergeben wurde. Erinnert ihr euch, sie suchen doch angeblich noch den Vorbesitzer. Oder etwa doch nicht? Wissen sie was sie tun, was sie sagen, was sie machen? Ich glaube sie haben den Überblick verloren, über das was sie machen, was sie sagen und über ihre eigenen Unterlagen.

Haben wir ihnen das nun erfolgreich an ihnen vorbeigeschummelt? Perfekt.

Wir haben wieder etwas Gutes für die Gartenanlage getan, für die Mitglieder, für das Vereinskonto, das entlastet wird.

Der Pachtvertrag enthält noch einen Zusatz, ein ganzes Blatt zusätzlich, dafür wurde ein Paragraf gestrichen. Sie müssen die Auflagen aus dem Bewertungsprotokoll erfüllen, andernfalls endet der Pachtvertrag zum Jahresende. Erinnert ihr euch, was ich über befristete Pachtverträge gesagt habe? Ich kann schon einmal so viel verraten, einer juristischen Prüfung hat dieser Zusatz nicht standgehalten. Wie es weiter geht, wird erzählt werden …

Kapitel 6

Jetzt ist Winter …

Aber kein Winterschlaf. Die Gärten glänzen im frühen Morgentau und eine kleine Eisschicht gab es auch schon. Ein Hauch von weißem Film legte sich über die Rasen in unserer Gartenanlage.

Die Zugvögel sagten lautstark „bis zum nächsten Jahr“, und die letzten Blätter fallen leise zu Boden.

Oh Ja, diese Blätter. In meinen Gedanken schwirrt das Jubiläum herum. Da ist es mir wichtig das unsere Festwiese auch schön aussieht. Und einen schönen Rasen haben wir nun wirklich nicht. Daher kam ich auf die Idee das Laub vom Rasen zu entfernen. Blöde Idee. Anstrengend, und zeitaufwendig. Natürlich war die Idee nicht blöd, eher in Anbetracht das mir eh für vieles die Zeit fehlt, aber wer mich kennt der weiß das ich mir die dann eben nehme. Und sind wir mal ehrlich, wenn es hilft, dass der Rasen nur etwas besser aussieht im nächsten Jahr und gerade wegen dem Jubiläum, dann ist es das Wert.

Voller Tatendrang nahm ich den Rasenmäher und sammelte mit ihm das Laub auf, und brachte es zu unserem Komposthaufen. Das war eine ganz schöne Arbeit, am nächsten Tag sollte ich merken wieviel ich gelaufen bin und dass es schon anstrengend war. Unsere Festwiese ist nun auch nicht klein und wir haben große Eichen darauf zu stehen, sodass einiges an Laub zusammenkam. Es war vielleicht die Hälfte, die an Laub noch an den Bäumen hing, und der Rasen war schon jetzt nicht mehr zu sehen. Das hieß also ich müsste die ganze Aktion noch einmal machen. Aber Cederic war tatkräftig dabei. Auf ihn kann ich mich verlassen. Meine bessere Hälfte sorgte dafür das ich nicht alles alleine machen musste.

An den nächsten Tagen spielte ich mit den Gedanken einen Laubbläser anzuschaffen. Das würde zügiger gehen und man müsste nicht den Rasenmäher dafür hernehmen. Lange überlegte ich das Für und Wider. Schließlich entschied ich mich einen zu kaufen. Aber einfach so für den Verein etwas kaufen? Das wäre nicht ich. Ich beschloss also mit unserer Finanziererin zu reden. Sie hatte nichts dagegen. Aber ich machte es noch ganz anders, da mir die Erfahrung mit solchen Geräten fehlte.

Ich kaufte den für mich privat und teste ihn aus. Auf der Festwiese. Taugt er was, dann würde ich die Rechnung an den Verein weitergeben, ansonsten wäre es mein Geld was dafür hinhalten muss. Gesagt getan. Wie sich herausstellte war es eine Sinnvolle Investition. Ging es doch wesentlich schneller. Aber ich muss zugeben, ich habe eine Weile gebraucht, bis ich rausgefunden habe, wie man den Luftstrom richtig einsetzt. Aller Anfang ist eben schwer. Nicht lachen, muss man wirklich erst rausfinden.

Es ist ein riesiger Haufen an Laub und Eicheln zusammengekommen, und im Frühjahr wird es noch mehr werden. Der muss natürlich weg, mit dieser Optik ins Jubiläum starten, niemals. Wir werden ein Container im Frühjahr bestellen und mit dem Arbeitseinsatz ihn füllen.

Wieder ein Punkt in meinem Kopf abgehakt. Das ist wichtig, damit Neues Platz hat. Und es kommt immer neues.

Man könnte ja meinen viele Gärtner kommen nicht mehr raus. Viele haben ihr Wasser abgestellt und ihre Bungalows Winterfest gemacht. Trotz allem schläft die Anlage nicht. Erstaunlich wie viele immer wieder rauskommen.

Selbst Voldemort. Natürlich muss er doch alles kontrollieren. Und eine Bellatrix, wie sie aus dem Auto springen kann, mit einem Schwung, da könnte man neidisch werden. Schnell ums Auto herum und sich die Parzelle drei angeschaut. Fotos gemacht, nur neugierig oder was auch immer. Was solls. So sind sie eben. Meldet das mal fein dem Verband. Der freut sich darauf und auf eure Bilder. Hat er sonst nichts zu tun. Das Leben des Verbandes dreht sich nur um Voldemort. Ein Vertrauter, ein Spion, Henker und Richter in seinem unglaublichen gefährlichen Halbwissen zugleich. Aber was wollte er ständig da schauen auf der Parzelle. Ja da sind Neue drauf. Legen auch schon ordentlich los, man sieht was, selbst bei diesen Temperaturen.

Ich habe auch immer wieder etwas zu tun und so bin ich natürlich oft draußen. Unsere Gartenanlage, unsere Gemeinschaft macht eben kein Winterschlaf. Wir nicht… 

Kapitel 7

klassische Vereinsarbeit

Wir hatten unsere letzte Vorstandssitzung in diesem Jahr. Die letzte planmäßige, wer weiß schon, was sich andere wieder einfallen lassen. Aber hier sind wir als Vorstand sehr flexibel, und der Zusammenhalt ist wirklich außergewöhnlich. Wir sind ein richtig gutes Team, das alles bis ins Kleinste stetig bespricht und Entscheidungen gemeinsam trifft.

So kam es auch, dass unsere letzte Sitzung, nicht zuletzt wegen des Verbandes, ganze drei Stunden dauerte. Vieles musste besprochen werden, insbesondere der weitere Umgang mit dem Verband. Wir haben gemeinsam eine Strategie erarbeitet und Beschlüsse gefasst. Beschlüsse von großer Tragweite, die dem Verband nicht gefallen werden. Themen, die im Winter durch unsere Anwälte ausgearbeitet und anschließend umgesetzt werden. Zu lachen wird es dabei nichts mehr geben.

Wir schützen unseren Verein und seine Mitglieder, mit allen Mitteln. Gegen Willkür und Gesetzesverstöße des Verbandes sowie gegen Störenfriede, die versuchen, den Verein und damit die gesamte Gartenanlage zu zerstören. Der Verband hat nun schon mehrfach Bekanntschaft mit unseren Anwälten gemacht und musste feststellen, dass er rechtswidrig handelt. Dennoch versuchen sie es immer wieder mit stets neuen Vorgehensweisen. Erfinderisch sind sie durchaus, aber leider wenig kreativ und vor allem nicht rechtssicher.

Man könnte meinen, dass ein Verband sich mit den Gesetzen, insbesondere mit dem Bundeskleingartengesetz, auskennen sollte. Schließlich ist es seine Aufgabe, seine Mitglieder darin zu schulen. Weit gefehlt. Ich weiß nicht, ob sie das Gesetz jemals gelesen haben oder lesen wollen. Laut unseren Anwälten ist die Rechtslage eindeutig, dennoch wird wiederholt und mit immer neuen Konstruktionen dagegen verstoßen. Selbst gegen Regelungen, mit denen sie vor zwei Jahren noch argumentiert haben, handeln sie nun selbst. Warum, kann ich nicht sagen, aber lassen wir unsere Anwälte ihre Arbeit machen.

Auch die Johannisbeertante kommt mit ihren inzwischen zwei Kündigungen, gegen sie, nicht weiter. Alle vorgebrachten Gründe wurden entkräftet, dennoch muss dies nun gerichtlich geklärt werden. Dann soll das Gericht dies feststellen. Ja, richtig gelesen: zwei Kündigungen. Offenbar haben sie der ersten selbst nicht getraut und deshalb noch eine zweite nachgeschoben. Das sagt eigentlich alles.

Ein weiteres wichtiges Thema war natürlich unser Jubiläum. Unsere Gartenanlage wird im nächsten Jahr 80 Jahre alt. Es muss geplant werden: Budget festlegen, Gästelisten erstellen und vieles mehr. Ein großer Berg an Arbeit, der bewältigt werden will.

Leider sind unserem Aufruf auf der Mitgliederversammlung nur sehr wenige gefolgt. Ein Festkomitee zu organisieren und Mitglieder zum Mitmachen zu bewegen, wäre keine große Sache gewesen. Was soll ich sagen: Ja, ich bin enttäuscht.

Wir haben nun dennoch einiges selbst in die Hand genommen und befinden uns mitten in den Planungen. Die Kindershow sowie erste Überlegungen zu Essen und Kuchen stehen bereits. Vorerst sind das jedoch noch Gedanken, nichts ist endgültig beschlossen. Nur weil sich niemand meldet, können wir das Fest und die Planung nicht sich selbst überlassen. Wir beobachten die Entwicklung, einen Plan haben wir.

So gab es vieles zu besprechen in dieser Vorstandssitzung, begleitet von einem sehr leckeren Essen.
Wir legten außerdem die Termine für das kommende Jahr fest: Arbeitseinsätze, Feierlichkeiten usw. Unser Jubiläum werden wir auf ein Datum legen, das voller Geschichte steckt. Details dazu werden mit dem Weihnachtsbrief bekannt gegeben.

Natürlich war der Verband erneut ein zentrales Thema. Wie machen wir weiter? Welche Maßnahmen können wir ergreifen, um wieder eine vernünftige Zusammenarbeit zu ermöglichen? Kann man den Verband dazu zwingen? Die Antwort ist einfach: Ja, kann man. Zumindest in der Hinsicht, dass eine konstruktive und gesetzeskonforme Zusammenarbeit wiederhergestellt wird. Gemeinsam mit unseren Anwälten haben wir hierzu mehrere rechtliche Stellschrauben identifiziert, die derzeit ausgearbeitet werden. Parallel dazu werden auch wir aktiv und bereiten den Weg.

Ich springe an dieser Stelle einmal in die Gegenwart. Im November mussten die nicht unerheblichen Verbandsgebühren überwiesen werden. Wie allgemein bekannt ist, haben die Banken ihre Verfahren umgestellt, sodass der exakte Name des Kontoinhabers erforderlich ist. Unsere Finanziererin wollte die Überweisung fristgerecht ausführen. Mit den vom Verband angegebenen Daten war dies jedoch nicht möglich. Die Bank lehnte den Vorgang ab, da der Empfängername nicht mit dem Konto übereinstimmte.

Wer unsere Finanziererin kennt, weiß, dass sie äußerst gewissenhaft arbeitet und alles mehrfach prüft. Kein Fehler. Mehrere Versuche scheiterten. Also wurde der Verband per E-Mail um Mitteilung der korrekten Bankverbindung und des korrekten Namens gebeten. Bis heute herrscht wieder einmal Schweigen. Keine Antwort, keine Reaktion. Die Zahlungsfrist ist inzwischen verstrichen, zum Glück wurde ein Screenshot der fehlgeschlagenen Überweisung beigefügt.

Und wieder stellt sich die Frage: Wofür zahlen wir eigentlich diesen enormen Beitrag an den Verband? Für Nichtstun? Dort arbeiten mehrere Personen, und gerade beim Thema Geld sollte man meinen, dass es ihnen wichtig ist. Aber wie auf der letzten Mitgliederversammlung festgestellt wurde: Was interessieren dort schon 15.000 Euro, die in der Kasse fehlen? Für uns ist die Situation ärgerlich. Wir wollen korrekt buchen und fristgerecht zahlen, man lässt uns jedoch nicht. Warum?

Langsam neigte sich unsere Aufmerksamkeit dem Ende zu, und wir waren froh, fast alle Themen abgearbeitet zu haben. Es folgten noch Punkte wie Auszeichnungen, Geburtstage usw., klassische Standardthemen, die routiniert und zügig behandelt wurden. Der ein oder andere wird verstehen, warum ich auf Details hier nicht näher eingehen kann. Einige Dinge liegen noch in der Zukunft, und die Überraschung soll gelingen.

Am Ende waren wir sehr zufrieden. Wir konnten viele wichtige Punkte klären, Weichen stellen und waren zudem dankbar, dass das Restaurant extra für uns geöffnet hatte und uns herzlich bewirtete.

Wir sind schon ein klasse Vorstand, der zusammenhält, gemeinsam Ideen entwickelt und Lösungen findet, die einstimmig beschlossen werden. Das müssen andere Vereine in einer vergleichbaren Situation erst einmal nachmachen …

Kapitel 8

ein Schock vor Weihnachten

Der Winter hat nun endgültig Besitz von den Gärten ergriffen. Alles ist zur Ruhe gekommen. Unter einer geschlossenen, weißen Schneedecke schlafen Wege, Beete und Lauben, eingehüllt in eine tiefe Stille, die den Garten für einen Moment aus der Zeit zu nehmen scheint. Die Zeit scheint still zu stehen.

Die festlichen Tage liegen hinter uns. Weihnachten ist verklungen, Silvester ist zur Ruhe gekommen. Der Jahreswechsel ist vollzogen, und das neue Jahr macht seine ersten leisen Schritte. Auch in unserer Gartenanlage ist diese besondere Zeit spürbar. Die Gärten ruhen, eingehüllt in Stille, und bieten Raum für Rückblick, Dankbarkeit und neue Gedanken.

Für uns als Gartenverein ist dies eine Phase des Innehaltens. Die Arbeit des vergangenen Jahres liegt hinter uns, ebenso die vielen Begegnungen, Gespräche und gemeinsamen Stunden in unseren Gärten. Gleichzeitig richtet sich der Blick langsam nach vorn. Noch liegt alles still, doch unter der winterlichen Decke sammelt sich bereits neue Kraft, für kommende Aufgaben, gemeinsame Projekte und das Miteinander in unserer Anlage.

Diese ruhige Zeit gehört auch unseren Mitgliedern. Sie lädt dazu ein, durchzuatmen, das Erreichte wertzuschätzen und mit Zuversicht in das neue Gartenjahr zu blicken. Wenn die Tage wieder länger werden und das Leben in die Gärten zurückkehrt, werden wir diesen Neubeginn gemeinsam gestalten, mit Zusammenhalt, Engagement und der Freude an unserer Gemeinschaft.

Als Vorstand sind wir natürlich auch dem hingegeben, aber nicht komplett dem Eis erstarrt. So laufen die ersten Planungen bereits an, und auch die Finanziererin hat die Finanzen stets im Blick. Auch wenn die Gärten Winterschlaf machen, muss geprüft werden ob die Abbuchungen korrekt laufen, Rechnungen bezahlt werden, Zahlungseingänge gebucht und der Jahresabschluss vollzogen werden muss.

Planungen wie die erste Vorstandssitzung im Februar mit Themen und Zwischenstände laufen bereits. Auch die Organisation einer Location dafür. Was wir in der Saison in den Gärten durchführen, muss zu dieser Jahreszeit doch in etwas beheizten Stübchen stattfinden. An Themen mangelt es nicht, im Gegenteil, konzentrieren wir uns eher auf das wichtige, das ernstzunehmende.

Aber gerade in dieser stillen Jahreszeit ist es mir wichtig, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen. Nein, nicht wie manch anderer, um nach Fehlern zu suchen oder jemanden anzuschwärzen, sondern mit dem Blick fürs Ganze, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist. Der mächtige Sturm zum Jahreswechsel hat seine Spuren hinterlassen, und wie schon in der Vergangenheit gezeigt, treten Schäden oft erst später zutage. Auch die Schneemassen dürfen nicht unterschätzt werden.

So nutzen Cederik und ich die winterliche Pracht, manchmal begleitet von der Regentrude, für einen Spaziergang durch die verschneiten Gärten. Dabei prüfen wir still und aufmerksam, ob alles wohlbehalten ist, und genießen zugleich die friedliche, weiße Winterwelt, die unsere Anlage in einen besonderen Zauber hüllt.

Wir hatten einen wirklich wunderschönen Jahreswechsel in unserer Gartenanlage. Wer Lust hatte, konnte sich uns anschließen, und es war schön, mit denen zusammenzukommen, die da waren. Leider kamen nicht so viele wie erhofft, einige mussten absagen, meist aus gesundheitlichen Gründen. Verständlich, bei dem wechselhaften Wetter, mal Frühling, mal Winter, manchmal beides an einem Tag, gefolgt von einem stürmischen Herbstabend.

Trotz allem herrschte beste Laune. Es gab Essen, Trinken und viele lachende Gesichter. Jeder brachte etwas mit, und so entstand eine bunte Mischung an Leckereien. Cedrik hatte Pfannkuchen in Hülle und Fülle besorgt, frisch vom Bäcker, wie man sie heute kaum noch bekommt. Einfach genial! Aber auch Soljanka, verschiedene Salate und andere Köstlichkeiten fanden ihren Platz auf dem Tisch.

Kalt war uns dabei überhaupt nicht. Ich hatte eine Zeltheizung organisiert, und man sollte es kaum glauben, es war warm und gemütlich. Sogar meiner Tochter wurde richtig wohlig warm, und das will schon etwas heißen!

Es war ein wirklich traumhafter Nachmittag. Mein Enkel war auch dabei, ein seltener und kostbarer Moment, den ich sehr genossen habe. Er ist so ein Sonnenschein, und es ist immer wieder ein Glück, Zeit mit ihm zu verbringen.

Trotzdem es schön war, und man mit lieben Menschen, Gartenfreunden und Familie gefeiert hat, ist das Aufbauen und natürlich das Aufräumen und Abbauen eher nicht so schön. Es war schon recht kalt und windig, was es sehr ungemütlich machte. Aber während die einen noch schliefen, waren die anderen schon fleißig. Und als die anderen gingen haben die Langschläfer weitergemacht. So fügte sich alles, und alle Spuren waren beseitigt. Natürlich musste Voldemort sich am Neujahrstag das Geschehen anschauen. Was da wohl wieder los war? Aufgeregt standen sie da und diskutierten. Worüber? Wer weiß das schon, vor allem wen interessiert es? Spaß hatten wir und es war friedlich. Familie und Freunde standen im Vordergrund und genossen den Jahreswechsel. Alkohol gab es natürlich auch, aber eher guten, nichts gewöhnliches. Ja auch etwas teureren, aber das war auch ein besonderer Anlass. Ist die Winterzeit doch so lange, bis man seine Freunde wiedersieht.

Man kann sagen, auch im Winter blühte unsere Gartenanlage mal wieder auf. Durch die herzliche wärme der Gäste und Mitglieder.

Und viel zu schnell hat uns der Alltag wieder ein.

So kam es, dass plötzlich drei Verhandlungen auf meinen Tisch liegen, als gerichtlicher Streitschlichter. Und einige Termine und Absprachen zwecks der Dorffeste stehen auch als Vorsitzender des Dorfvereins an. So waren die ersten zwei Wochen von Terminen geprägt, mit Absprachen von Vereinen, Bürgermeister, Ortsbeiräten usw.

Cedrik ist zurzeit nicht nur meine Gedankenstütze, sondern auch mein Rückhalt. Gesundheitlich ist es momentan etwas schwierig, aber was erwartet man im Winter bei der Jahreszeit, auch mein Körper darf sich sträuben, und funktioniert nicht so wie gewohnt. Dennoch müssen die Aufgaben und Termine erledigt werden, da führt kein Weg dran vorbei. Als wenn das alles nicht genug gewesen wäre, kommt auch noch unser Gartenfreund JB ins Spiel. Ihr erinnert euch an ihn, unsere gute Seele des Vereins, verlässlich, ein Macher, ein Beisitzer im Vorstand seit diesem Jahr.

So kam es das ich im Ortsbeirat ihn vorgeschlagen hatte, ihn als engagierten Bürger von Briesen und unseres Gartenverein auszuzeichnen. Eine öffentliche Ehrung auf dem Weihnachtsmarkt sollte ihm zu teil werden. Es war mir wirklich wichtig, einem Mitglied unseres Vereins vorzuschlagen, in der Vergangenheit nicht immer einfacher, aber verlässlicher und liebevoller Mensch, so habe ich ihn kennengelernt. Zu meiner Verwunderung stimmten alle Mitglieder des Ortsbeirates ohne zögern dafür. Gesagt getan, Auszeichnung auf dem Weihnachtsmarkt, vor hunderten Zuschauern, Briesenern, Freunden und Familien.  

Was war das nur? Am Tag des Weihnachtsmarktes standen Cederik und ich seit den frühen Morgenstunden auf dem Weihnachtsmarkt, bauten unseren Stand auf und halfen beim Aufstellen der Stände auf dem Markt. Gegen Mittag wollten wir uns dann eine kurze Auszeit gönnen, duschen, eine Stunde zurückziehen, die Ruhe vor dem Sturm genießen.

Doch plötzlich landete der Rettungshubschrauber direkt hinter dem Amt. Sofort war unsere Aufmerksamkeit geweckt. Am Fenster sahen wir den Rettungswagen vor JB’s Haus stehen. Ein ungutes Gefühl stieg in mir auf. Mir wurde sofort klar: Das ist ernst. Das letzte Jahr war für ihn alles andere als einfach gewesen, voller Operationen, Arzttermine, Sorgen um die Gesundheit.

Ich konnte nicht länger abwarten. Als die Besatzung des Helikopters in sein Haus ging, zog ich mich an und eilte hinunter. Es traf mich mitten ins Herz: tatsächlich ging es um ihn. Seine Nachbarn hatten ihn reglos, nicht ansprechbar, vor dem Herd in der Küche gefunden. Ich kämpfte mit mir selbst, mir wurde alles zu viel, so nah, so plötzlich. Diabetes, schlechte Werte, ein Albtraum.

Eine halbe Ewigkeit lang versuchten die Notärzte, ihn zu stabilisieren. Seine Werte wollten kaum steigen, nur ganz leicht zeigten sich kleine Verbesserungen. Ansprechbar war er noch immer nicht. Ich sprach mit dem Arzt, den Nachbarn, klärte alles auch mit dem Ortsvorsteher, Er würde geehrt werden, auch wenn er nicht persönlich dabei sein konnte. Gesundheit geht vor, und vor allem musste er wieder auf die Beine kommen.

Cederik und ich kümmerten uns in der Zwischenzeit um den Weihnachtsmarkt, um den Verkauf, unseren Stand. Doch in meinem Kopf war er ständig, jede Bewegung, jeder Blick erinnerte mich an ihn.

Am nächsten Tag, nach dem Aufräumen, ging es ins Krankenhaus. Ihn zu sehen, gesund, wenn auch noch schwach, ließ mich innerlich aufatmen. Eine Welle der Erleichterung überkam mich, fast so, als würde mein Herz wieder frei atmen. Ich wusste, Alles wird gut. Unglaublich, wie wichtig mir die Menschen in unserem Verein geworden sind, dass mir so etwas so nah geht.

Doch der Weihnachtsmarkt machte keine Pause, ich musste weiter funktionieren. In den folgenden Tagen kümmerten wir uns gemeinsam um ihn. Ich holte ihn noch vor Weihnachten aus dem Krankenhaus, damit er die Feiertage zu Hause verbringen konnte. Wir gingen einkaufen, kochten, sorgten dafür, dass er alles hatte, was er brauchte.

Wir waren einfach da, für Ihn …

Kapitel 9

Wenn im Garten Pause ist

Wir haben derzeit Winterschlaf.
Die Temperaturen liegen oftmals weit unter dem Gefrierpunkt. Schneebedeckte Beete, gefrorene Wege und Eisblumen an Fenstern und Zäunen, wohin man auch blickt. Dieser Winter scheint seinen Namen wieder einmal wirklich zu verdienen, Winter.

Lange ist es her, dass wir eine so geschlossene, stille und zugleich kraftvolle Winterzeit erleben durften. Wochen voller Schnee, anhaltende Kälte, eine Landschaft wie aus Watte und Kristall. Eine Zeit, in der alles langsamer wird. Eine Zeit, in der die Natur durchatmet.

Es ist, als würde sich der Garten selbst sammeln. Der Boden ruht, die Pflanzen ziehen ihre Kraft in die Wurzeln zurück, Samen schlafen unter einer schützenden Decke aus Frost und Schnee. Auch viele Tiere haben sich zurückgezogen, verborgen in Höhlen, Laubhaufen oder Erdbauten. Der Winter ist kein Stillstand, er ist Regeneration.

Nur einer scheint diesen Winterschlaf nicht vollständig anzunehmen, der Kleingärtner.

Wäre es nicht eigentlich richtig, auch als Mensch einmal vollkommen zur Ruhe zu kommen? Den Garten, Garten sein zu lassen, nicht zu planen, nicht zu rechnen, nicht zu entwerfen? Sicherlich. Kraft tanken. Die klare Winterluft einatmen. Den Blick über die weiße Landschaft schweifen lassen und einfach genießen.

Und doch geschieht etwas anderes.

Während draußen Frost und Stille herrschen, beginnt es in den Köpfen zu arbeiten. Auf Fensterbänken stehen die ersten kleinen Töpfchen. Winzige Samen werden behutsam in Erde gelegt. Erste grüne Spitzen kämpfen sich dem Licht entgegen. Gedanken kreisen um Beete, Reihen, Farben und Sorten. Ideen sprudeln. Skizzen entstehen. Wünsche wachsen.

Der Kleingärtner schläft nicht wirklich.
Er träumt.

Er träumt vom Frühling, vom ersten Spatenstich, vom Duft frischer Erde, vom Summen der Bienen, vom eigenen Gemüse auf dem Teller. Und vielleicht ist genau das der Zauber dieser Jahreszeit: Der Garten ruht, aber die Liebe zum Garten ruht niemals.

Die beste Zeit, um zu beginnen. Ob Paprika oder Chili, oder Kohl, all das sollte jetzt gesät werden. Wer es hat, füllt sein Zimmergewächshaus, oder nimmt Töpfe oder anderes, was man findet. Ein Kleingärtner ist ja auch ein Erfinder. Man merkt es an der Stimmung, wenn man mit anderen aus dem Verein in Kontakt kommt, es wird Zeit, Zeit das die Saison wieder los geht. Geduld ist angesagt, und nicht zu früh ins Freie bringen.

Nun ist es auch an der Zeit für Post, die Abwasserrechnungen verteilt der Zweckverband. Dieses Jahr ist das nicht mehr Aufgabe des Vereins. Der Zweckverband macht dieses in Eigenregie ab diesem Jahr. Ihr erinnert euch wie wir dagegen gekämpft haben. Bei vielen ist die Rechnung wesentlich teurer geworden als normal. Das war leider zu erwarten. Auch das man es jetzt selbst an den Zweckverband bezahlen muss, aber auch das kann die Stimmung des Gärtners nicht trüben.

Wie auch schon erwähnt schläft der Vorstand nicht. Immer wieder kommen Anfragen zu Gärten, Rechnungen, Rechtliches, Behörden usw., und wir als Vorstand sind da. Wir sind erreichbar, unterstützen und helfen jeden der Hilfe benötigt.

Nebenbei arbeite ich noch einige Ordner auf, und strukturiere diese neu. So finden sich dabei sehr interessante Vorstandsbeschlüsse vom Regionalverband, und sehr interessanter Schriftverkehr. Näher eingehen darauf will ich jetzt nicht, nur so viel, was sie früher beschlossen haben, verstoßen sie jetzt vorsätzlich dagegen. Wird man brauchen können, wenn die Zeit dafür reif ist.

Ich habe in diesen Tagen festgestellt, man hat viel zu viel Sachen. Gerade im Garten mehrt sich das und fällt besonders auf, auch weil der Platz dort eher begrenzt ist. Ein Vorsatz ist auf jeden Fall das Entrümpeln. Weniger ist mehr, es ist ein Garten. Ein fester Vorsatz für dieses Jahr, klar man ist jetzt zu zweit und da braucht man von hause aus schon mehr, dennoch muss es weniger werden.

In diesen stillen Wintertagen sitze ich oft am Schreibtisch, während draußen der Schnee leise fällt und der Frost unsere Gartenanlage in eine andere Welt verwandelt. Vor mir liegt die Chronik unseres Vereins. Seite um Seite arbeite ich mich durch Erinnerungen, Ereignisse und Geschichten, die unseren Gartenverein zu dem gemacht haben, was er heute ist. Es ist keine gewöhnliche Schreibarbeit, es ist das Bewahren unserer gemeinsamen Seele.

Unsere Chronik ist mehr als eine Sammlung von Jahreszahlen und Beschlüssen. Sie erzählt von den ersten Spatenstichen, vom Aufbau der Wege, vom pflanzen der ersten Bäume, vom Bau der Lauben, von Arbeitseinsätzen bei Wind und Wetter. Sie erzählt von Sommerfesten, Kinderfesten, Erntefeiern, gemeinsamen Grillabenden, von Musik, Lachen und Gesprächen bis in die Abendstunden. Sie erzählt von Menschen, die Verantwortung übernommen haben, von Mitgliedern, die Jahrzehnte ihres Lebens in diesen Verein eingebracht haben.

Umso schmerzlicher war die Zeit, in der diese Chronik nicht weitergeführt wurde. Jahre, in denen Feste stattfanden, Gärten übergeben wurden, Projekte entstanden und doch nichts davon festgehalten wurde. Eine Lücke, in der viele kleine und große Geschichten verloren zu gehen drohten. Geschichten von Mitgliedern, die viel geleistet haben. Geschichten von Gemeinschaft, aber auch von Herausforderungen, Konflikten und schwierigen Entscheidungen.

Gerade diese Lücke macht deutlich, wie wertvoll Chronikarbeit ist. Denn ein Verein besteht nicht nur aus Paragraphen, Satzungen und Protokollen. Ein Verein besteht aus Menschen. Aus ihren Ideen, ihrem Engagement, ihrem Mut, manchmal auch aus ihren Fehlern und aus dem Willen, gemeinsam Lösungen zu finden.

Wenn ich heute die Chronik weiterschreibe, denke ich an all die Momente, die unseren Verein geprägt haben, an gemeinsame Aufräumaktionen, bei denen plötzlich doppelt so viele Helfer erschienen wie erwartet. An Feste, die trotz knapper Mittel auf die Beine gestellt wurden, weil viele Hände zusammengeholfen haben. Aber auch an Zeiten, in denen es schwierig war, in denen Zusammenhalt gefordert war und sich gezeigt hat, wer wirklich hinter dem Verein steht.

Ich schreibe diese Chronik für die langjährigen Mitglieder, die ihre Geschichte darin wiederfinden sollen. Ich schreibe sie für neue Mitglieder, die verstehen sollen, in was für eine Gemeinschaft sie eintreten. Und ich schreibe sie für die kommenden Generationen, damit sie sehen können, dass dieser Verein nicht selbstverständlich entstanden ist, sondern durch Einsatz, Herzblut und Zusammenhalt.

Während draußen alles ruht, wächst hier drinnen etwas weiter: das Bewusstsein, dass wir gemeinsam Verantwortung tragen nicht nur für unsere Gärten, sondern auch für unsere Geschichte. Denn nur wenn wir festhalten, was war, können wir wirklich begreifen, wer wir sind. Und nur dann können wir mit Zuversicht sagen, unser Gartenverein hat Vergangenheit, er hat Gegenwart und er hat Zukunft.

Und genau das macht es für mich so wichtig. Unsere Mitglieder sind stolz auf unsere Chronik und ich versuche dem gerecht zu werden. Kein leichtes Erbe, und keine Kopie soll es sein, mein eigener Stil wird sich dennoch finden. Nicht einfach Sachen zu finden, was auch vor meiner Zeit war. Gerade Fotos sind rar, Themen, sowie Erinnerungen. Das fordert schon sehr viel an Recherche und Fleiß. Alte Vorstandssitzungen helfen dort schon einiges weiter, und wie ich gemerkt habe, wiederholen sich Themen immer wieder. Die gleichen Probleme, die gleichen Leute mit Abmahnungen, Gärten denen man auf die Füße treten muss.

Ein innerer Zwang treibt mich mittlerweile zum Fertigstellen. Im Sommer, zum 80-jährigen Jubiläum. Das ist mein Ziel.

Kapitel 10

Von Verwaltungsvollmacht und Gemeinnützigkeit

Vereine und Kleingartenanlage brechen meist nur aus einem Grund auseinander. Es gibt jemanden der Schlauer ist als alle andere. So nach und nach werden durch diesen dann anderen Kleingärtner mit angesteckt, glauben das, was er erzählt, und bauen ein Feindbild auf. Plötzlich heißt es, Kündigung der Anlage. Das große Erwachen kommt.

Aber Stück für Stück, denn so weit muss es ja nicht kommen, obwohl hier die Tendenzen und die reale Gefahr gerade zu sehen ist. Dem Verein wurde die Verwaltungsvollmacht entzogen, soweit so gut. Aber was bedeutet das denn?

Es bedeutet nicht, der Verein ist für nichts mehr zuständig, der Verein hat nichts mehr zu sagen. Denn die Verwaltungsvollmacht besagt nur, dass der Verein für zusätzliche Sachen beauftragt ist. Viele Regionalverbände oder Bezirksverbände haben noch nie eine Verwaltungsvollmacht ausgestellt. Vor 2009 gab es auch bei unserem Verein keine. Die Zuständigkeiten regelt aber nicht die Verwaltungsvollmacht, sondern das Gesetz, die Rahmengartenordnung, sowie die einschlägigen Regeln des Landesverbandes. Es ist zugegeben verwirrend, wenn man nicht in der Materie steckt. Ein paar kleine Beispiele sollen das einmal verdeutlichen.

Beginnen wir mit einer Anstehenden Bewertung eines Gartens. Nun besagen die Regeln vom Landesverband, eine Bewertung muss mit dem Vorstand durchgeführt werden. Anträge laufen über den Vorstand und der muss sogar auf dem Antrag unterschreiben. Auch auf dem Bewertungsprotokoll, welches vom Landesverband ist, steht geschrieben, „Unterschrift des Vorstandes“. Der Vorstand kann das nur Unterschreiben, wenn er in dem Bewertungsprozess involviert ist, er davon Kenntnis hat. Wie soll er dann mit seiner Rechtsverbindlichen Unterschrift die Richtigkeit bestätigen. Jene Richtigkeit, die sogar für den Pächter einklagbar ist. Hier verschwimmen direkt wieder Grenzen, Vereinsrecht und Pachtrecht. Das ist im Bundekleingartengesetz nicht immer vermeidbar. Da Aufgaben Hand in Hand spielen.

Aber zurück zum Kern, von diesem Aspekt regelt die Verwaltungsvollmacht gar nichts. Jetzt kann man nur spekulieren und versuchen zu verstehen warum dann trotzdem gegen den Vorstand und in der Konsequenz gegen den Verein gehandelt wird von Verband. Ehrlicherweise weiß ich das nicht genau, die Beweggründe wurden dem Vorstand nie mitgeteilt. Natürlich haben wir als Vorstand mehrmals die Gründe angefragt, aber eine Antwort sind sie bis heute schuldig.

Ein Gespräch am gestrigen Abend mit einer Pächterin, die abgeben will, zeigte ganz deutlich aus welcher Richtung das ganze mittlerweile gesteuert wird. Originale Worte, die von den Geissens benutzt wurden, kamen aus Ihrem Mund zu mir. Ich habe hier Garnichts zu sagen und sie regelt alle mit dem Verband. Es stellte sich mir die Frage, wie kann der Verband alles regeln, zum Beispiel mit der Kündigung. Natürlich war ihre Antwort, dass sie einen Aufhebungsvertrag macht. Das fand ich ja sehr interessant, lässt das Bundeskleingartengesetz einen Aufhebungsvertrag gar nicht zu, und zum anderen, wie will der Verband einen Vertrag beenden, den man mit dem Verein hat? Rechtlich ist das überhaupt nicht möglich. Das Gesetz schreibt eindeutig vor, ein Pachtvertrag muss bis spätestens zum 30.06. eines Jahres, zum 30.11. gekündigt werden.

Im Übrigen verhält es sich genauso zur Vereinsmitgliedschaft.

Schade, dass es Leute gibt, die mit glänzendem Halbwissen prahlen und andere damit Schaden zufügen. Natürlich gibt es immer welche, die etwas erzählen und die anderen glauben es. Belehren lies sie sich am Telefon gestern nicht. Dann muss sie mit den Konsequenzen leben. Und wenn sie in 10 Jahren noch Mitglied ist, bekommt sie in 10 Jahren noch die Rechnung vom Verein. Was soll ich denn sonst machen? Mein Latein ist hier am Ende.

Aber zurück zur Verwaltungsvollmacht, sie regelt nicht einmal die Baugenehmigungen, denn diese waren von der Verwaltungsvollmacht sowieso explizit ausgeschlossen. Also werden vom Verband hier absichtlich falsche Informationen gestreut? Aber eins nach dem anderen.

Die Verwaltungsvollmacht besagt, Baugenehmigungen sind von der Verwaltungsvollmacht ausgeschlossen. Bedeutet, der Verein darf weder mit noch ohne, Baugenehmigungen erteilen, was auch der Verein nie gemacht hat. Der Verein ist aber für die Antragsstellung von Baugenehmigungen und der Aufgabe das die Baugenehmigungen korrekt umgesetzt werden niemals ausgeschlossen. Denn das besagt die Verwaltungsvollmacht nicht. Weder mit noch ohne sind diese Vorschriften davon berührt. Im Gegenteil, auf den Bauanträgen, das heißt, auf den Anträgen, Ihres eigenen Genehmigungsverfahren, ist der Vorstand verpflichtet diese Genehmigungen zu befürworten, oder abzulehnen, lediglich diese Stellungnahme und damit die Erlangung der Kenntnis, schreiben ihre eigenen Regeln vor.

Nicht die Verwaltungsvollmacht schreibt das vor, die Regeln, und die Anträge selbst. Mehrfach haben wir das dem Verband mitgeteilt, zuletzt bei dem neuerlichen Verstoß gegen die Gesetze, welche von den Geissens begangen wurden. Neue Fenster, neue Eingangstür. Keine einfachen Fenster und Türen. Nein hochwertige Fenster und Türen nach extrem gutem Standard, welcher in Einfamilienhäuser verwendet wird. Das Gesetz schreibt vor, eine Laube in einfacher Ausführung. Punkt.

Von der Straße aus natürlich gut sichtbar, für alle aus dem Dorf, dem Amt, den Funktionskräften, und dann taucht plötzlich noch das Bauamt auf.

Und jetzt?

Jetzt ist guter Rat teuer. Warum und wer das Bauamt gerufen hat, ich weiß es nicht, aber jetzt wird es für die gesamte Anlage schwierig. Denn angeschaut und Bilder haben Sie nicht nur von dieser Parzelle gemacht. Von einigen wurden Bilder gemacht und dokumentiert. Da wir als Vorstand zuvor das beim Verband gemeldet hatten, dass es nicht korrekt ist, was dort passiert, und dass wir es nicht verstehen können, wie eine derartige Baugenehmigung vom Verband zwecks der Tür unterschrieben werden konnte, sind wir rechtlich als Verein, da gut aufgestellt. Wir können das dokumentieren und beweisen, dass diesen Verstoß jemand anderes genehmigt hat.

Wie es jetzt weitergeht? Wir schauen einmal was nun passiert, erfahrungsgemäß wird man das Bauamt so schnell nicht los. Und aus anderen Anlagen ist bekannt, dass genau wegen solcher Sachen die Gemeinnützigkeit verloren gegangen ist. Damit wäre die Gartenanlage dann weg.

Noch ein wichtiger Punkt ist die Gemeinnützigkeit. Diese kann nur der Verein beantragen. Speziell der Vorsitzende. Hier muss ich kurz erklären, es gibt in einem Kleingartenverein zwei Arten von Gemeinnützigkeit. Als erstes haben wir die Steuerliche, die besagt es läuft finanztechnisch alles im Sinne der Abgaben-Ordnung wie vom Gesetz und dem Finanzamt vorgesehen korrekt. Dann gibt es in einem Kleingartenverein die sogenannte Kleingärtnerische Gemeinnützigkeit. Die besagt, dass alles korrekt läuft im Sinne, der kleingärtnerischen Nutzung, Bebauung, der Ordnung, und des Vereinslebens, wie zum Beispiel Feste und öffentliche Beteiligungen usw.

Wer sich jetzt die Frage stellt, was ist denn wenn etwas nicht korrekt läuft, wie zum Beispiel Bebauungen, der stellt genau die richtige Frage. Wenn der Verband behauptet, der Vorstand hat keine Rechte, wer beantragt dann die Gemeinnützigkeit, wenn das nur der Vorstand kann? Es wird also zunehmend zu einem Problem, wenn der Verband und einige wenige Mitglieder gegen den Vorstand arbeiten. Denn noch einmal in aller Deutlichkeit, ist die Gemeinnützigkeit weg, ist die Anlage weg. Sind vielleicht einige Mitglieder darauf aus das genau dieses passiert? Oder denken sie nur bis zu ihrem eigenen Gartenzaun nur um Recht zu behalten? Gefährdet der Verband sogar vorsätzlich die Gartenanlage? Er müsste das ja am besten wissen. Und was machen wir denn jetzt in dieser Situation?

Als Vorsitzender habe ich natürlich viel Zeit und viel Fachwissen sowie viele Fachleute aus anderen Vereinen, die in derselben Situation waren oder sind. Die Strategie steht, die entsprechenden Behörden sind involviert und ich werde alles tun, um diese Gartenanlage zu schützen, auch die zu beschützen die gegen den Vorstand arbeiten. Wir müssen uns eines Bewusst machen, ist die Gemeinnützigkeit weg, ist die Gartenanlage ungeschützt, und der Bebauungsplan der Gemeinde beginnt.

Um auf den Anfang dieses Kapitels zu kommen, wenn einer gegen den Vorstand etwas hat, und infiziert damit andere Leute und diese ihm glauben schenken, ohne zu wissen das er Unrecht haben könnte, ist das wie ein gefährlicher Virus, der um sich greift. Wenn die Mitglieder nicht erkennen, wie gefährlich das ist, und immer noch den Falschen glauben schenken, dann gefährdet es alle Mitglieder. Unser Vorteil ist, dass die Mehrheit der Mitglieder selbstständig denken können und der Fähigkeit mächtig sind, nicht nur Mitläufer zu sein, zu denken und dem Verband nicht blind vertrauen. Das sie erkennen was gespielt wird, und das sie erkennen, wer ihnen im Endeffekt Schaden kann.

Ich bin sehr stolz auf unsere Mitglieder, sie kommen zum Vorstand, sie fragen nach, versuchen zu verstehen.

Im Übrigen gibt es noch eine nette Anekdote vom Meister des Geldes dieser Tage. Nach fast einem Jahr, in dem er seinen Austritt aus dem Verein bekannt gab beim Vorstand, dieser den Austritt akzeptiert und bestätigt hat, fällt ihm doch auf, dass er danach den Austritt wieder zurückgezogen hatte. Der Vorstand hatte darüber beraten und festgestellt, wir Akzeptieren diese Rücknahme nicht, und bestätigte weiterhin seinen Austritt, besteht er doch weiterhin auf seine Vereinsmitgliedschaft. Richtig gelesen wer diesen Blog aufmerksam verfolgt, weiß das ihm ein Ausschlussverfahren von den Mitgliedern drohte. Jemand der kein gutes Haar am Vorstand lässt, bzw. mehr am Vorsitzenden und Ihn Anzeigen stellt, der will unbedingt Mitglied in diesem Verein sein.

Da wir im Vorstand alles offen besprechen und jeder vom Vorstand alles weiß, dem verwundert es. So waren wir alle sehr überrascht und verwundert. Vor allem nach so langer Zeit.

Nun sind die Temperaturen noch nicht so, dass man viel machen kann, die Nächte sind noch frostig, aber im Verein erhitzt. Ok, einige wenige nur, aber das reicht ja manchmal schon…